Oberbürgermeister Stefan Bosse lässt SVK-Traum vom Kunstrasenplatz platzen

Wir können nicht alle Träume erfüllen

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Auch wenn nicht alles nach Wunsch lief, herrschte große Freude über einen gelungenen SVK-Abend: Der Vorstand des Fördervereins mit Tina Plischke, Jens-Uwe Homann, Achim Meirich, Pia Kiffe, Hans Haumayr, Rudolf Schnippe und Heinz Burzer.

Kaufbeuren – „Alle Vereine pochen darauf, fair behandelt zu werden, aber wir können nicht alle Träume in Erfüllung gehen lassen“, sagte OB Stefan Bosse beim Neujahrsempfang der SVK. Damit erteilte er den zuvor durch Vorstand Heinz Burzer und Mannschaftsführer Benjamin Kleiner geäußerten Wünschen nach einem Rasenplatz eine klare Absage.

Ein wenig Träumen ist am Anfang eines neuen Jahres durchaus gestattet. Das dachte sich auch der geschäftsführende Vorstand Heinz Burzer beim traditionellen Neujahrsempfang der Spielvereinigung Kaufbeuren (SVK). Er nahm seinen Verein und die anwesenden Gäste mit auf eine Traumreise „im neuen Jahr in eine neue Zeit“ – die allerdings einen durchaus realen Hintergrund hat. Die Träume ließ Oberbürgermeister Stefan Bosse allerdings platzen, was im Nachgang für Unmut im Verein sorgte. Von den Möglichkeiten in der Nachwuchs- förderung im Juniorenfußball handelte der Vortrag von Fußballlehrer Erich Rutemöller als Hauptredner. Die Stadtspitze und mehrere Stadträte sowie einige Sponsoren waren der Einladung von Vorstand mit Beirat und Förderverein gefolgt. 

In seiner Begrüßung gab Burzer zunächst einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Unter anderem führte er die nochmals verbesserte Trainerausbildung an, die auch soziales Engagement einschließt. Das erstmalig nach FIFA-Regeln durchgeführte Hallenfußball-Turnier sei „toll“ gewesen. Mit Stolz blickte er auf die 17 Jugendmannschaften, davon drei bei den Mädchen. Der Förderverein leiste mit „Vereint in Bewegung“ großartige Integrationsarbeit, wobei auch andere Vereine davon profitierten, wie beispielsweise beim entwickelten „Suchtkoffer“. 

Projekte und Träume 

„Wir spielen das, was wir uns leisten können“, sagte der Vorsitzende in seinem Ausblick. Man sei zufrieden mit dem Klassenerhalt, „oder auch höher“. Ein Projekt soll mit der Schiedsrichterausbildung den derzeit einzigen vereinsinternen Mann in Schwarz verstärken. Ein anderes Vorhaben unter dem Namen „FC Asyl“ soll Asylanten vermehrt in den Sport einbinden und auch der Talentsuche dienen. In einem Traum skizzierte die Vorstandsspitze die derzeitige – in vielen Belangen unbefriedigende - Infrastruktur am Stadion. Sein Traum: ein zweigeschossiger Neubau über dem Eingangsbereich von den Garagen zur ehemaligen Gastronomie „und ganz hinten sehen wir einen Platz mit Kunstrasen“. Die im Neubau entstehenden Geschäftsbereiche könnten nach seinen Worten dann acht Stunden am Tag von allen möglichen Vereinen zentral genutzt werden. Einen Traum hatte auch Mannschaftskapitän Benjamin Kleiner. Auf charmante Art trug er dem OB die Bitte vor, einmal über die Anschaffung eines Kunstrasens für den SVK nachzudenken. „Das würde den Verein mit seinen vielen Mannschaften weiterbringen“, so Kleiner. Neben dem ESVK habe auch der SVK im Spielbetrieb seine Probleme und „es wäre schön, wenn man da in absehbarer Zukunft eine Lösung finden könnte“. 

Absage 

Oberbürgermeister Stefan Bosse erteilte in seinem Grußwort den vorgetragenen Wünschen gleich eine klare Absage. Er sehe zwar Handlungsbedarf, doch es könne keine Privilegien für die SVK geben. „Ich erwarte Solidarität unter den Vereinen“, so der OB, „wir brauchen eine schlanke Lösung für die Eishalle und zusätzliche Hallenkapazität.“ Zunächst werde in der Turnerstraße in Neugablonz ein Platz mit Beleuchtung ausgerüstet, dessen Spielfeld dann stärker ausgelastet und strapaziert sei. „Wenn wir irgendwann einen Kunstrasen machen, dann findet das zunächst dort statt“, begründete Bosse. Aus Sicht der Mannschaft irritierend, da sich in der Turnerstraße bereits ein vollwertiger Kunstrasenplatz befindet. 

Basis im Kindergarten 

Ehrengast Erich Rutemöller erläuterte in seinem Vortrag die Entwicklung im deutschen Fußball seit dem Jahr 2000. Nach dem desaströsen Abschneiden der Nationalelf sei eine komplett neue Organisation aufgebaut worden. Ein Schwerpunkt darin ist die Trainerausbildung. „Der Trainer ist der Schlüssel“, so der ehemalige Bundesliga-Coach. Bereits im Kindergarten müsse die Basis für motorische Eigenschaften und koordinierte Bewegung gelegt werden. „Möglichst viel Spaß durch Motivation und Wettspiele als Prozess – nicht als Resultat“, so ein Fazit des früheren Dozenten der deutschen Sporthochschule. Auf eine Frage zum Profifußball sagte der Fußballlehrer: „Jeder Spieler hat die Möglichkeit Profi zu werden, denn für ein Genie braucht es 40 Prozent Inspiration und 60 Prozent Transpiration.“ 

Mit launigen Worten moderierte Beiratssprecher Rudi Schnippe das Programm, welches von den Geschwistern Jüngling musikalisch umrahmt wurde. von Wolfgang Becker

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