Große Herausforderungen für Schüler und Lehrer

Testpflicht ab Montag auch in Kaufbeurer und Ostallgäuer Schulen

Schulleiter Frank Hortig ist für den Test-Start nach den Osterferien vorbereitet.
+
Schulleiter Frank Hortig ist für den Test-Start nach den Osterferien vorbereitet.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Wer sich nicht testet, darf nicht in die Schule! Dies gilt ab kommendem Montag auch in unserer Region. Nur wer einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweist, ist zum Präsenzunterricht zugelassen. Primär sollen sich Schüler ab kommenden Montag aber unter Aufsicht der Lehrkräfte mindestens zweimal die Woche selbst testen. Aufgrund des aktuellen Inzidenzwerts betrifft das vorerst aber nur die Abschlussklassen.

Noch bevor überhaupt die Abschlussklassen und Schüler der Jahrgangsstufe vier die Räumlichkeiten betreten, wird die Kritik über die sogenannten Selbsttest in Schulen immer lauter. Doch was ist, wenn die Eltern dafür ihre schriftliche Zustimmung nicht gegeben haben? „Dann dürfen die Kinder nicht in die Schule“, sagt Eva Schwemmer vom Schulamt Ostallgäu. Bis Redaktionsschluss (Donnerstagmittag) hatten weder sie noch die Schulen eine dienstliche Anweisung aus dem Kultusministerium erhalten.

„Ich kenne sämtliche Informationen nur aus der Presse“, so Christian Gebauer. „Ich hätte erwartet, dass wir dazu eher Informationen erhalten“, möchte der Schulleiter der Jörg-Lederer-Mittelschule in Kaufbeuren in erster Linie seine Schulfamilie informieren. „Es ist momentan schwer alles zu organisieren.“ Ab Montag hat er fünf geteilte Klassen im Haus. Die Sorgen aber bleiben.

So auch bei Frank Hortig, Rektor der Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz, der bereits die Vorkehrungen für die Selbsttest getroffen hat. Die Kisten mit sämtlich zur Verfügung gestelltem Material für die Klassen sind gepackt. Auch für die Kinder, die in der Notbetreuung sind, ist etwas vorbereitet. Sogar Halterungen für die Messreagenzröhrchen wurden noch gebastelt. „Für uns ist das wieder herausfordernd.“ Während die Kinder die Tests durchführen, schauen die Lehrer zu, dürfen rechtlich gesehen nicht eingreifen. „Das ist schon irgendwie paradox“, betont Hortig. Für ihn gehöre die Testung in die Eigenverantwortung der Eltern. Doch in der Praxis müssen die Lehrer eingreifen, wenn beispielsweise das Stäbchen auf den Boden fällt oder die Kinder bei falscher Handhabe gar Nasenbluten bekommen.

Dass die Schüler schon vor der Schule Kontakt haben, dann gemeinsam im Klassenverbund sitzen, ehe sie sich dann testen, ist für viele nicht nachvollziehbar. Tritt ein positiver Fall nach einem Selbsttest bei einem Schüler auf, ist Christian Gebauer vorbereitet: „Ich kümmere mich selbst darum, bis die Eltern das Kind abholen“.

Positiv getestete Kinder müssen isoliert werden. Das Kultusministerium hat auf seiner Homepage (www.km.bayern.de) ein ausführliches Erklär-Video zu Selbsttests online gestellt.

von Stefan Günter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnen von Micro bis Maxi im Neubaugebiet „Hinterm Schloss“ in Marktoberdorf
Wohnen von Micro bis Maxi im Neubaugebiet „Hinterm Schloss“ in Marktoberdorf
Sparkassenbilanz: Negativzinsen belasten den Markterfolg
Sparkassenbilanz: Negativzinsen belasten den Markterfolg
Lebensmittelkette aus Mauerstetten übernimmt Real in Kempten und Pentling
Lebensmittelkette aus Mauerstetten übernimmt Real in Kempten und Pentling
Rotary Club freut sich über rege Beteiligung beim Spendenlauf
Rotary Club freut sich über rege Beteiligung beim Spendenlauf

Kommentare