Dwayne Johnson und Zac Efron bringen das Feeling der Serie auf die Leinwand

"Kinotipp: Baywatch"

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Mitch (Dwayne Johnson, rechts) und Matt (Zac Efron).

Wer kennt sie nicht, die US-amerikanische Fernsehserie „Baywatch -Die Rettungsschwimmer von Malibu“, die von 1989 bis 2001 Jahren in insgesamt elf Staffeln Unterhaltung lieferte. David Hasselhoff in der Hauptrolle des Rettungsschwimmers Mitch sorgte mit einem stets wechselnden Team für die Sicherheit am Strand, während Erika Eleniak, Pamela Anderson und Carmen Electra in knappen Badeanzügen den notwendigen Sexappeal beisteuerten. Nun schafft es Seth Gordon mit seiner Action-Komödie „Baywatch“, das Feeling der Serie auf die große Leinwand zu bringen.

Inhalt

Der ambitionierte und stets engagierte Rettungsschwimmer Mitch Buchannon (­Dwayne Johnson) hat mit seinem Team den Strand von Malibu unter Kontrolle. Bei jeder Witterung hat er einen Blick auf das Geschehen, um im Notfall einzugreifen und Leben zu retten. Um das Team erneut aufzustocken, steht die jährliche Qualifikations-Challenge an. An jener nimmt auch der zweifache Goldmedaillengewinner Matt Brody (Zac Efron) teil, der das Team tatkräftig unterstützen soll. Doch der arrogante Schönling ist Mitch ein Dorn im Auge, da er mehr Interesse an den weiblichen Strandbesuchern zeigt, als an der Arbeit. Ganz im Gegensatz zu ihm, bemüht sich Lifeguard-Trainee Summer (Alexandra Daddario) um eine bestmögliche Leistung und die Akzeptanz der neuen Kollegen.

Als es am Strand von Malibu zu einem Zwischenfall mit der Droge „Flakka“ kommt und die örtlichen Behörden ihre Hilfe verweigern, sehen sich Mitch und Matt zu einer Zusammenarbeit genötigt. Das Baywatch-Team nimmt selbst die Ermittlungen auf, um den Fall zu lösen und den Strand wieder sicher zu machen.

Rezension

Seth Gordon („Kill The Boss“) ist mit „Baywatch“ eine herrlich unterhaltsame Leinwandverfilmung der einstigen Kultserie, ganz im Stil von „21 Jump Street“, gelungen. Die Darsteller nehmen sich selbst nicht allzu ernst, wodurch der Film über weite Strecken als Persi­flage der Serie verstanden werden kann. Mit Dwayne Johnson („Fast & Furios“ 5-8) und Zac Efron („High School Musical“) rückt Gordon zwei Männer in den Fokus der Geschichte, die als Kassenmagnet bestens funktionieren. Sowohl Johnson, als auch Efron lassen gekonnt ihre Muskeln spielen und präsentieren sich als personifiziertes Testosteron. Aber auch die männlichen Zuschauer kommen auf ihre Kosten, wenn sich Alexandra Daddario („Percy Jackson“) und Kelly Rohrbach in extrem freizügiger Badebekleidung in Szene setzen.

Zugegeben, die Handlung ist nicht wirklich spektakulär. Als am Strand ein Päckchen mit Drogen gefunden wird und die Polizei vor Ort machtlos erscheint, wollen die Rettungsschwimmer den Fall selbst lösen und den Täter zur Strecke bringen. Undercover begeben sie sich in die Nähe des Feindes und sammeln Indizien. Dies gelingt natürlich nicht problemlos und so finden sich die Rettungsschwimmer in der einen oder anderen gefährlichen Situation wieder, die eine gewisse Komik in sich trägt.

Der Film zeigt seine Stärke, wenn er sich zahlreiche Verweise zur Serie zunutze macht, um diese selbstironisch auf die Schippe zu nehmen. Wenn Johnson und Efron mit ihrem Wasser-Jetski über die Wellen brettern oder in brenzligen Situationen ihr Leben aufs Spiel setzen, um hilflose Menschen aus dem Wasser zu retten, wird das Feeling der TV-Serie spürbar. Aufgepeppt mit frechen und teils frivolen Sprüchen und einigen schamlosen Momenten, liefert die Komödie losgelöste Unterhaltung.

Newcomer Jon Bass, der sich als Anti-Rettungsschwimmer Ronnie immer wieder selbst in bizarre Situationen manövriert, kann als Sidekick punkten. Der Schlagabtausch zwischen den Figuren funktioniert weitestgehend, wodurch die Sympathie zwischen ihnen durchaus stimmig erscheint. Leider nutzt Gordon diese Chance nicht schamlos aus, sondern lenkt den Blick allzu sehr auf die illegalen Drogengeschäfte, die leider an den Haaren herbeigezogen wirken.

Auch der Cameo-Auftritt von David Hasselhoff und Pamela Anderson fällt unerwartet nüchtern aus, was der Unterhaltung aber nur einen minimalen Dämpfer beschert. „Baywatch“ ist nicht der Kassenschlager schlechthin. Doch wer sich bei den sommerlichen Temperaturen im kühlen Kino unterhalten lassen will, ohne großartig mitdenken zu müssen, ist mit den Rettungsschwimmern keinesfalls schlecht beraten.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: Baywatch

Land: USA,

FSK: 12

Regisseur: Seth Gordon

Darsteller: Dwayne Johnson, Zac Efron, Alexandra Daddario, Priyanka Chopra, Jon Bass, Kelly Rohrbach, Ilfenesh Hadera, Hannibal Buress u.a.

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