Vorstand im Amt bestätigt

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Der neue Vorstand im Tierschutzverein Kaufbeuren und Umgebung und im Tierheim Beckstetten: Zweite Kassiererin Silvia Baur (v. li.), Erster Vorsitzender Stefan Mitscherling, Erste Kassiererin Brigitte Weingartner, Zweite Schriftführerin Sabine Hofmuth und Erste Schriftführerin Mariska Schöb (nicht im Bild).

Kaufbeuren/Beckstetten – Vor rund 40 Mitgliedern und zahlreichen Zuhörern nahm der bisherige Vorsitzende des Tierschutzvereines Kaufbeuren und Umgebung, Stefan Mitscherling, in der Mitgliederversammlung zu einigen Unklarheiten der vergangenen Monate Stellung. Von den Missklängen der letzten Monate war in der Versammlung selbst nichts zu hören. Kritik wurde nur am Schluss laut.

In seinem Rückblick auf die bisherige Amtszeit berichtete Mitscherling den Teilnehmern von „konstruktiven Gesprächen“ mit Kaufbeuren und anderen Kommunen wie Mindelheim, Bad Wörishofen und Türkheim, mit denen Pauschalverträge über einen Euro pro Einwohner vereinbart werden konnten. Weitere 17 Ostallgäuer Gemeinden von Baisweil bis Westendorf konnten zu einem Jahrespauschalbetrag von zumindest 60 Cent pro Einwohner bewegt werden. Dadurch sei man von vorher unregelmäßigen Zahlungen von rund 20.000 Euro im Jahr 2013, inzwischen auf regelmäßige Einnahmen von 120.000 Euro angewachsen, die damit wesentlich bessere Planungssicherheit gäben.

Von den dem Tierheim Beckstetten zugeordneten 17 Unterallgäuer Gemeinden zahle allerdings außer den vorgenannten Kommunen keine einzige, so Mitscherling. Deshalb habe er nun die Anweisung ausgegeben, nur noch Fundtiere von „Zahlergemeinden“ aufzunehmen. Indem er die Tierfreunde auffordere, Fundtiere bei der jeweiligen „Nichtzahlergemeinde“ abzugeben, wolle Mitscherling Druck auf die eigentlich zahlungspflichtigen Gemeinden ausüben und einen „gewissen Lerneffekt“ zu Gunsten der Solidargemeinschaft erzeugen.

Nachdem nun auch die geforderten Unterlagen zu Fundtieren bei den entsprechenden Gemeinden vorlägen, seien die von einigen zahlenden Gemeinden angedrohten Aussetzungen der Pauschalen vom Tisch, hofft Mitscherling.

Konkrete Vorwürfe zur Aufnahmeverweigerung von Abgabehunden aus diesem Jahr (wir berichteten) begründete Mitscherling mit „vorsätzlich falschen Auskünften“ bis hin zu „unfreundlichem Auftreten durch die Hundebesitzer“. Selbstkritisch sagte Mitscherling als Fazit: „Es gibt eine positive Entwicklung, stabile Finanzen, aber auch berechtigte Kritik zu fehlenden Fundtierunterlagen. Jedoch, was wir an Tieren vermitteln, kommt nicht mehr zurück“.

Brigitte Weingartner stellte als Erste Kassiererin des Vereines einen leicht rückläufigen Finanzmittelbestand von 2013 bis 2016 vor, mit zuletzt rund 150.000 Euro Anfang Dezember. Bei Umsätzen von 250.000 bis 400.000 Euro würden die Personalausgaben für fünf festangestellte Mitarbeiter und zahlreichen Ehrenamtlichen nahezu 50 Prozent der Ausgaben darstellen. Anschließend erhielten der alte Vorstand und die Kassenführung Entlastung.

Weil sich nicht ausreichend Kandidaten zur Wahl stellten, konnten nicht alle sechs Vorstandspositionen und Beiräte besetzt werden. Bestätigt wurden allerdings die verbliebenen Akteure des bisherigen Vorstandes (siehe Infokasten).

Erst zum Schluss der Veranstaltung wurde es nochmals turbulent, als nach längst erfolgter Entlastung des Vorstandes laut Tagesordnung die Möglichkeit zur Aussprache gegeben war. Hier wurde nun von zwei ehemaligen Mitstreitern der Führungsstil des Vorsitzenden in Frage gestellt: „Es herrscht ein Klima der Angst“. Ein sichtlich aufgeregter Vorsitzender begründete seine härtere Gangart damit, dass gegebene Anweisungen nicht befolgt wurden: „Der Vereinsvorstand ist die Geschäftsführung des Tierheimes“. Um hier eine kontinuierliche Linie sicherzustellen, sei auch im Dezember eine neue Heimleitung eingestellt worden.

Auch die Politik der Annahmeverweigerung von Tieren aus Gemeinden, die nicht in die Solidargemeinschaft einzahlten, wurde von einigen Anwesenden in Frage gestellt, da sie zu Lasten der Tiere gehe. Der alte und neue Vorsitzende machte sich dennoch für diese härtere Linie gegenüber den Nichtzahlergemeinden stark und hoffe auf ein baldiges Einlenken der betroffenen Kommunen.

von Wolfgang Krusche

Der neue Vorstand des Tierschutzvereines Kaufbeuren und Umgebung, sowie des Tierheimes Beckstetten:

Erster Vorsitzender: Stefan Mitscherling

Zweiter Vorsitzender: unbesetzt

Erste Kassiererin: Brigitte Weingartner

Zweite Kassiererin: Silvia Baur

Erste Schriftführerin: Mariska Schöb

Zweite Schriftführerin: Sabine Hofmuth

Beiräte im erweiterten Vorstand: Anita Fohler, Manuela Holder

Weitere Beiräte (bis zu drei): unbesetzt

Kassenprüfer: unbesetzt

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