Tänzelfestverein geehrt für Kaufbeurens "fünfte Jahreszeit"

Kulturpreisträger steht fest

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Tausende Kinder sind jährlich beim Tänzelfest als Teilnehmer oder Zuschauer mit dabei. Der Tänzelfestverein als Veranstalter hat jetzt den Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren erhalten

Kaufbeuren – Den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren im Jahr 2015 erhält der Tänzelfestverein Kaufbeuren e.V. in Form des Jörg-Lederer-Preises für Heimatpflege. Dies gab Günther Pietsch von der Kulturförderung der Stadt jetzt bekannt. 

Beschlossen hat die Preisvergabe der Stadtrat in seiner Sitzung vor wenigen Tagen. Der Stadtrat wolle mit der Würdigung des Tänzelfestvereins nicht nur „Planung und Durchführung eines traditionsreichen Kinderfestes mit überregionaler Strahlkraft ausgezeichnet wissen“, sondern habe vor allem auch das „stete Bestreben des Vereins, dem Fest neue Impulse zu verleihen“, im Blick gehabt. Durch „Sensibilität für neue Strömungen“ habe der Verein das stete Bestreben, das zeitgemäße Erscheinungsbild des Tänzelfestes zu erhalten. 

In der Preisvergabe drücke sich gleichzeitig der Wunsch des Stadtrates aus, das Tänzelfest in seiner Binnenwirkung „wie bisher auch künftig als tolerantes, identitätsstiftendes und integrierendes Kulturereignis behutsam weiterzuentwickeln“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Stadt. Horst Lauerwald, Vorsitzender beim Tänzelfestverein, erklärte auf Nachfrage des Kreisbote, der Preis sei eine „ganz große Ehrung“ für die Tätigkeit der Mitglieder. 

„Der Kulturpreis und speziell auch der Jörg-Lederer-Preis geht ja an Einzelpersonen oder Institutionen, die für die Öffentlichkeit etwas tun und sich um die Kultur verdient gemacht haben. Dass wir ausgewählt wurden, ist ein tolles Kompliment, sowie eine Verpflichtung für uns, auch weiterhin unser Bestes zu geben“, betont Lauerwald. 

Dass der Stadtrat laut seinen Informationen einstimmig dem Preisträger Tänzelfestverein zugestimmt habe, zeige den großen Rückhalt, den der Verein bei Stadt und Bürgern genieße. Lauerwald hatte selbst erst am vergangenen Samstag von der Verleihung des Preises erfahren – was man mit den 2000 Euro Preisgeld konkret anfange, wisse man daher noch nicht. „Das muss erst im Verein besprochen werden“. 

Der Tänzelfestverein im Wandel der Zeit 

Der Tänzelfestverein Kaufbeuren wurde im Jahr 1898 unter dem Namen „Verein zur Hebung des Tänzelfestes“ gegründet. Nach dem 1. Weltkrieg konzipierte der Verein das Fest neu: Es verlor einen Teil seines militärischen Charakters und wurde „paritätisch“, das heißt, es durften katholische und protestantische Kinder mitmachen. 

Nach Vorstand Rudolf Werz, der bis 1927 als Vorstand fungierte, überstanden Tänzelfestverein und -fest laut Günter Pietsch auch die national-sozialistischen Wirren „weitgehend unbeschadet“ – die Zerstörung des „Tänzelhölzles“ zugunsten eines Flugplatzes 1937 habe allerdings einen herben Rückschlag bedeutet. Am 12. November 1947 gründete sich der Tänzelfestverein auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Dr. Georg Volkhardt neu. 

Vor allem unter dem Vorsitzenden Walter Werz veränderte sich das Fest ab dem Jahr 1952 zusehends: „Die ,Maximilians-Gruppe’ mit Spielszenen kam hinzu, der Zug erweiterte sich, der Festplatz an der Wertachschleife entstand, die Eröffnungsfeier wurde variiert“, so Pietsch. 

Mit der Eingliederung des Lagerlebens 1990, dem Ausbau des Markttreibens und vielen anderen Entwicklungen schrieben auch die Vereinsvorsitzenden der jüngeren Zeit Max Schiffmann (1982-2001), Manfred Eckhardt (2002-2006) und Horst Lauerwald (seit 2006) die Tradition bis heute fort. 

Der Kulturpreis 2015 der Stadt Kaufbeuren 

Zur Wahl des Kulturpreisträgers 2015 konnten Bürger der Stadt im Januar wieder Vorschläge einreichen. 31 gültige Einsendungen für insgesamt 26 Kandidaten gingen diesmal ein. Der seit 1979 vergebene Preis kann in sechs Sparten vergeben werden und ist mit 2000 Euro dotiert. Bisher wurden der Peter-Dörfler-Preis für Literatur, der Ludwig-Hahn-Preis für Musik und der Jugendkulturpreis neun Mal, der Jörg-Lederer-Preis zehn Mal sowie sowie der Hermine-Körner-Preis für Darstellende Kunst zweimal verliehen.

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