Super Aufklärungsquote

Buchloer Polizei: Sorgen bereitet die zunehmende Internetkriminalität

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Die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Buchloe ist rückläufig. Positiv ist auch, dass die Aufklärungsquote mit 74 Prozent noch nie so hoch war wie heuer. Sorge bereitet den Ermittlern aber die Zunahme an Cyberkriminalität.

Buchloe – „Die Aufklärungsrate war noch nie so hoch“. Buchloes Polizeichef Bernhard Weinberger und seine Mannschaft können zu Recht stolz sein. 74 Prozent aller Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Buchloe konnten sie 2018 aufklären.

In 823 Fällen ermittelten die Beamten und Beamtinnen der Polizeiinspektion im letzten Jahr. Das entspricht einer Abnahme von 4,3 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch leicht gestiegen war. Zwar liegt die Zahl etwas über dem langjährigen Durchschnitt von 806 Fällen. Dabei sei jedoch zu beachten, dass die Einwohnerzahl in diesen Jahren erheblich gestiegen ist, betonte Weinberger.

Trotzdem gibt es genügend Straftaten, die den Ermittlern Sorgen bereiten. Cyberkriminalität ist eines dieser Themen. „Leider nimmt diese Art von Internetdelikten ständig zu“, sagte Weinberger. In der Statistik tauchen diese Fälle aber meist nicht auf, da es sich um eine „Tatortstatistik“ handelt. Tatort ist dabei Deutschland. Oft sitzen die Täter aber im Ausland, was die Aufklärung kompliziert macht, wenn sie überhaupt gelingt. Ab 2019 soll es aber eine separate Statistik geben, die diese Fälle erfasst. Ärgerlich sind auch die Fälle von Telefonabzocke. Zielgruppe sind oft genug ältere Mitbürger. Weinberger rät, misstrauisch zu sein und im Zweifelsfall bei der Polizeiinspektion nachzufragen.

Buchloe und Umgebung sind insgesamt „eine sichere Ecke“, betonte der Polizeichef. In der Statistik taucht kein Mord auf. Allerdings gab es 19 Fälle von Gewaltkriminalität, darunter ein Totschlag und 18 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung. Im Vorjahr waren es noch 30 Fälle.

Rückläufig ist seit Jahren die Zahl der Wohnungseinbrüche. 2015 waren es noch 13 Fälle. Im abgelaufenen Jahr verzeichnet die Statistik sieben Fälle. Zwei davon konnten aufgeklärt werden. In zwei Fällen blieb es bei dem Versuch, einzubrechen.

Zwei dieser Fälle entfielen auf Buchloe. In Lindenberg gab es einen Einbruch und einen Versuch. Ebenfalls bei einem Versuch blieb es in Jengen. Ein skurriler Fall ereignete sich in Großkitzighofen. Ein Spanier war nach einem versuchten Tötungsdelikt von Augsburg mit einem gestohlenen Auto nach Großkitzighofen gefahren (wir berichteten). Dort brach er in ein Haus ein und entwendete einen Fleischklopfer. Hausbesitzer und Nachbarn überraschten den Täter und hielten ihn fest, bis die Polizei kam. In Zellerberg kam es zu einem Einbruch, nachdem ein halbes Jahr zuvor der Haustürschlüssel gestohlen worden war.

Leicht zugenommen von 34 auf 44 Fälle hat die Zahl der Fahrraddiebstähle. Allerdings konnte hier nur jeder fünfte Fall aufgeklärt werden. „Viele Menschen wissen überhaupt nichts über ihr Fahrrad“, sagte Weinberger zu unserer Zeitung. Hilfreich für die Aufklärung sei es, wenn die Radbesitzer ihre Fahrradnummer wüssten und eine ordentliche Beschreibung ihres Vehikels geben könnten. Sinnvoll sei, so Weinberger, ein Fahrradpass oder eine entsprechende App für das Handy.

45 Anzeigen gab es bei Rauschgiftdelikten. „Wir haben uns bemüht, das Dunkelfeld der Rauschgiftkriminalität etwas aufzuhellen“. Da es sich aber hier um ein reines Kontrolldelikt handelt, sage die Zahl der Strafanzeigen nichts über die real vorhandene Kriminalität aus, betonte Bernhard Weinberger gegenüber unserer Zeitung. Hauptsächlich seien es Verstöße wegen des Besitzes und Konsums von Cannabis gewesen, sagte der stellvertretende Inspektionsleiter Markus Dösinger. Heroin spielte in Buchloe kaum eine Rolle. Auch wurden keine Fälle von Beschaffungskriminalität bekannt. Die Straßenkriminalität sank 2018 leicht von 158 auf 147 Fälle. 80 Fälle davon betrafen Straßendiebstahl, 35 Straftaten waren Sachbeschädigung an Fahrzeugen.Die Gesamtzahl der Diebstähle blieb mit 199 Fällen fast konstant.

Rechnet man die Zahl der Straftaten auf die Zahl der Einwohner um, steht der Landkreis Ostallgäu sehr gut da. Auf 100.000 Einwohner gab es 3423 Fälle. Nur der Landkreis Landsberg ist mit 3333 Fällen noch etwas besser. Im gesamten Bayernland wurden 4889 Straftaten auf 100.000 Einwohner registriert. Spitzenreiter in der Bundesrepublik ist Berlin mit 14.558 Straftaten auf 100.000 Einwohner.

von Siegfried Spörer

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