20 Jahre Biotopverbund im Günztal

Noch lange nicht am Ziel

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Über 15.000 Teilnehmer kamen bisher zu den Führungen und Exkursion der Stiftung KulturLandschaft Günztal. Jährlich nehmen über 1.000 Kinder am Umweltbildungsprogramm „Wasserschule Günztal“ teil.

Ostallgäu/Günztal – Der Biotopverbund im Günztal wird heuer 20 Jahre alt. Was als Idee begann, hat sich inzwischen zu einem Großprojekt entwickelt, mit dem Ziel die Natur im Günztal zu schützen.

Am Beginn stand die Idee zweier Idealisten, von Walter Schneider und Michael Nett, der Natur im Günztal wieder mehr Raum zu verschaffen. Deshalb gründeten die ehrenamtlichen Initiatoren 1994 den „Biotopverbund Westliche Günz“ und begannen zwischen Ottobeuren und Westerheim Flächen für die Natur zu schützen. Gleichzeitig bemühten sich die Initiatoren aber auch viele Partner für die Idee einzubinden: Gemeinden und Behörden, Verbände und Private, Landwirtschaft und Fischerei sowie Unterstützer aus Kultur und Privatwirtschaft helfen mit beim Naturschutz. 

Dank dieser großen Projektgemeinschaft ist es gelungen, das Projekt immer weiter entlang der Günz auszudehnen. Die Projektarbeit erstreckt sich heute fast durchgängig auf das 92 Kilometer lange Günztal, von den Quellen bei Obergünzburg bis ins Donautal. Stiftungsvorstand Michael Nett ist stolz über das erreichte: „Es ist toll zu sehen, wie vielfältig sich die Natur wieder entwickelt, wenn wir ihr auf unseren Flächen wieder Raum geben.“ 

Auch die Organisation hinter dem Projekt ist seither kräftig mitgewachsen. Aus dem anfänglichen Arbeitskreis unter dem Dach des Bund Naturschutz wurde im Jahr 2000 eine eigene Naturschutzstiftung für das Günztal. Die „Stiftung KulturLandschaft Günztal“ übernimmt seither die fachliche Organisation für den Biotopver- bund Günztal und hat Aufgabe auf für die Finanzierung der Projektarbeit zu sorgen. Für den Aufbau des Biotopverbund-Netzwerkes werden möglichst viele Flächen der Projektpartner in die Zielsetzung mit eingebunden. So haben zum Beispiel Gemeinden, Landkreise, die Wasserwirtschaftsverwaltung und auch Privatpersonen ihre Flächen für den Biotopverbund zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erwirbt die Stiftung Flächen, um diese dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Aktuell verfügt die Stiftung über 58 Hektar Eigenflächen. 

Projektleiter Peter Guggenberger-Waibel gibt sich mit dem bisher Erreichten noch nicht zufrieden. Weil viele Tier- und Pflanzenarten in der modernen Agrarlandschaft kaum noch Lebensraum finden würden, fordert der Naturschutz-Fachmann: „Wir müssen das Biotop-Netz noch dichter knüpfen, es gibt immer noch zu große Lücken!“ Auf den Biotopverbundflächen wird wieder neuer Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Im Rahmen der „Tümpelkampagne“ werden zum Beispiel neue Tümpel und Weiher für Amphibien angelegt. Und beim Projekt „Günztal Weiderind“ werden Wiesen und Weiden renaturiert und das Original Braunvieh, die gefährdete Allgäuer Rinderrasse, wieder gefördert. 

Durch Exkursionen, Vorträge und Veranstaltungen wird die Bevölkerung regelmäßig über die Aktivitäten informiert. Außerdem veranstaltet die Stiftung ein eigenes Umweltbildungsprogramme für Schulen und Kindergärten. Über 1000 Kinder sind mit der „Wasserschule Günztal“ jährlich unterwegs, um die Natur zu erleben. von kb

Die Stiftung

Die Stiftung KulturLandschaft Günztal wurde 2000 als erste Naturschutzstiftung in Schwaben gegründet und arbeitet seither als gemeinnützige Institution für Naturschutz und Landschaftspflege im Günzgebiet. Ziel der Stiftung ist es, die biologische Vielfalt zu erhalten durch Entwicklung eines Biotopverbundsystems von den Quellen bis zur Mündung der Günz. Dies wird erreicht durch praktische Naturschutzprojekte, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Die Stiftung finanziert sich zum Teil über öffentliche Förderungen des Bayerischen Umweltministeriums sowie aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuwendungen befreundeter Umweltstiftungen. www.guenztal.de

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