Wer hier Staub aufwirbelt...

Tempolimit am Marktoberdorfer Langweg soll Beeinträchtigung durch Lkws mildern

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Keine Ruhe für die Anwohner am Langweg. Regelmäßig passieren hier die Lkws auf dem Weg zur nahe gelegenen Kiesgrube. Jetzt soll ein Tempolimit helfen.

Marktoberdorf – Zum wiederholten Mal haben sich Anwohner des Langwegs und des nahe gelegenen Wohngebiets entlang des Bahngleises über den regen Lkw-Verkehr in Richtung Kiesgrube und Bio-Gasanlage beklagt. Mit viel Staub im Schlepptau, laut, zu schnell und meist bedrohlich – so werden die Schwerlastfahrzeuge von den Anwohnern wahrgenommen.

Im Protokoll eines Bürgers vom 25. März wurde die Lkw-Frequenz über mehrere Stunden mit durchschnittlich 60 Fahrzeugen pro Stunde angegeben. Auch die Stadt zählte daraufhin bis zum 14. April die Lkws und maß ihre Geschwindigkeit. Sie kam zu folgendem Ergebnis: Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller gemessenen Fahrzeuge lag in den ersten Tagen bei 38 Kilometer pro Stunde und somit über dem erlaubten Tempo 30. Die Anzahl der gemessenen Lkws lag pro Tag zwischen 60 und 180.

Grund genug für die Stadt zu reagieren, wenngleich eine befriedigende Lösung für alle Seiten in weiter Ferne ist. Denn der Langweg mit seinem beschränkten Bahnübergang dient als einzig mögliche Zufahrt zu den benachbarten Kiesgruben. Eine grundlegende Verbesserung sei nur durch die Neuordnung der Bahnübergänge möglich, machte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich. Seit Jahren harren Stadt und Bürger darauf, dass die Bahn ihr Versprechen wahr macht und mit dem Bau eines höhengleichen Bahnüberganges bei Schweinberg beginnt. Der Effekt jedenfalls wäre glücklich: Der Schwerlastverkehr könnte dann eine andere Route als die durchs Wohngebiet nehmen. Doch die Bahn ist in Verzug. Eine Planungsvereinbarung wurde zwar zugesagt, einen Plan­entwurf hat die Stadtverwaltung jedoch noch nicht gesehen. Begründet wurde dies, laut Bürgermeister, unter anderem mit der Vorrangigkeit anderer noch unbeschränkter Bahnübergänge aufgrund bundesweit gestiegener Unfallzahlen sowie der Überarbeitung des technischen Regelwerkes für Bahnübergänge. Aktuell sei die Deutsche Bahn damit beschäftigt, die Kosten des Bauvorhabens für Schweinberg zu ermitteln.

Nochmals Tempo runter

Was also tun? Georg Martin von den Grünen machte die Fatalität der Lage deutlich: „Bis die Bahn diesen höhengleichen Bahnübergang verwirklicht, ist die Kiesgrube leer.“ Zur Verbesserung der Verkehrssituation am Langweg schlug die Stadtverwaltung daher vor, die zugelassene Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll an folgenden Strecken enger gefasst werden: Parallel zum Bahngleis auf Höhe der gegenüber liegenden Wohnbebauung soll künftig Tempo 20 herrschen. Und auf dem Langweg selbst zwischen beschränktem Bahnübergang und Nesselwanger Straße wird in Zukunft nur noch eine Geschwindigkeit von zehn Stundenkilometer erlaubt sein.

Die Stadträte begrüßten mehrheitlich die neue Geschwindigkeitsregelung. Stefan Elmer (SPD) allerdings mahnte, dass Verkehrsteilnehmer mit vielen Schildern und Wechseln der Geschwindigkeiten womöglich überfordert seien. Verkehrsreferent Franz Barnsteiner (Freie Wähler) fügte an, dass Tempolimits nur funktionierten, wenn sie auch kontrolliert würden.

von Angelika Hirschberg

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