Diesjähriges Motto: „700 Jahre Ersterwähnung Blasiuskirche“

Tänzelfest im Eisstadion eröffnet

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Einmarsch von Dirigent Wolfgang Wagner und der Tänzelfest-Kapelle.
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von links: der evangelische Pfarrer Alexander Röhm, der katholische Stadtpfarrer und diesjährige Schirmherr Bernhard Waltner und der altkatholische Pfarrer Holger Laske beim ökumenischen Gottesdienst.
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von links: Irmgard Ernszt, Horst und Rosemarie Lauerwald vom Tänzelfestverein, Thomas Garmatsch (Kulturwerkstatt), OB Stefan Bosse mit Begleiterin Katja Brauner, fast verdeckt Christian Mayer (Tänzelfestverein).
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Der evangelische Pfarrer Alexander Röhm und der altkatholische Pfarrer Holger Laske beim Kindersegen.
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Der evangelische Pfarrer Alexander Röhm und der altkatholische Pfarrer Holger Laske beim Kindersegen.

Kaufbeuren – Es war eine weise Entscheidung, die Tänzelfesteröffnung wegen des unsicheren Wetters erstmalig in die neue Erdgas Schwaben Arena zu verlegen. Das in der Hälfte unterteilte Stadion fasste rund 1200 Besucher, das entspricht etwa der Größe des Tänzelfestrondells.

Nach dem Einmarsch von Dirigent Wolfgang Wagner und der Tänzelfest-Kapelle, welche dann die Kirchenlieder begleitete, wurde mit der gewohnten ökumenischen Andacht Gottes Segen erbeten. Anschließend erteilten der evangelische Pfarrer Alexander Röhm, der katholische Stadtpfarrer und diesjährige Schirmherr Bernhard Waltner und der altkatholische Pfarrer Holger Laske den Kindersegen. Mimi Gnedel-Hahn hatte ihre 44. Tänzelfestfanfare mit dem Thema „1319“ und einem jubelnden Halleluja komponiert. Zum Dank erhielt sie von Oberbürgermeister Stefan Bosse wie jedes Jahr einen Blumenstrauß. Die neue Fanfare wurde von Wolfgang Gerl mit dem Blechbläser-Ensemble Kaufbeuren dargebracht.

Das Stück zum Fest-Motto stammt wie seit Jahren von Rosemarie Lauerwald und wurde von der Kulturwerkstatt einstudiert: In der vor 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnten Blasiuskirche gaben Jogi Kustermann (Gesang) und Patrick Riedle (Solo-Trompete) das Bach/Gounod’sche „Ave Maria“ zum Besten, begleitet von Magdalena Simms „Streichhölzern“. Ein Zuhörer (Jobran Abouerar) verschlief laut schnarchend das Konzertende. Schlag Mitternacht stieg Sankt Blasius (Raphael Gaumann) aus seinem Bilderrahmen. Er finde, wie er sagte, keine Ruhe, weil er „auf der ganzen Welt als Reliquien verstreut“ worden sei. Die beiden Folterknechte (Jakob Adolf und Jan-Luca Ansorge), denen der Bischof von Sebaste sein Martyrium verdankt, müssen mit ihm so lange spuken, bis der Körper des Heiligen wieder vollständig ist. Die drei Geister nahmen den Schläfer im Traum auf eine Zeitreise mit und zeigten ihm zunächst die „allerhübschesten Jungfrauen“ ihrer Zeit – die gotischen Blumenmädchen. Deren anmutiger Reigen mit den bebänderten Blumenkörben heimste verdienten Applaus ein, obwohl der Schläfer respektlos kommentierte „Das ist ja wie bei uns beim Tänzelfest – also nichts Besonderes“. 

Geradezu enthusiastisch bejubelt wurde der Blick auf das „Tänzelfest in 100 Jahren – nur noch im Eisstadion“, den die Geister dem Schläfer nach den Jonglage-Akten der Compania Gioccolari vermittelten: Kaiser (Vinzenz Wildung, der echte Tänzelfest-Kaiser) und Kaiserin (Hanna Ernst) rollten mit Sturzhelmen auf Segways in die Arena. Sie rappten den Einzugstext, und die Kinder wurden auf Gepäckwägen am Publikum vorbeigefahren, weil sie nicht mehr laufen wollten. Entsetzt fiel der Schläfer auf die Knie: „Liebe Bürger von Kaufbeuren, lasst das bitte niemals wahr werden! Niemals!“ Danach erhielt der Auftritt der kleinen Landsknechte ebenfalls reichlich Beifall. Da sie für „Brandschatzen und Plündern und Frauen missbrauchen“ etwas zu jung schienen, erhielten sie wenigstens den Blasius-Segen. Dazu stimmte Kustermanns neunköpfiges Vokalensemble „Quintensprung“ lateinische Gesänge an. Nun zog ein in der Sänfte getragener Kardinal ein, gefolgt von zwei Ablassverkäufern und neun Nonnen (Kulturwerkstatt), die „des Halleluja so wunderbar gsungen ham, dass mi glei gfrorn hat“. Das fand nicht nur Tänzelfest-Chef Horst Lauerwald, auch das Publikum war begeistert. Als dann die Glocke ein Uhr schlug, freute sich der erwachte Schläfer richtig aufs Tänzelfest, in welchem unsere Geschichte immer wieder lebendig wird.

Zum Abschluss sprach OB Bosse mit „Schwester Frieda“ und allen Mitwirkenden, die sich dazu mit großen und kleinen Luftballons versammelt hatten, die obligatorischen Worte: „Das Tänzelfest 2019 ist eröffnet!“ Und zusammen mit dem stehend klatschenden Publikum sangen sie „Buron am Wertachstrand“.

von Ingrid Zasche

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