Tierschützer in ruhigem Fahrwasser

Positive Bilanz bei Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung

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Die nun komplette neue Vorstandschaft des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung.

Kaufbeuren/Beckstetten – Mit Erleichterung konnten die Anwesenden bei der Mitgliederversammlung in Weicht registrieren, dass der Tierschutzverein Kaufbeuren und Umgebung nach all den zurückliegenden Turbulenzen mittlerweile wieder in ein ruhiges Fahrwasser gebracht wurde. Insgesamt 61 stimmberechtigte Tierfreundinnen und -freunde waren der Einladung gefolgt und warteten mit einer gewissen Spannung auf den ersten Bericht der neuen Vorstandschaft seit Amtsantritt im September vorigen Jahres.

Vorsitzender Frank Dämgen, der im Herbst letzten Jahres ein „schweres Erbe“ angetreten hatte, strahlte bei seinem Bericht sehr viel Optimismus und Zuversicht aus. Viel Arbeit dabei von der gesamten neuen Vorstandschaft in den zurückliegenden Wochen und Monaten geleistet werden. Vor allem galt es laut Dämgen zunächst, sich einen Überblick zu verschaffen, fehlende Unterlagen zu bekommen und vorhandenes Zahlenmaterial zu sichten. Wichtig war es auch, den weiteren Fortbestand des Tierheims in Beckstetten zu sichern. Die Gewährleistung der Versorgung und Betreuung der Tiere war dabei eine der ersten Maßnahmen nach der Übergabe.

Leider würden zahlreiche Schriftstücke, Dokumente und auch Vertragsunterlagen von den einzelnen Gemeinden fehlen, was die Arbeit sehr erschwere, so Dämgen. Außerdem würden wichtige Papiere bei der Staatsanwaltschaft in Kempten liegen. Man habe in den letzten Wochen des Jahres 2018 „vieles auf den Kopf gestellt“ und sei dabei auch auf etliche „Ungereimtheiten“ gestoßen. Weitere Details, auch hinsichtlich Stand des Verfahrens, konnte Frank Dämgen an diesem Abend nicht weitergeben. Sobald sich da etwas tue und Ergebnisse bekannt werden, sollen diese auch bekannt gegeben und nichts „unter den Tisch gekehrt“ werden.

Ansonsten gab es eine ganze Reihe erfolgreicher Aktivitäten. So wurde die Homepage überarbeitet und ein neues Vereinslogo kreiert. Aus versicherungstechnischen Gründen musste das beliebte Gassigehen neu geregelt und eine notwendige Trennung von Vorsitz und Anstellung im Verein vorgenommen werden. Der Außenzwinger – seit zwei Jahren eine Baustelle – soll baulich nun fertig gestellt werden. Außerdem wurde die komplette Buchhaltung umorganisiert. Je nach Haushaltslage sollen im Laufe der Zeit weitere Ausbaupläne und Verbesserungen im Haus vorangetrieben werden. Geplant sei beispielsweise eine Photovoltaikanlage auf den Außenzwingern und eine generelle Entrümpelung im Außenbereich. Außerdem ist an Fortbildungsmaßnahmen im Mitarbeiterbereich gedacht.

Kassiererin Ute Kittel stellte in aller Ausführlichkeit die augenblickliche finanzielle Situation des Vereins dar und bediente sich der vorhandenen Zahlen aus den Jahren 2016, 2017 und 2018. Deutlich war daraus zu ersehen, dass aufgrund hoher Überweisungsbeträge und ausgebliebener Fundtierpauschalen in den zurückliegenden Jahren die Finanzsituation entsprechend gelitten habe. Eine der Hauptaufgaben der neuen Vorstandschaft müsse es sein, in Verhandlungen die Bereitschaft zur Zahlung dieser Pauschalen wieder zu erlangen. Derzeit zahlen lediglich 22 von 37 im Zuständigkeitsbereich befindliche Gemeinden diese Beträge.

Weitere Anstrengungen seien laut Kittel nötig, um die Finanzen des Vereins so abzusichern, dass auch ohne unvorhersehbare Zahlungseingänge, wie beispielsweise Erbschaften, ein gesicherter Betrieb des Tierheims möglich ist. Lediglich mit Beiträgen der Mitglieder und den derzeit verminderten Fundtierpauschalen der umliegenden Gemeinden sei eine ordnungsgemäße Weiterführung des Tierheims kaum möglich. Die kalkulierbaren derzeitigen Einnahmen stünden bei rund 220.000 Euro. Der Finanzbedarf betrage aber pro Jahr an die 250.000 Euro, so Kittel. Ziel müsse es daher sein, das Tierheim ausgeglichen künftig zu betreiben.

Es gab aber auch Entwarnung. Wie die Kassiererin erklärte, müsse man sich aufgrund des derzeitigen Konto­standes aktuell noch keine allzu großen Sorgen zu machen. Am Ende wurde Ute Kittel für ihre enorme Arbeit mit den Worten gedankt: „Einen solchen Kassenbericht hätten wir uns schon früher einmal gewünscht“. Wie vorauszusehen war, konnten die Kassenprüfer für das Jahr 2016 und auch für 2017 keine Entlastung der damaligen Vorstandschaft empfehlen.

Um Vorkommnisse, wie sie in der Ära der vorangegangenen Vorstandschaft geschehen seien, zu unterbinden, hatte die jetzige Vorstandschaft einige Satzungsänderungen vorgeschlagen, die ohne Gegenstimme genehmigt wurden.

Unter der Leitung von Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka gingen die Wahlen für die noch unbesetzten Positionen zum Abschluss der Versammlung harmonisch und rasch vonstatten. Jeweils einstimmig wurden Klaus-Dieter Kittel zum 2. Vorsitzenden, Olivia Roscher zur 2. Kassiererin und Andrea Müller-Hölzl sowie Alexander Sibirsky zu Beisitzern gewählt.

von Klaus-Dieter Körber

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