Tagesstätte des BKH Kaufbeuren feiert sein 20-jähriges Jubiläum

Eine Oase für die Seele

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Stefanie Gottlieb (li.), neue Leiterin der Tagesstätte, und Achim Crede blickten auf 20 Jahre „Rösslehaus“ zurück.

Kaufbeuren – Schon seit 20 Jahren gibt es die Tagesstätte für seelische Gesundheit „Im Rösslehaus“ in Kaufbeuren. Anlässlich dieses Jubiläums fand vergangene Woche eine Feier in familiärem Rahmen mit den Leitern, Mitarbeitern und Bewohnern statt, wo man die (Entstehungs-)Geschichte und Bedeutung der Tagesstätte Revue passieren ließ. Auch Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse würdigte die Einrichtung mit Worten des Lobes.

Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, erinnerte in seinem Grußwort an die Anfänge der Tagesstätte im Februar 1997, die als „Hardcore-Einrichtung“ schwer kranke Menschen beherbergte. Von Oberarzt Christian Schanze, der damals im BKH tätig war, stamme das Konzept mit dem Ziel, die effizientesten Mittel zu finden, um psychisch kranken Menschen außerhalb von Kliniken helfen zu können, sie aus der Hospitalisierung zu holen und niederschwellige Unterstützung zu bieten.

Geschäftsleiter von Wohnen und Fördern Gerhard Becker hob das „leckere Essen“ und die „gute Stimmung“ in der Tagesstätte hervor. Der dortige Aufenthalt stehe für eine (wieder-)gewonnene „Sinnhaftigkeit“, Räume, in denen man arbeiten, einander auf Augenhöhe begegnen und Zeit miteinander verbringen kann. Becker zitierte dazu die Worte des ehemaligen US-Präsidenten Harry S. Truman: „Wir wissen, dass die Begriffe Arbeit und Menschenwürde nicht sentimentale Utopien sind, eitle Hoffnungen oder rhetorische Schnörkel. Sie sind die stärksten und schöpferischsten Kräfte der ganzen Welt“. Das Augenmerk solle darauf gerichtet sein, die Individualität, das Außergewöhnliche am Menschen zu wahren, nicht „immer gleicher werden zu wollen“, gab Becker zu bedenken.

OB Bosse knüpfte an die Einzigartigkeit der Einrichtung an; er schätze sie als „Insel und grüne Oase“, einen ebenso schönen wie abgeschiedenen Ort und „Terra incognita“ mit geheimnisvollem Charakter. Bosse unterstrich die hohe Aufenthaltsqualität der Tagesstätte, in der man Ruhe und Frieden genauso wie Struktur finden könne, und stellte die Ent­hospitalisierung als „Markenzeichen von Kaufbeuren“ heraus; eines, auf das man „mit Stolz blicken“ könne.

Auch Heimleiter Achim Crede pflichtete dem bei; es wehe „ein guter Geist“ im „Rösslehaus“.

Die Bewohnern können ihre Fähigkeiten ausprobieren und erweitern, etwa beim Arbeiten mit Holz.

Stefanie Gottlieb als neue Leiterin der Tagesstätte gab Eindrücke in das gemeinsame Leben, das ein wichtiger Aspekt sei, um „der Vereinsamung des Einzelnen“ entgegenzuwirken. Zum Konzept der Tagesstätte zähle der Aufbau von sozialen Kontakten, ein eigenständiger und verantwortungsvoller Umgang mit sich selbst und die berufliche Integration: So stünde den Bewohnern Raum zur Verfügung, ihre Fähigkeiten auszuprobieren und zu erweitern, sich in Holz – und Kreativarbeiten einzubringen, und beim Sport, Kochen oder im Garten aktiv zu werden. Auch gemeinsame Ausflüge stünden auf dem Programm. Gottlieb führte durch die erneuerten Räume der Einrichtung in frischen, hellen Farben, wie einem Raum für Einzelgespräche, dem Aufenthaltsraum und das Café Dora.

Nicht zuletzt waren auch Stimmen aus den Reihen der Bewohner des „Rösslehaus“ zu hören, die das gute Klima und die Hilfe, die ihnen bei der seelischen Genesung zuteil wurde, selbst bestätigen konnten.

von Mahi Kola

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