Neugablonzer Wappenbaum wird restauriert

Nicht mehr standsicher

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Arbeiter vom städtischen Bauhof waren dieser Tage damit beschäftigt, den Wappenbaum vor dem Gablonzer Haus samt Wappenschildern abzubauen, da dieser dringend restauriert werden muss.

Neugablonz – „Was passiert mit unserem Wappenbaum, verschwindet er aus unserem Ortszentrum?“ – Diese und ähnliche Fragen musste in den vergangenen Tagen Gisela Kollmeder von der Initiative Neugablonz (IN) immer wieder beantworten.

Der Grund: Ein Wahrzeichen von Neugablonz wurde vor wenigen Tagen vom städtischen Bauhof abgebaut. Ein Stück Heimat und Erinnerung ans Isergebirge, wie Peter „Pief“ Ullmann dem Kreisboten erklärte. Seine Mutter, Rosa Ullmann, die damalige Betreuerin der Ortsgemeinschaft Morchenstern, hatte sich zusammen mit Lothar Seidel von der IN Ende der 1970er Jahre für dieses Projekt eingesetzt, das dann 1980 verwirklicht werden konnte. 

Seitdem grüßten die insgesamt 34 Wappen der Gemeinden aus dem Kreis Gablonz an der Neiße und weiterer bedeutender sudetendeutscher Städte vor dem Gablonzer Haus aus luftiger Höhe. Wind und Wetter hatten nun in all den Jahren an den Wappenschildern „genagt“, sodass diese nicht mehr standsicher waren und somit eine Gefahr für Fußgänger und den Verkehr darstellten. Ein Abbau des kompletten Baumes, sowie eine Instandsetzung und Restaurierung war nicht mehr zu umgehen.

Zunächst hatte man 1980 eine Holzkonstruktion verwendet, die sich aber als „nicht standfest“ entpuppte und 1986 bei einem Sturm umfiel. Damals kam niemand zu Schaden und so wurde dank zahlreicher Spenden daraufhin ein verzinkter Mast aufgestellt. Dies war auch notwendig, da sonst eine Aufstellung aus versicherungstechnischen Gründen nicht mehr möglich gewesen wäre. 

Im Rahmen der Umgestaltung des „Bürgerplatzes“ (wobei man auch mehr Raum für den Neugablonzer Wochenmarkt schaffen wollte) stand vor zwei Jahren zur Debatte, den Wappenbaum zu entfernen und anderenorts wieder aufzustellen. Dieses Ansinnen vonseiten der Stadt stieß aber auf strikte Ablehnung der Neugablonzer, die ihr Wahrzeichen am angestammten Platz unbedingt behalten wollten. Wie Kaufbeurens Baureferent Helge Carl versicherte, wird der Stadtrat im Zuge der Neugestaltung des Vorplatzes am Gablonzer Haus über eine Neuaufstellung beraten und „mit Sicherheit eine Lösung gefunden, um den Baum vielleicht etwas versetzt”, in „neuem Glanz“ wieder am Bürgerplatz aufzustellen. 

Die IN war bisher Eigentümerin des Baumes. Da aber die Kosten für eine Instandsetzung einschließlich Versicherung und sonstiger Unterhaltskosten, wie IN-Vorsitzende Gisela Kollmeder erklärte, nicht mehr aufgebracht werden konnten, erklärte sich die Stadt bereit, den Baum in ihr Eigentum zu übernehmen. Sylvia Pohl vom Stadtteilbüro Neugablonz hatte daraufhin einen Kontakt zur Germaringer Künstlerfamilie Schicht hergestellt, die nun diese recht aufwändigen Restaurierungsarbeiten an den Wappenschildern übernehmen wird. 

Die Tafeln sollen zunächst in der ehemaligen Schlosserei vom Gablonzer Siedlungswerk in der Bürgerstraße gelagert und Anfang nächsten Jahres restauriert werden. Gisela Kollmeder ist der Stadt, wie sie betonte, „sehr dankbar“, dass diese ob seiner besonderen Bedeutung den Wappenbaum in ihre Obhut nimmt. 

Und so warten die Neugablonzer Bürger schon jetzt mit einer gewissen Ungeduld auf den Tag, an dem „ihr Wappenbaum“ wieder seinen angestammten Platz, als beliebtes Fotomotiv der zahlreichen Besucher und Gäste, erhält. von Klaus-Dieter Körber

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