Pohl erneut Landtagskandidat der Freien Wähler

"Eine Kämpfernatur"

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Bernhard Pohl (re.) wurde nachdrücklich als Direktkandidat der Freien Wähler für die Landtagswahl wiedergewählt. Marlene Preißinger ist die Direktkandidatin für den Bezirkstag. Helmut Aiwanger, Bayernchef der Freien Wähler, schwor seine Parteifreunde auf die kommende Landtagswahl ein.

Kaufbeuren – Nach der Wahl ist vor der Wahl. Und so hatten sich vergangene Woche die Freien Wähler aus Kaufbeuren und dem Unterallgäu zu ihrer Nominierungsveranstaltung für die Landtagswahl versammelt.

Auch der Chef der bayerischen Freien Wähler, Hubert Aiwanger, war angereist und nahm kurz nach der Bundestagswahl zu den Ergebnissen Stellung und verdeutlichte die Positionen der Freien Wähler. Ein „Heimspiel“ war es für Bernhard Pohl. Er wurde mit einem eindeutigen Ergebnis als Kandidat für die Wahl zum Landtag nominiert.

Der bayerische Parteichef Aiwanger kam kurzfristig zur Veranstaltung und schwor die etwa 50 Zuhörer auf die kommende Landtagswahl 2018 ein. „Jetzt ist die Stunde der Freien Wähler“, manifestierte er. Vor dem Hintergrund, dass es Deutschland vergleichsweise gut gehe, hätten dennoch 25 Prozent der Wähler bei der Bundestagswahl radikal links oder radikal rechts gewählt. Eine Einwanderung an bestehenden Gesetzen vorbei habe zu dieser Polarisierung führen müssen, so Aiwanger. „Wir Freien Wähler arbeiten seit Jahren in den Kommunen und wählen seit Jahren den Weg der Mitte, weil wir glauben, dass es der richtige Weg ist.“ Aber viele Erfolge ließen sich nicht den Freien Wählern zuordnen. Man wolle Deutschland voranbringen, ohne aber revolutionär zu sein. „Für eine Talkshow sind wir deshalb zu wenig schrill“, berichtete Aiwanger. Mit der Obergrenze der CSU bei der Aufnahme von Flüchtlingen sei eine Mogelpackung vereinbart worden. Die Freien Wähler bestehen deshalb weiterhin auf der richtigen Anwendung der bestehenden Gesetze: „Bei berechtigtem Asyl gilt drei Jahre Aufenthaltsberechtigung, dann wird neu geprüft. Bei subsidiärem Schutz gilt ein Jahr und dann eine neue Prüfung. Und Schluss“, so Aiwanger. Flüchtlinge seien Gäste auf Zeit. Parallel dazu könne man eine wirtschaftliche Einwanderung prüfen, beispielsweise nach kanadischem Modell. „Wir wollen ehrliche Arbeit für die Bürger leisten und die Themen der kleinen Leute formulieren“, sagte Aiwanger abschließend.

Mit Blick auf die Nominierung von Pohl erklärte Aiwanger: „Auch 2018 wird Bernhard Pohl ein ordentliches Ergebnis einfahren, er ist eine Kämpfernatur und ein Mann, der seine Region vehement vertritt“.

Lob für Pohl gab es auch von Kaufbeurens drittem Bürgermeister Ernst Holy: „Er setzt sich massiv ein.“ Dabei hatte Holy auch das Engagement der Freien Wähler im Stadtrat für den barrierefreien Bahnhof oder das neue Polizeigebäude im Auge. Auch den Einsatz um den vierspurigen Ausbau der B12 hob Holy hervor sowie die Anstrengungen im Vorfeld des Baus des Eisstadions.

Auch Ostallgäus Ex-Landrat Johann Fleschhut erklärte, dass Pohl zwar persönliche Fehler gemacht habe, sich aber auch viele Verdienste erworben hätte. Die Freien Wähler würden sich selbst schaden, wenn sie auf diesen „starken Abgeordneten verzichteten“.

Bei der anschließenden Nominierungswahl für die Direktkandidaten für den Landtag und den Bezirkstag für den Stimmkreis 708 ging es dann recht schnell zu, da es nur jeweils einen Bewerber, beziehungsweise eine Bewerberin gab. Versammlungsleiter Wolfgang Hützler konnte nach kurzer Zeit das Ergebnis bekannt geben: Mit einer Enthaltung wurde Bernhard Pohl von 28 Stimmberechtigten erneut zum Direktkandidaten für den Landtag gewählt, für den Bezirkstag wurde die Bürgermeisterin von Unteregg, Marlene Preißinger, einstimmig als Kandidatin bestimmt. Preißinger gab in ihrer Vorstellungsrede augenzwinkernd zu, unter dem „Helfersyndrom“ zu leiden und wolle dies auch im Bezirks­tag tun.

Pohl dankte nach seiner Wahl für diesen „überwältigenden Vertrauensbeweis“ und als Zeichen, dass man die nächsten Monate angreifen könne. Er betonte, politische Wettbewerber ernst nehmen zu wollen und kündigte einen starken Wahlkampf an. Als Alleinstellungsmerkmal sehe er bei den Freien Wählern: „Wir kümmern uns um die Probleme der Menschen vor Ort“.

Am Ende war es Pohl selbst, der seine Trunkenheitsfahrt und die darauf folgende Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe thematisierte: „Ich habe einen schweren Fehler gemacht, der mir sehr leid tut.“

von Wolfgang Krusche

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