MdB Stracke referiert über Zukunft der Krankenhäuser 

Qualität soll lenken

+
MdB Stephan Stracke erläuterte vor zahlreichen Chefärzten der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren und niedergelassenen Ärzten die Hintergründe zum Krankenhausstrukturgesetz.

Kaufbeuren – Fast die gesamte ärztliche Führungsriege des Klinikums Kaufbeuren und einige Chefärzte aus den Kliniken Buchloe und Füssen, sowie einige niedergelassene Ärzte aus dem Ostallgäu versammelten sich bei subtropischen Temperaturen zu dem Abendvortrag des Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke. Der Förderverein „Freundeskreis Klinikum Kaufbeuren-Ostallgäu e.V.“ hatte ihn gewinnen können, um über „Die Zukunft der Krankenhäuser – Entwicklungen – Perspektiven“ zu referieren.

„Die Klinik Kaufbeuren, mit 360 Betten und 20.000 stationären Patienten im Jahr, erreicht eine Bettenauslastung von 93 Prozent“, berichtete Gerhard Bucher, erster Vorsitzende des Fördervereins. Bei einem Klinikhaushalt von etwa 156 Millionen Euro steuere der Förderverein jährlich dennoch rund 5.000 Euro für außerplanmäßige Kleinigkeiten wie eine Wickelkommode oder einen Wasserspender bei. „Kleinigkeiten sind wichtig für die Patienten“, sagte Bucher.

Aus erster Hand berichtete Stracke, der auch gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag ist, wie aus Sicht der Bundesregierung die zukünftigen Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung, insbesondere bei Krankenhäusern, aussehen sollen. Als Zielsetzung der CSU stellte Stracke die Qualitätsorientierung bei den Behandlungssystemen vor. Um die Qualität zu sichern und Anreize zur Verbesserung zu geben, habe man dazu im Bundestag neun Gesetze verabschiedet, beispielsweise das Krankenhausstrukturgesetz.

Der demographische Wandel zeige, dass die Menschen erfreulicherweise immer älter werden. „Damit verändern sich die Anforderungen an die Versorgung und Pflege im Krankenhaus, wenn Patientinnen und Patienten im Alter häufiger und länger in Krankenhäusern versorgt werden“, so Stracke. Gleichzeitig würden in Deutschland die Bevölkerungsdichte im ländlichen Raum, aber auch die Zahl der Arztpraxen tendenziell abnehmen und der Altersdurchschnitt steige. Die Grund- und Regelversorgung müsse gewahrt und die Notfallversorgung sichergestellt werden. Deshalb sei die Zusammenarbeit zwischen den Notfallambulanzen und den niedergelassenen Ärzten intensiviert worden. Zur langfristigen Qualitätsverbesserung sollen Zu- und Abschläge den Krankenhäusern finanzielle Anreize geben, dauerhaft gute Leistungen zu erbringen.

Ute Sperling, Verwaltungsvorstand des Ostallgäuer Klinikverbundes, ergänzte, dass bereits heute schon massiv in Dokumentationstechnik investiert werde, ohne die entsprechenden Gelder zu bekommen.

Auf Nachfragen der Zuhörer zu den Qualitätskriterien reagierte Stracke mit dem Hinweis, dass diese Qualitätskriterien, die im Übrigen auch rechtssicher sein müssten, vom G-BA, dem Gemeinsamen Bundesausschuss der Krankenkassen und Krankenhäuser, erarbeitet werden müssten. Dr. Michael Waidner, niedergelassener Arzt aus Nesselwang, regte ein Beratungssystem für Patienten an, bei dem Personen ohne direktem finanziellen Interesse zum Einsatz kommen sollten.

Nicht alle können alles in gleicher Qualität erbringen, meinte Stracke, deshalb bedürfe es der Zusammenarbeit unter den Krankenhäusern: „Es braucht auch eine Spezialisierung der Krankenhäuser als Zentrum, aber im Sinne der Patienten“. Für diese Spezialisierung habe man beim Bund einen Strukturfonds eingerichtet. Auch Prof. Dr. med. Helmut Diepolder, Chef­arzt im Darmkrebszentrum in Kaufbeu­ren bestätigte: „Qualität ist essentiell. Die Zentren müssen aber auch finanziert werden“. Die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren haben mehrere zertifizierte Zentren.

Dazu meinte Bucher, auch Bürgermeister der Stadt Kaufbeuren, die das Defizit von derzeit 5,8 Millionen Euro zu 50 Prozent mit dem Landkreis teilt: „Schwarze Zahlen anzustreben ist wichtig, aber wir müssen im Gesundheitswesen keinen Gewinn machen“.

von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Video
So finden Sie das richtige Parkett für Ihr Zuhause
So finden Sie das richtige Parkett für Ihr Zuhause
Einschränkung für Bahnfahrer
Einschränkung für Bahnfahrer
Heimat für begrenzte Zeit
Heimat für begrenzte Zeit

Kommentare