Strategische Ausrichtung für die Zukunft

Genossenschaftsbanken Kaufbeuren-Ostallgäu und Augsburg fusionieren

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Die Aufsichtsräte und Vorstände der Genossenschaftsbanken: Dieter Weidner (v. li.), Karl Ludwig Bihler, Dr. Hermann Starnecker,Heinrich Stumpf, Stefan Harnauer, Helmuth Geppert und Christoph Huber.

Kaufbeuren/Augsburg – „Die beiden Häuser verkünden, dass sie in der Zukunft zusammengehen wollen“, sagte Karl Ludwig Bihler als Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Freitag vergangener Woche.

Er bezog sich dabei auf eine wenige Stunden zuvor in Augsburg stattgefundene Veranstaltung gleichen Inhalts, bei der Dieter Weidner als Aufsichtsratsvorsitzender der Augusta Bank eG Raiffeisen-Volksbank eine geplante Fusion zusammen mit der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu verkündet hatte.

Der Zusammenschluss der beiden Häuser soll in den Vertreterversammlungen im Mai 2019 unter der Firmierung „VR Bank Augsburg-Ostallgäu eG“ beschlossen werden, die dann zur größten schwäbischen Genossenschaftsbank aufwächst. „Das ist die richtige strategische Antwort auf die künftigen Herausforderungen“, so die Überzeugung beider Vorstände und Aufsichtsräte.

„Es ist eine Fusion von zwei erfolgreichen Partnern mit identischen Herausforderungen aus einer Position der Stärke“, unterstreichen Dr. Hermann Starnecker, Vorstandssprecher der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu eG, und Heinrich Stumpf, Vorstand der Augusta-Bank eG Raiffeisen-Volksbank. Zwischen beiden Banken bestünden seit Jahren Kontakte. Die geschäftspolitische Ausrichtung sei sehr ähnlich und beide Häuser stünden auf einem wirtschaftlich gesunden Fundament. Der angestrebte Zusammenschluss sei eine logische Fortsetzung der strategischen Unternehmensentwicklung beider Kreditinstitute. Dies sehen auch die Aufsichtsräte beider Banken so. „Es ist ein Zusammenschluss auf Augenhöhe“, betonen die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden, „wir sind ordentlich aufgestellt und dies ist der richtige Zeitpunkt.“ In den jeweiligen Gremien sei das Vorhaben „unwahrscheinlich positiv aufgenommen“ worden. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, so Bihler.

Die VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu und die Augusta Bank eG Raiffeisen-Volksbank wollen gemeinsam in die Zukunft gehen.

Starnecker sagte, dass im Finanzmarkt eine „riesige Dynamik“ bestehe, sowohl durch die regulatorischen Herausforderungen als auch durch das Niedrigzinsumfeld und die notwendigen Lösungen im digitalen Bereich. Diese seien unter dem Motto „gemeinsam einmal erledigen, statt zweimal und getrennt“ besser zu meistern. „Durch nicht überschneidende Geschäftsfelder werden sich Dinge für alle Kunden positiv entwickeln“, betonte Stumpf.

Vorteile

Die Vorteile für die Kunden, die Mitarbeiter und die Bank selbst, liegen nach den Aussagen der Vorstände auf der Hand. „Gemeinsam wird es uns leichter fallen, das zu bewahren, was unsere beiden Kreditinstitute schon heute auszeichnet, es mit noch individuelleren Angeboten und Beratungsleistungen weiterzuentwickeln und technische Innovationen zügig umzusetzen“, so Vorstand Helmuth Geppert. „Wir werden als Arbeitgeber attraktiver und können Mitarbeitern andere Perspektiven aufzeigen“, sagte Stumpf. „Mit dem Zusammenschluss zu einer genossenschaftlichen Regionalbank können wir die regulatorischen Anforderungen gemeinsam besser bewältigen und durch die Vermeidung von Doppelarbeiten schließlich auch Kosten senken“, ergänzt Vorstand Stefan Harnauer. Für Starnecker wird die Bank zu einem großen regionalen Akteur, den „Bodenhaftung, Solidität und die Nähe zu seinen Mitgliedern und Kunden“ auszeichne.

Keine Veränderungen

Strukturelle Veränderungen in Form von Schließungen oder Personalreduzierungen wird es nach den Worten von Starnecker und Stumpf ausdrücklich nicht geben, lediglich die Vorstandebene wird dann aus noch insgesamt vier Vorständen bestehen. Aus Augsburger Sicht verlässt Stefan Hanauer die Bank aus persönlichen Gründen, die er schon lange vor den Fusionsplänen angekündigt hatte. Dessen Nachfolger wird ab Oktober der jetzige Kaufbeurer Vorstand Helmuth Geppert an der Seite von Vorstand Heinrich Stumpf in Augsburg. Für die Region Kaufbeuren und Ostallgäu verbleiben ab Herbst 2019 nach dem Wechsel von Vorstand Xaver Schelle in die Altersteilzeit noch Christoph Huber und Dr. Hermann Starnecker. Letzterer bleibt Vorstandssprecher der neuen Bank, da er auch die Funktion als Bezirkspräsident der schwäbischen Genossenschaftsbanken innehat. Augsburg wird zwar juristischer Sitz der Bank sein, die Zentralstandorte Kaufbeuren und Marktoberdorf verbleiben neben Augsburg ebenso wie aufgrund der räumlichen Dislozierung das gesamte Geschäftsstellennetz beider Banken.

von Wolfgang Becker

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