Stracke schafft Sprung nach Berlin

Die Wähler haben entschieden. Als klarer Sieger bei den Direktkandidaten für den Bundestag im Landkreis Ostallgäu und Kaufbeuren setzte sich Stephan Stracke von der CSU mit 51,1 Prozent (Ostallgäu) und 52,2 Prozent (Kaufbeuren) durch.

Rund 25000 Kilometer hat Stracke seit Mitte Juni bis zum Wahlsonntag im Wahlkreis 257 zurückgelegt, der das Ostallgäu, Kaufbeuren, Memmingen und Teile des Unterallgäus umfasst. Bei 190 CSU-Wahlveranstaltungen war er zugegen und 6000 Plakate mit seinem Konterfei wurden geklebt. Doch von Erschöpfung sei keine Rede, denn „Wahlkampf ist zwar anstrengend, aber dadurch weitet sich auch der Horizont“ und das sei alles andere als ermüdent, sagte Stephan Stracke vergangenen Montag in der KREISBOTEN-Redaktion in Kaufbeuren. Er kommt dabei auch ins Schwärmen über seinen Wahlkreis, denn dieser sei „wirklich wunderbar“. Jetzt geht für den 35-jährigen Kaufbeurer die Arbeit erst richtig los. Der erste Flug nach Berlin, wo er in Zukunft schätzungsweise zwei Wochen im Monat verbringen wird, ist schon gebucht. Es geht zur konstituierenden Sitzung der Landesgruppe. Des weiteren ist er aber auch in der Hauptstadt, um organisatorische Dinge zu klären. Denn neben einer Wohnung braucht Stracke auch ein Büro und Mitarbeiter in Berlin. Wichtige Schwerpunktthemen sind, laut dem 35-Jährigen, die Landwirtschaft und der „desaströse Milchpreis“. Es müsse hierbei „eine schnelle Lösung für unsere Bauern gefunden werden“, ist Stracke der Überzeugung. In einer ersten Reaktion zum Wahlausgang äußert sich auch der Vorsitzende der Mittelstands-Union Kaufbeuren und CSU-Stadtrat Dr. Thomas Jahn in einer Pressemeldung: „Die große Gefahr einer rot-rot-grünen Regierung, die Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet hätte, konnte verhindert werden.“ Die Mittelstands-Union (MU) sieht auch durch den aus Kaufbeuren stammenden neuen Bundestagsabgeordneten große Chancen für den heimischen Standort. Während 2005 im Ostallgäu noch 77,8% der Bürger zur Wahl gingen, waren es heuer nur noch 70,5%. In Kaufbeuren machten 20425 Wähler von 31663 Stimmberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Wahlergebnisse der Direktkandidaten Während Stracke 85431 Erststimmen im Ostallgäu erhielt und in Kaufbeuren 10501 Stimmen, entfielen 77909 Zweitstimmen (46,3%) auf die CSU und in Kaufbeuren erhielt die Partei 44,13%. Die FDP erhielt 16,8% (Ostallgäu) und in Kaufbeuren 16,8%. Der Direktkandidat der FDP, Dr. Bernd Rösel aus Füssen, holte 11,1 % (Kaufbeuren) und 12,6 % im Ostallgäu. Auf die SPD entfielen in Kaufbeuren 2745 Stimmen (13,6%) und im Ostallgäu 20543 Stimmen (12,2%). Der aus Memming stammende Direktkandidat der SPD, Rolf Spitz, holte 13,7% der Erststimmen (Ostallgäu) und 13,3 % in Kaufbeuren. Tobias Specht aus Augsburg, der für das Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis 257 antrat, versammelte auf sich 9,1% der Erststimmen in Kaufbeuren und 8,9% im Ostallgäu. Seine Partei sicherte sich 9,6% in Kaufbeuren bzw. 9,3% im Ostallgäu. 7,5% in Kaufbeuren und 5,6% im Ostallgäu der Zweitstimmen versammelte die Linke auf sich. Für den Kandidaten der Partei Die Linke, Paul Meichelböck aus Kaufbeuren, stimmten 7,5% (Kaufbeuren) bzw. 5,3 % (Ostallgäu). Die Bayernpartei schickte Peter Fendt aus der Kreisstadt Marktoberdorf ins Rennen, der sich 2,1% (Kaufbeuren) und 3,2% im Ostallgäu sicherte. Für die Partei selbst gab es 1% (Kaufbeuren) und 1,7% (Ostallgäu). Daniel Ansorge (ÖDP) aus Memmingen: 1,5% (Kaufbeuren) bzw. 2,2% und die Gruppierung selbst: 1% (Kaufbeuren) bzw. 1,6%. Kurt Jürgen Blank (NPD): 1,6% (Kaufbeuren) bzw. 1,7 und die Gruppierung selbst: 1,3% (Kaufbeuren) bzw. 1,4%. Frank Stengel (Freie Union) aus Buchloe: 0,2% (Kaufbeuren) bzw. 0,4%. Margitta Stephan (Bürger-Opposition-Politik) aus Marktoberdorf: 0,1% (Kaufbeuren) bzw. 0,2%. Werner Fischer (Für Volksentscheide) aus Kaufbeuren : 1,1% (Kaufbeuren) bzw. 1%.

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