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Kinotipp: "The Lego® Batman Movie"

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Die Fledermaus und die Justice League im Einsatz für die Gerechtigkeit.

Wer kennt sie nicht, die kleinen, bunten Legosteine, mit denen man unendlichen Spielspaß haben kann. Von phantastischen Bauten bis hin zu bekannten Marvel-, DC- und Disneyhelden beweist der Hersteller Lego jährlich, dass es kaum Grenzen gibt. Aber nicht nur die Figuren, sondern auch die darauf basierenden Filme und Serien erfreuen sich größter Beliebtheit. Nachdem Phil Lord und Chris Miller bereits 2014 mit „The Lego® Movie“ für Begeisterung sorgten, bringt Warner nun mit „The Lego® Batman Movie“ ein weiteres kleines Meisterwerk auf die Kinoleinwand.

Inhalt

Der Joker plant, die Herrschaft von Gotham City zu übernehmen. Mit Hilfe einer Bombe will er die dünnen Platten zerstören, auf denen die Stadt errichtet wurde. Batman gelingt es, den Plan des Bösewichts zu vereiteln. Gekränkt über die Respektlosigkeit der Fledermaus, plant der Joker einen weiteren Coup. Zur gleichen Zeit tritt Commissioner Gordon in den Ruhestand und übergibt seinen Posten des Polizeichefs an seine Tochter Barbara. Die engagierte Polizistin will Batman in den Dienst der Polizei stellen, wogegen sich dieser entschieden zur Wehr setzt. Überfordert mit der neuen Situation adoptiert er versehentlich das Waisenkind Dick. Auf Rat seines treuen Butlers Alfred übernimmt Bruce Wayne alias Batman widerwillig die Verantwortung für den Jungen. Gerade rechtzeitig erkennt er dessen Stärken, als der Joker mit einer Allianz Superschurken zurückkehrt, um seinem Erzfeind das Fürchten zu lehren.

Rezension

Die Handlung des Films ist auf dem ersten Blick einfach gestrickt und orientiert sich an den bekannten Batman-Comics und deren Verfilmungen. Regisseur Chris McKay nimmt sich noch einmal ausführlich Zeit, um Bruce Wayne alias Batman als einsamen und mürrischen Milliardär zu zeigen. Sein treuer Butler Alfred, der ihn besser versteht, als sonst ein Mensch, bringt ihn zum Nachdenken. Plötzlich wird sich die Fledermaus ihrer Bindungsunfähigkeit bewusst und erkennt, dass der Wunsch nach einer Familie wächst. Als Batman (versehentlich) ein Heimkind adoptiert, scheint die Isolation ein Ende zu finden. Und tatsächlich entdeckt Bruce, nach anfänglichen Annäherungsversuchen, in dem Jungen eine Kämpfernatur, die er sich zunutze macht.

Keine Sekunde zu spät, da Gotham City seine Hilfe braucht. Natürlich ist es wieder einmal der Joker, der Batman zu einem Gefecht herausfordert. Wie bereits im Blockbuster „Suicide Squat“ gesehen, kommt der Joker diesmal nicht alleine. Diesmal greift er mit seiner Freundin Harley Quinn und den Bösewichten der Welt an. Nur gut, dass sich Batman ebenfalls über Unterstützung freuen darf. Nicht nur sein Adoptivsohn Dick alias Robin, Butler Alfred und Barbara Gordon als Batgirl stärken der Fledermaus den Rücken, sondern auch die Justice League eilt zur Hilfe.

Auch wenn die Story aus der Feder von Seth Grahame-Smith, Chris McKenna und ihren Mitautoren von Anfang an zu erahnen ist, sorgt der Film für ausgelassene Unterhaltung. Und dies ist dem unvergleichlichen Look zu verdanken. Die Macher von „The Lego® Movie“ überlassen auch bei ihrem zweiten Geniestreich nichts dem Zufall. Mit viel Liebe zum Detail haben sie erneut eine komplette Welt, die einzig und allein als Legosteinen, -figuren und -ersatzteilen besteht, zum Leben animiert. Seien es explodierende Gebäude, knallende Schüsse oder herabfallende Gegenstände, jedes noch so kleine Detail stammt aus der Produktionslinie des Spielwarenherstellers. Die leuchtenden Spielsteine heben sich von den düsteren Kulissen ab, die selbst in 2D mit einer unglaublichen Plastizität überzeugen. Die knapp 114 Minuten vergehen wie im Flug. Die frechen und witzigen Dialoge sorgen für ausgelassenen Humor, da sie sich an die erwachsenen Kinobesucher richten, für die auch zahlreiche Verweise auf die Serien und Filme der letzten Jahrzehnte eingeflochten wurden. Zudem wird das DC-Universum mit Figuren anderer Franchises vermischt, sodass sich lustigerweise Harry Potters Erzfeind Voldemort nun auch zu Jokers Gefolge zählen darf.

Dass der Film effektiv auf das Gesamtsortiment des Steinchen-Herstellers verweist erkennt man daran, dass man spätestens nach dem Kinobesuch unbändige Lust verspürt, sich im nächsten Spielwarenladen Lego-Steine zu besorgen. Nur gut, dass Lego vorgesorgt hat und auch zum Kinostart des aktuellen Films Sets in den Handel gebracht hat. Aber nicht nur die Meute der Bösewichte wächst zusehends, sondern auch Bat­mans „Familie“, was dem Actionfilm eine emotionale Note verleiht. Dank der rasanten Kameraschwenks und -fahrten steht der Animationsfilm den aktuellen Realfilmen der Comichelden in nichts nach. Und auch der Score, der für bedrohliche Dynamik sorgt, ist unschlagbar und untermalt die Handlung bestens. Dadurch ist „The Lego® Batman Movie“ ein sehr unterhaltsamer Film für Jung und Alt, für alle Comicfans, Superheldenliebhaber und Freunde der Lego-Spielwelten.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: The Lego Batman Movie

Land: USA

FSK: 6

Regie: Chris McKay

Darsteller: Rosario Dawson, Jenny Slate, Ralph Fiennes, Zach Galifianakis, Michael Cera, Mariah Carey, Erik „GRONKH“ Range, Luke Mockridge u.a.

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