Kinderarbeit steht auch in Kaufbeuren im Mittelpunkt der Dreikönigsaktion

Sternsinger sammeln für Indien

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Die Aktion Dreikönigssingen stellt das Thema „Kinderarbeit“ in den Mittelpunkt. Die Sternsinger machen mit ihrem Einsatz darauf aufmerksam, dass weltweit 152 Millionen Kinder arbeiten.

Kaufbeuren – Rund 180 Kinder und Jugendliche ziehen noch bis Samstag als Sternsinger durch die Straßen, bringen den Segen Gottes in die Häuser und sammeln Spenden für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Erste Station nach der Aussendung war am vergangenen Dienstag das Rathaus.

Dort zeigte sich Oberbürgermeister Stefan Bosse begeistert von der Kleidung der Könige und Sternträger, die im Alten Sitzungssaal Platz genommen hatten beziehungsweise stehen mussten, da sie in einer großen Schar gekommen waren. Besonders angetan war der Rathauschef von der Krone eines Königs, die er sogar aufsetzen durfte. Das neue Jahr könne gar nicht besser anfangen, denn die Sternsinger seien sein erster Termin 2018, sagte Bosse. Um diesen Eindruck eines angenehmen Treffens zu unterstreichen, sangen die Sternsinger – zumeist auswendig – das Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“.

Auf einer Leiter stehend schrieb Hanna Bertele den Segen der Sternsinger über die Tür des Alten Sitzungssaals.

Bevor Hanna Bertele von der Pfarrei St. Dionysius die Inschrift „20 C+M+B 18“ über der Holztür des Sitzungssaals anbrachte, ging Bosse auf den diesjährigen Leitspruch „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ ein. Die Welt sei nicht nur ein „großer Ball“, sondern alles hätte miteinander zu tun. Wenn hier gespendet würde, könne den Menschen auf dem indischen Subkontinent geholfen werden. Zum Thema Kinderarbeit in Indien hatten die Mädchen und Jungen zuvor im Gottesdienst in der Kirche St. Martin einen Fußball, eine Jeans und einen Armreif gezeigt, um zu verdeutlichen, was circa 50 Millionen der insgesamt 450 Millionen indischen Kinder in dem südasiatischen Land herstellen müssen – oft unter gefährlichen, gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Pater Maria Prakash Joseph, der selbst aus Indien stammt, schilderte die Situation dort: „Viele Familien sind gezwungen, ihre erst sechs- bis siebenjährigen Kinder zum Arbeiten zu schicken. Dabei verdienen sie nur etwa 1,20 Euro pro Tag“.

Die ersten Spenden für die Sternsinger steckte Oberbürgermeister Stefan Bosse in die Spendenbüchsen.

Der Bitte der Sternsinger nach einer Spende kam Bosse gerne nach und steckte in jede Spendenbüchse der sieben anwesenden Pfarreien einen mit Geld gefüllten Briefumschlag. Im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger über 33.000 Euro, was in diesem Jahr auch wieder erreicht werden soll. Der Hauptteil der Summe geht dann nach Indien, um dort Kinderarbeit zu verringern und Schulbildung zu ermöglichen, erklärte Pastoralassistent Michael Rösch. 

Acht Pfarreien sind in diesem Jahr in Kaufbeuren bei der Sternsingeraktion aktiv: Sieben Pfarreien der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren und die katholische Pfarrei Herz Jesu in Kaufbeuren-Neugablonz.

Die Pfarrei St. Peter und Paul sucht noch weitere Kinder und Jugendliche für 4., 5. und 6. Januar. Interessierte können sich an Sieglinde Blind unter Tel. 08341/5960 wenden.

von Martina Staudinger

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