"Plan B – Scheiss auf Plan A" - ab 8. Juni im Kino

"Unfälle sind Berufsrisiko"

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Sandy Kolbuch (v. li.) mit Eugene, Can und Cha-Lee.

Action-Filme leben von ihren Stunt-Szenen, die erfahrene Kämpfer im Hintergrund vollführen. Tänzer Eugene Boateng und die Stuntmen Can Aydin, Phong Giang, Cha-Lee Yoon, die schon in vielen internationalen Produktionen für Spannung sorgten, bringen am 8. Juni nun ihren ersten eigenen Film „Plan B – Scheiss auf Plan A“ auf die Kinoleinwand. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf die Jungs in ihrer Trainingshalle in Berlin.

Euer Film sieht klasse aus. Er hat mich an Jackie Chan erinnert. Can, Du hast schon einmal mit Jackie Chan zusammengearbeitet. Was hat es mit dem Hongkong-Rhythmus auf sich?

Can: Das ist ein sehr schneller, energetischer Rhythmus. Ich würde mir anmaßen zu sagen, dass er realitätsnahe ist. Man sieht es bei den Kämpfen, die sehr schnell und energetisch sind, wenn es darum geht, den Gegner möglichst schnell k.o. zu schlagen. Unsere Kämpfe gehen nicht 40 Sekunden, sondern dauern drei bis vier Minuten.

Wie lange habt ihr trainiert?

Cha-Lee: Wir trainieren ja eigentlich schon unser ganzes Leben lang Kampfsport. Für Filme muss man spezifisch anders trainieren. Für den Film an sich haben wir vielleicht drei Wochen choreographiert und mit den Stuntleuten alles eingerichtet.

„Plan B – Scheiss auf Plan A“ ist Euer erster eigener Film. Wer hatte die ausschlaggebende Idee und wer war die treibende Kraft?

Phong: Alle waren die treibende Kraft. Weil es ein Herzblutprojekt war, waren alle mit viel Energie dabei.

Can: Für uns drei begann die Reise schon früher und wir haben gemeinsam an großen und internationalen Projekten gearbeitet. Cha hat bei „Skyfall“, „Triple X“ und „Marco Polo“ mitgearbeitet. Irgendwann dachten wir uns, warum machen wir nicht unseren eigenen Film.

Eugene, wie bist Du dazu gekommen?

Eugene: Durch den Tanz. Wir haben uns bei Tanz-Jobs kennengelernt und uns ausgetauscht, was wir machen und erreichen wollen. Wir haben immer zusammen geträumt und hatten eine Abmachung, uns gegenseitig einzubauen, wenn wir die Chance haben. Irgendwann kam Phong auf mich zu und erzählte mir, dass es eine Möglichkeit gibt, einen Film zu drehen und fragte, ob ich dabei bin.

Cha-Lee: Als Stuntmen sind wir Dienstleister. Da können wir uns nicht so austoben, wie wir wollen. Jetzt hatten wir die Möglichkeit und haben uns ausgetobt.

Habt ihr auch am Drehbuch mitarbeiten können?

Can: Ich habe an einer Story mit den Jungs geschrieben. Die haben wir gepitscht und dann zusammen mit dem Drehbuchautor Rafael Alberto Garciolo dran geschraubt und daraus entstand dann „Plan B – Scheiss auf Plan A“.

Wird es „Plan C“ geben?

Cha-Lee: Wir arbeiten dran.

Can: Wäre cool.

Welche Projekten stehen ansonsten an?

Can: Wir haben weitere Projekte abgedreht und sind gerade dabei, hier in der Halle ein Projekt für den asiatischen Markt vorzubereiten.

Gab es schon einmal eine Situation, die Eure Grenze überschritten hat?

Cha-Lee: Wenn der Stuntcoordinator etwas von dir verlangt, sagt man selten nein. Man muss schon immer Gas geben. Der Stuntcoordinator hat immer ein Auge drauf und macht es so sicher wie möglich. Unfälle passieren immer mal wieder, aber das ist das Berufsrisiko.

Gab es schon einen gravierenden Unfall bei Euch?

Phong: Bei „Plan B“ bin ich k.o. gegangen. Ich habe einen Fuß nicht kommen sehen und dann lag ich 30 Sekunden mit offenen Augen auf dem Boden und sah nur noch die Decke. Auf einer Schmerzensskala von 1 bis 10 war es eine 8 mit Tendenz zur 9. Man muss da die Zähne zusammenbeißen.

Cha-Lee: Wir waren während des Drehs alle krank. Aber, wenn wir das Zeitpensum durchziehen wollen, heißt es Zähne zusammenbeißen und durch.

Hut ab vor Eurer Leistung und hoffentlich „Plan C“ im Kino!


Hier geht's zum coolen Live-Video mit den drei Jungs!


Zu den Personen:

Can Aydin (*1985), der von Filmen wie „Rocky“ beeindruckt war, begann schon früh verschiedene Kampfsportarten zu trainieren. Nach dreieinhalb Jahren am Theater stand er bei Filmen wie „Red Sparrow“, „Hitman: Agent 47“ oder „Cloud Atlas“ vor der Kamera. Für „Around The World In 80 Days“ gehörte er zum Stunt-Team von Jackie Chan.

Cha-Lee Yoon (1985*) ist seit seiner Kindheit begeistert von Action-Filme und entwickelte schon in frühen Jahren selbst Kampfszenen. Bereits mit drei Jahren trainierte er Taekwondo. Als professioneller Stuntman trat er unter anderem in „Skyfall“ und „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ auf.

Phong Giang (*1985) begann mit acht Jahren Akrobatik zu trainieren. Nach vielen Erfahrungen in Shows und Liveauftritten wurde er professioneller Stuntman. Als Stuntperformer wirkte er bei Filmen wie „Renegade“, „2017“ und „Cloud Atlas“ mit. Als Darsteller stand er bei der Netflix-Serie „Marco Polo“ vor der Kamera.

Eugene Boateng (*1985) sammelte schon früh durch die Einflüsse seines sozialen Umfelds Erfahrungen als Tänzer. 2006 gewann er den „Viva Dance Star“. Er wurde für Musikvideos von Stars wie Jan Delay oder den No Angels gebucht und tourte als Tänzer mit Beyoncé. Als Schauspieler stand er mehrfach vor der Kamera, zuletzt 2015 für „Becks letzter Sommer“.

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