Begeistertes Publikum im Roundhouse

Richtiger Riecher für Live-Musik

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Zwei Leute rocken einen ganzen Club – „The End Men“ sorgten mit „großem, lautem Rock aus Brooklyn“ im Roundhouse für Begeisterung.

Kaufbeuren – Das Kaufbeurer Roundhouse beweist derzeit einen guten Riecher für Live-Musik: Am vergangenen Samstag spielten „The End Men“ aus New York vor einem restlos begeisterten Publikum. Sie, eine zierliche Person mit dunklen Locken, er, ein bärtiger Mann mit dunkler Reibeisenstimme à la Screaming Jay Hawkins oder Tom Waits.

Zusammen sind sie „The End Men“ und zeigten am vergangenen Samstag im Kaufbeurer Roundhouse, dass zwei Leute ausreichen können, um einen ganzen Club anzuheizen. 

Beeindruckend, wie Schlagzeugerin Livia Ranalli mit unermüdlicher Energie das beste aus ihrem Drumset herausholte. Ihr Rhythmusgefühl erinnerte an ein Schweizer Uhrwerk, das trotz abwechslungsreicher wie schwierig zu meisternder Rhythmus-Variationen nie aus der Ruhe zu bringen war – erst recht nicht, als Sänger und Gitarrist Matthew Hendershot eine Saite riss und Ranalli die mehrminütige Pause für ein Improvisationsfeuerwerk nutzte. 

Als die düster-raue Stimme von Hendershot wieder einsetzte, hatte sich das Roundhouse-Publikum längst eingetanzt und feierte jeden weiteren Song mit frenetischem Applaus. Dabei ist die Musik des New Yorker Paars schwer in Worte fassen. Die Kombination aus Schlagzeugerin und Gitarrist lässt zunächst an die berühmten „The White Stripes“ denken – doch „The End Men“ klingen irgendwie verspielter. Und spannender. 

Der Fokus liegt meist auf der meisterhaften Rhythmik des Duos und dank Ranallis großartigem Sinn für Timing und Matthew Hendershots erdigem Gesang gehen die Songs sofort ins Ohr. Großer, lauter Rock aus Brooklyn, so beschreiben „The End Men“ ihre Musik selbst, und ja, was die beiden da am vergangenen Samstagabend anstellten war gewaltig. 

Keine Sekunde lang vermisste man etwa einen Bassisten oder zweiten Gitarristen. Am Ende blickten sie nach zwei Zugaben hoch zum Mischpult, wo Clubbesitzer Markus Mölzer lachend winkte und damit sein Okay für einen letzten Song gab. 

„The End Men“ markieren damit nach „Dätcha Mandala“ aus Frankreich den zweiten großen internationalen Höhepunkt in der noch jungen Live-Geschichte des Roundhouse. Bleibt noch zu erwähnen, dass auch die Vorgruppe „Rootch and the Bakedheads“ seit ihrem Debüt beim „Revival Thursday“, der monatlich stattfindenden Open Stage des Roundhouse, bedeutend an Sicherheit und Bühnenpräsenz gewonnen hat: Mit Schlapphüten und Bongos bewaffnet boten die Jungs herrlich unangestrengte Surf-Musik mit Twang-Gitarre und lässigem Groove.

von Philip Bradatsch

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