Kinotipp: "Dirty Grandpa"

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Enkel und Großvater lassen es krachen.

Der Beziehung zwischen Großvätern und ihren Enkeln wird meist eine enge Bindung nachgesagt. Was in Kindheitstagen beschaulich und liebenswert ist, verliert sich meist in der Pubertät. Schnell werden die Prioritäten neu verteilt und der Besuch bei den Großeltern wird zum Pflichtbesuch degradiert.

Regisseur Dan Mazer spielt in seiner Komödie „Dirty Grandpa“ mit der Rollenverteilung und zeigt, was passiert, wenn ein Rentner wie ein pubertierender Teenager mächtig Gas gibt. 

Inhalt 

Einst hatte Jason (Zac Efron) eine enge Bindung zu seinem Großvater Dick (Robert De Niro). Als er jedoch erwachsen wurde, verlor sich der Kontakt. Erst bei der Beerdigung seiner Großmutter trifft Jason wieder auf seinen Großvater. Entgegen aller Erwartungen währt die Trauer des 70-jährigen Rentners nicht lange. Er bittet seinen mittlerweile spießigen Anwalts-Enkel, ihn zu einem alten Freund nach Boca Raton zu fahren. Jason, der mitten in den Hochzeitsvorbereitungen mit Meredith (Julianne Hough) steckt, willigt minder begeistert ein. 

Und schon nach kurzer Zeit bereut er den Ausflug. Denn der ehemalige Elite-Soldat Dick hatte seit 15 Jahren keinen Sex mehr und will nun in Florida beim Spring Break seinen Trieben freien Lauf lassen. Die Begegnung mit Jasons ehemaliger Schulkameradin Shadia (Zoey Deutch) und deren sexlüsternen Freundin Leonore (Aubrey Plaza) erweist sich gleich mehrfach als wahrer Glücksgriff. 

Rezension 

Zac Efron („We Are Your ­Friends“) und Robert De Niro („Man lernt nie aus“) sind gewöhnlicherweise eher für seichte Komödien bekannt. In Dan Mazers freizügigem „Dirty Grandpa“ lässt De Niro diesmal mächtig die Sau raus, während Efron bis auf wenige Momente den Vorzeigeschwiegersohn mimt. Als sexbesessener Rentner masturbiert De Niro ungeniert vor dem Fernseher, rennt jungen Studentinnen hinterher und lässt wahrlich keine sich ihm bietende Chance auf den Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht ungenutzt. 

Derbe Sprüche unterhalb der Gürtellinie sind an der Tagesordnung. Fröhlich werden Fäkalhumor und sexistische Äußerungen zelebriert. Zudem dient eine ausufernde Drogenparty sowie der Besuch in einem Nachtclub dazu, die Beziehung zwischen Großvater und Enkel auf die Spitze zu treiben. Selten hat man Robert De Niro dermaßen freizügig erlebt. 

Aber auch die Nebenrollen bekommen ordentlich ihr Fett weg. Zac Efron und Aubrey Plaza flitzen nahezu nackt über die Leinwand, während De Niro in eindeutige Posen wiederzufinden ist. Neben all den provozieren Sexszenen verwundert es niemanden, dass auch einmal gekotzt werden darf. 

Kurz gesagt ist „Dirty Grandpa“ eine geschmacklose und gleichermaßen unterhaltsame Komödie, der ungewöhnlichen Art. Denn De Niro verkörpert den sexbesessenen Rentner mit soviel Charme und Klasse, dass man ihm selbst die derbsten Sprüche nicht übel nehmen kann. Und gerade der gravierende Unterschied zwischen dem pöbelnden und selbstironischen Großvater und seinem verantwortungsbewussten Enkel bedingt den Humor des Films. Natürlich gibt es auch einige peinliche Szenen, die beim Publikum Kopfschütteln auslösen. 

Doch Dan Mazer, der bereits bei seinem Regiedebüt „Das hält kein Jahr…“ auf Brachialhumor setzte, verleiht dem Ganzen zumindest zum Ende hin Herz und Charme. Freunde des derben Humors werden mit „Dirty Grandpa“ ihren Spaß haben, da die Lachmuskeln ordentlich was zu tun bekommen. Wer sich auf derbe Sprüche einstellen kann und die Handlung nicht allzu ernst nimmt, wird den Kauf eines Kinotickets sicher nicht bereuen.

von Sandy Kolbuch


Zum Film:

Originaltitel: Dirty Gandpa 

Land: USA

FSK: 12 

Regisseur: Dan Mazer 

Darsteller: Robert De Niro, Zac Efron, Julianne Hough, Aubrey Plaza, Zoey Deutch, Dermot Mulroney u.a.


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