Ein Kinderweihnachtskrimi

Theaterkurs für Kinder aus Aitrang bringt ein spannendes Stück heraus

Schüler aus Aitrang
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„Die Katze war’s!” – Im Aitranger Dorfgemeinschaftshaus gab es eine digitale Premiere.

Aitrang – In der Gemeinde Aitrang, die für die Proben ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte, gab es kürzlich einen ersten außerschulische Theaterkurs, der auch von der Grundschule Aitrang/Ruderatshofen unterstützt wurde. 

Fassungslos steht der Lehrling vor einem Riesenschlamassel. Augenscheinlich hatte eine unbekannte Person sämtliche Backzutaten der Weihnachtsbäckerei auf dem Boden ausgekippt, durcheinander gerührt und wahllos herumgeworfen. Entsetzt greift er zum Handy, und die Nachricht von der schlimmen Tat verbreitet sich wie ein Lauffeuer im ganzen Dorf. Doch wie das bei Sensationen so ist, bauscht sich die Geschichte von Dorfbewohner zu Dorfbewohner immer weiter auf. Von Anruf zu Anruf wird die Erzählung drastischer und reißerischer. Zusätzlich wurden die Berichte mit kühnen Mutmaßungen über die Täterschaft und teilweise sogar mit konkreten Verdächtigungen gewürzt.

„Die Katze war‘s!“

Eine Reporterin und eine Polizistin versuchen aus den wirren Geschichten belastbare Tatsachen herauszufiltern, doch vergeblich, denn die Dorfbewohner haben sich bereits hemmungslos dem Tratsch ergeben und waschen unter medialer Beobachtung ihre schmutzige Wäsche. Als die gegenseitigen Bezichtigungen und Verleumdungen kurz vor dem Eklat stehen, ist plötzlich in einem kurzen Moment der Stille ein deutliches „Miau” zu hören, und alle rufen aus: „Die Katze war‘s!”

Die Schauspielerin Iris Kunz hat ihren Theaterkurs für Schüler der dritten und vierten Klasse auf die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln zugeschnitten. Das Stück selbst hat sie nicht nur den Schülern auf den Leib geschrieben, sondern auch daraufhin ausgelegt, dass die Szenen ohne physisches Zusammenspiel funktionieren. Die verwüstete Bäckerei stets sichtbar im Hintergrund, mussten die Kinder den Text über eine Distanz von mehreren Metern senden und erlernten so spielerisch die zentrale Grundtechnik des Bühnensprechens, das Fühlen ihrer Position im Raum, aber auch, wie man sich in der Konsequenz einer Bühnenfigur mitteilt. Ein Publikum war bei der Premiere coronabedingt nicht zugelassen. Dafür ist aber ein Film entstanden, den die Kinder nun mit nach Hause nehmen durften.

Unter Hygieneschutzauflagen

Kunz zeigt sich rundum zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Kinder haben das fantastisch gemacht. Es ist ja nicht einfach, sich an die ganzen Theaterregeln zu halten – nimm auf was der Partner sagt, spiele eine Sache nach der anderen, denke was du sagst, in was für einer Situation befindest du dich und so weiter. Und dann noch zusätzlich die Hygienemaßnahmen! Aber uns hat es viel Spaß gemacht, damit kreativ umzugehen. Dass der Krimi ganz selbstverständlich von Menschen erzählt wird, die Maske tragen, zeigt, dass Normalität immer im Auge des Betrachters liegt. Im Kurs aber war es uns wichtiger, dass wir uns mal mit etwas anderem beschäftigen und uns in verschiedenen Rollen auszuprobieren. Auch wenn wir das Ganze am Ende ohne Zuschauer gefilmt haben – das Premierengefühl war da!”

Nach dem jetzigen Lockdown soll es einen neuen Kurs geben, für die man sich jetzt schon anmelden kann.

Felix Gattinger

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