"Stiften gehen"

„Wir gehen stiften”, animiert Landrat Johann Fleschhut seit rund zwei Jahren als Schirmherr der Bürgerstiftung Ostallgäu. Mit Erfolg. 57 Stifter haben bereits ein Kapital von etwa 96000 Euro eingebracht und die ersten Projekte wurden realisiert, wobei der Schwerpunkt bisher auf die Themen Kinder und Kultur gelegt wurde.

Eine Vielzahl von Stiftern und Politikern sowie ein kleiner Kreis interessierter Bürger traf sich in der vergangenen Woche beim ersten Stifterforum in der Marktoberdorfer Musikakademie, um über die Ergebnisse der Bürgerstiftung Ostallgäu aus direkter Quelle informiert zu werden. Als „Bereicherung für die Region” betrachtet Landrat Johann Fleschhut die Bürgerstiftung Ostallgäu bereits rund zwei Jahre nach der Gründung. Mehrere konkrete Projekte wurden in dieser Zeit schon verwirklicht. An den Bildungseinrichtungen in Germaringen und Obergünzburg wurden Schülerfirmen gegründet, in denen Jugendliche kurz vor ihrem Schulabschluß bei der Realisierung von Internet-Aufgaben für Kunden Schlüsselqualifikationen für ihren Einstieg in die Berufswelt erlernen. Einmal jährlich wird zu außergewöhnlich günstigen Eintrittspreisen eine Kinderoper organisiert, um möglichst vielen Familien im Landkreis die Möglichkeit zum Besuch zu bieten. Im Dezember 2009 wird im Modeon „Die Zauberflöte” aufgeführt. An der Grundschule Bidingen arbeitete der Künstler Peter Krusche eine Woche lang mit den Mädchen und Jungen an Kunstwerken für die neue Aula. An der Hauptschule in Marktoberdorf wurde der „Modellversuch 9S” gestartet. Das heißt, in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichten zwei Lehrkräfte in einer Klasse, um individueller auf die Schüler eingehen zu können. Festredner Dr. Thomas Goppel zeigte sich von der Bürgerstiftung Ostallgäu begeistert: „Wie mit einem Brennglas kann genau da geholfen werden, wo es notwendig ist und die Kommune nicht in der Lage ist einzugreifen.” Wie bei einem „Puzzle” könne die Stiftung immer weiter wachsen und die ganz persönliche „Färbung des Landkreises” tragen, meint Goppel, der neue Präsident des Bayerischen Musikrates. Mitmachen kann praktisch jeder Bürger im Ostallgäu. Wahlweise kann Geld ins Stiftungsvermögen oder zweckgebunden eingebracht werden; genauso willkommen sind aber auch benötigte Sachwerte und Zeit, um bei den verschiedenen Projekten unterstützend mitzuwirken. Im Rahmen der Stifterversammlung wurde auch die Führungsstruktur der Bürgerstiftung Ostallgäu leicht geändert. Der aktive Vorstand wurde auf vier Personen verkleinert, dem gehören jetzt Franz-Josef Schreinemacher, Gerhard Schempp, Günther Förg und Rüdiger Klemm an. Neu wurde ein achtköpfiger Stiftungsrat eingeführt, der als Kontrollorgan fungiert und notwendig ist zur Erlangung des Gütesiegels vom Bundesverband Deutscher Stiftungen.

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