Rotary Club Kaufbeuren-Ostallgäu unterstützt Kindergartenbau in Nepal

Eine Superspende für Supertecture

Rotary Clubpräsident Bertram Mooser (hinten, re.) und Till Gröner (2. v. li.), Gründer von Supertecture. Kaufbeuren-Ostallgäu.
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In der Werkschau ehrenamtlicher Architektengruppe überreicht Rotary Clubpräsident Bertram Mooser (hinten, re.) einen symbolischen Spendenscheck an Till Gröner (2. v. li.), Gründer von Supertecture. Damit bauen die ehrenamtlichen Architekten einen Kindergarten in Nepal.
  • Selma Höfer
    VonSelma Höfer
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Kaufbeuren – Für den Ausbau ihres Hauptquartiers erhielt „Supertecture, eine gemeinnützige Architekturinitiative mit Sitz in Kaufbeuren, bereits eine Finanzspritze vom Rotary Club (RC) Kauf­beuren-Ostallgäu. Doch damit war es nicht getan. Die Clubmitglieder vervierfachten diesen ersten Betrag. Mit 20.000 Euro unterstützen sie den Bau eines Kindergartens im krisengebeutelten Nepal. Die nepalesische Gemeinde Dokhsan ist seit einigen Jahren Partnerin von Supertecture. Die ehrenamtlichen Architekten nutzen die Spende des RC dazu, den bereits länger geplanten Bau zu realisieren. 

Die Übergabe der Spende, das teilte kürzlich Clubmitglied Dr. Sylvia Heudecker mit, fand bereits im späten Herbst des vergangenen Jahres statt. Den passenden Rahmen bildete die Vernissage zur Werkschau über das Wirken von Supertecture im Stadtmuseum Kaufbeuren (der Kreisbote berichtete mehrfach). Es war Clubpräsident Bertram Mooser, der Supertecture-Gründer Till Gröner mit dem symbolischen Spendenscheck überraschte. 20.000 Euro übergab Mooser im Namen des RC für den Kindergartenbau in Nepal. „Wir haben das schön gefeiert“, ist Gröner noch immer glücklich über die große Spende.

Großes Vertrauen in Supertecture

Mit dieser Geste zeigen die Mitglieder des Clubs auch großes Vertrauen in die Arbeit und Absichten der Architekten: „Sie haben uns das gegeben, frei nach dem Motto: ‚Ihr werdet das schon gut machen.‘“, ist Gröner beeindruckt. Denn es gebe noch keinen Bauplan oder eine fertige Projektausgestaltung für das Gebäude, erklärte Gröner im Gespräch mit dem Kreisbote. „Diese Spende ist deshalb besonders, weil wir dem Rotary Club nicht genau darlegen können, was für ein Gebäude wir mit dem Geld bauen werden. Der Entwurf aus umweltfreundlichen, lokalen und nachhaltigen Materialien entsteht erst vor Ort in Nepal“, so Gröner. Selbstverständlich ist die Summe aber an den Bau dieses Kindergartens gebunden.

Im März, so berichtete der Supertecture-Gründer, werden er und ein Architekten-Team nach Nepal reisen. Das Gebäude wird dann in Angriff genommen. „Die Entstehungsgeschichte ist fast das Wichtigste, damit es gemeinsam mit den Menschen dort geschieht.“ Doch Supertecture hilft nicht nur mit dem Bau von Gebäuden, „wir haben auch einen großen Bildungsauftrag“.

Architektur als „Super-Kraft“

Der Kontakt zwischen den Architekten und dem RC entstand während der ersten Welle der Corona-Pandemie. „Ich habe mich beim Rotary Club gemeldet“, sagte Gröner. Daraufhin stellte er mit einem Online-Vortrag die ehrenamtliche Initiative der Architekten und anderen Freiwilligen vor, die sich auf solche Bauvorhaben konzentrieren. Die Idee, dass Architektur eine „Super-Kraft“ sei, übersetzte er dabei in Fotos von bereits errichteten Gebäuden und überzeugte die Mitglieder des RC, wie Sylvia Heudecker im Namen des Clubs.

Eine erste Spende von 5.000 Euro machte der RC bereits nach dem ersten Besuch in der „Lilly“ in Kaufbeuren, dem Haus, in dem sich ehemals „Hobby Lill“ befand. Die „Lilly“ dient als internationale Supertecture-Zentrale. „Mit dieser Spende konnten wir in unserem Hauptquartier eine Brandschutzdecke einbauen“, so Gröner.

Viele Mitglieder helfen zusammen

Die Summe von 20.000 Euro konnte der Club aufbringen, weil viele zusammen halfen: Aus dem Nachlass von Thomas Seibert stammten 5.000 Euro, über deren Verwendung der Club frei bestimmen konnte. 9.000 Euro steuerten ein Clubmitglied und dessen Familie als private Zuwendung bei. Aus einer Aktenentsorgung, für die der RC Kaufbeuren-Ostallgäu bekannt ist, stammen 4.400 Euro. Für die fehlenden 1.600 Euro öffneten die Freunde ihre Clubkasse.

Über die großzügigen Mittel freuten sich die jungen Baufachleute außerordentlich: „In diesem Jahr wird auch unsere gemeinnützige Lodge in Nepal fertig – dann laden wir alle Kaufbeurer herzlich auf einen Besuch in ‚unserem‘ Bergdorf ein“, freut sich Till Gröner über die Entwicklung des Projekts. Zur Spende könne er immer wieder nur eines sagen: „Danke!“ Denn Supertecture baut mit jungen Architekten aus aller Welt ehrenamtlich. „Niemand bekommt auch nur einen Cent Gehalt.“

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