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Südspange als Staatsstraße

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An der vielbefahrenen B 472 im Stadtteil Thalhofen. Eine Südspange könnte diese Ost-West-Achse wesentlich entlasten, sagen die Befürworter. © jj

Marktoberdorf – Zum Bau einer Südumfahrung in Marktoberdorf reichen die Freien Wähler aus der Kreisstadt und aus dem Ostallgäu eine Petition an den Bayerischen Landtag ein. Sie sammeln dazu Unterschriften für das Projekt Südspange. Auch werden Listen ausgelegt. Die Freien Wähler (FW) sehen das Thema als dringlich an, wollen „anschieben“.

„Jetzt – und nicht irgendwann“ soll eine Südumfahrung für Marktoberdorf vorangebracht werden, erklärte Landtags­abgeordneter Bernhard Pohl bei einem Pressegespräch. Es gehe darum, „neue Dynamik in das Thema reinzubringen“. An die Landespolitik solle das Signal ausgesendet werden, dass die Umsetzung der Südspange, die als Variante erstmals schon 2011 auf den Tisch kam, endlich „konkrete Formen annehme“.

Die Trägerschaft einer solchen Südumfahrung soll beim Freistaat Bayern liegen. Eine Staatsstraße sei die richtige Kategorie. Der überörtliche Verkehr werde gelenkt; zwei Bundesstraßen und eine wichtige Staatsstraße sollen über die neue Achse miteinander verknüpft werden, argumentiert MdL Pohl (Kaufbeuren) in einem Brief an Staatssekretär Josef Zellmeier vom Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr.

Der mögliche Verlauf

Beginnen soll die Trasse auf der Ostseite nördlich von Kohlhunden – an der Staatsstraße nach Seeg. Sie soll dann südlich der Hochwiesstraße bei Ettwiesen bis südlich von Thalhofen verlaufen und westlich dieses Stadtteils in die B 472 einmünden. Eine Südspange könne, so betonen auch FW-Ortsvorsitzender Harald Schmid und FW-Kreisvorsitzende Susen Knabner, den Verkehr der B 16 von und nach Füssen, der Staatsstraße nach Pfronten und Seeg sowie der Kreisstraße 23 nach Nesselwang bündeln. Dies bedeute für den Süden von Marktoberdorf und besonders für den Ortsteil Thalhofen eine Entlastung.

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Setzen als erste ihre Unterschrift unter die Petition: von vorn FW-Ortsvorsitzender Harald Schmid, Susen Knabner von den Freien Wählern Ostallgäu und MdL Bernhard Pohl. © jj

In der Petition an den Bayerischen Landtag heißt es, dass Marktoberdorf großes Wachstumspotenzial habe und mit Großindustrie (AGCO/Fendt) sowie starken mittelständischen Unternehmen samt guter Behördenstruktur zu den wirtschaftlich stärksten Kommunen im ganzen Allgäu gehöre. Überregional sei eine gute Verkehrsanbindung gewährleistet über die B 12 und die B 472.

Umso wichtiger sei es, den innerstädtischen Verkehr in der Kreisstadt zielgerichtet zu entlasten. Der Bau einer Staatsstraße im Süden sei die richtige und geeignete Lösung dafür, den überregionalen Verkehr von der Kernstadt fernzuhalten. Abgeordneter Pohl will in Sachen Südumgehung keine Zeit verlieren. „Bis 2023 müssen wir’s im Kasten haben“, betont er mit Blick darauf, dass zu dieser Zeit der vierspurige Ausbau der B 12 von Buchloe bereits bis Markt­oberdorf reichen könne. Dies würde mehr Verkehr nach sich ziehen, der nicht durch die Kreisstadt fließen, sondern um sie herumgeführt werden soll.

Keine Zeit verlieren

„Das ist dringend. Wir müssen die Sache angehen“, unterstreicht Susen Knabner (Balteratsried), die seit heuer Kreisvorsitzende der Freien Wähler im Ostallgäu ist und für den Landtag kandidiert. Harald Schmid, seit Sommer FW-Ortsvorsitzender in Marktoberdorf, gehörte schon vor sieben Jahren zu denjenigen, die eine Südspange als Variante ins Spiel gebracht hatten.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell habe im Februar 2017 angekündigt, mal dem Stadtrat den Sachstand zur Südumgehung vorzulegen. Abgesehen von einer kurzen Antwort auf der Bürgerversammlung in Thalhofen im April 2018 sei aber dazu bislang nichts aus dem Rathaus zu hören gewesen. Der neuerliche Impuls der FW sei nicht gegen Dr. Hell gerichtet; die FW sähen sich aber in der Pflicht, bei dem Thema mit anzuschieben.

„Wasserstandsmeldung“

Die Redaktion hat bei Martin Vogler vom Bürgermeisterbüro nachgefragt. Momentan könne er nicht mehr als eine „Wasserstandsmeldung“ abgeben. Wegen einer Trasse für die Südumgehung hätten Gespräche mit der Regierung von Schwaben, mit dem Landratsamt, mit dem Wasserwirtschaftsamt und mit der Deutschen Bahn stattgefunden.

Im Rathaus betraut seien damit, weil es um ein typisches Vorhaben der Bauleitplanung gehe, Marion Schmidt (Hochbau, Stadtplanung), Ralf Baur als Chef der Bauverwaltung und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Die Südumgehung könne freilich „nicht auf die Schnelle“ realisiert werden, formuliert es Martin Vogler.

jj

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