Erfahrungsaustausch tut gut – Erstes Treffen am 29. August

Adipositas-Selbsthilfegruppe in Kaufbeuren gegründet

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In Kaufbeuren trifft sich ab dem 29. August eine Adipositas-Selbsthilfegruppe.

Kaufbeuren – Sport, gesunde Ernährung, Diäten. In der Gesellschaft kursieren viele Meinungen über das richtige Abnehmen bei starkem Übergewicht. Manchmal hilft deshalb am besten der Austausch mit anderen Betroffenen. Weil es in der näheren Umgebung keine entsprechende Selbsthilfe-Einrichtung gibt, hat Stephan Huber jetzt beschlossen, Ähnliches für die Region Kaufbeuren-Ostallgäu anzubieten.

Im Sommer 2018 wird Huber wegen Herzproblemen ein sogenannter Stent eingesetzt, der helfen soll, lebenswichtige Gefäße offen zu halten. Bei einem Körpergewicht von 160 Kilogramm und im Alter von 43 Jahren beschließt er daraufhin, dass er etwas verändern möchte. Der Arzt rät ihm, sich an ein Adipositas-Zentrum zu wenden. Während seiner Suche stößt er auf die Selbsthilfegruppe Oberland in Weilheim-Schongau. Dort hört er zum ersten Mal von der Möglichkeit, sich operativ den Magen verkleinern zu lassen. „Das lasse ich nie machen“, habe er sich zunächst gedacht. Schließlich wurde er doch überzeugt und ist heute sehr zufrieden damit. Seitdem habe er 33 Kilogramm abgenommen. Wichtig sei dabei, auch nach der Operation weiterhin am Ball zu bleiben. Gesunde Ernährung und Sport sind unerlässlich.

Die Selbsthilfegruppe helfe enorm dabei, sein Ziel zu erreichen. „Es tut gut, wenn man Erfahrungen austauschen kann“, sagt Huber. Mit der Adipositas kämen auch kleine Nebenwirkungen, die man gar nicht damit in Zusammenhang bringe und deshalb oft einfach überspiele, sagt Huber. Auch im Hinblick auf die OP gibt es viele Sachen, die man im Nachhinein beachten müsse. Im Krankenhaus werde höchstens über die Risiken der OP informiert.

Weil es aber zwischen Memmingen und Weilheim-Schongau keine einzige Selbsthilfegruppe für Adipositas gibt, hat Huber sich jetzt mit Unterstützung der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Kempten dafür eingesetzt, dass es auch in Kaufbeuren zukünftig eine derartige Einrichtung geben wird. Erste Interessenten hätten sich schon gemeldet.

Dabei will Huber keinesfalls Leiter der Gruppe sein, sondern allenfalls Moderator für die Gespräche. Für diese gibt es klare Regeln. Jeder Teilnehmende muss unterschreiben, dass er damit einverstanden ist, allen zuzuhören und das Gehörte vertraulich zu behandeln.

Einen ganz praktischen Grund hat die Gruppe außerdem. Wer sich für eine Magen-OP entscheidet, muss bei der Krankenkasse für eine Kostenübernahme neben einem psychologischen Gutachten auch einige andere Voraussetzungen, wie beispielsweise die Teilnahme an einer entsprechenden Selbsthilfegruppe nachweisen.

Huber betont, dass jeder und jede, egal welchen Alters, egal ob Betroffener oder Angehöriger, egal ob eine OP geplant ist oder nicht, herzlich bei den Treffen willkommen sei. Diese werden ab dem 29. August jeweils am letzten Donnerstag im Monat von 19.30 Uhr bis 21 Uhr in der AOK-Geschäftsstelle in Kaufbeuren abgehalten. Parkplätze sind vor Ort ausreichend vorhanden. Wer Interesse oder einfach nur Rückfragen zu der Selbsthilfegruppe hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse ­adipositas-shg-kf@web.de oder unter Tel. 0172/825154 (ab 18 Uhr) melden.

von Agnes Reißner

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