Tierschutzverein: Vorstand bestätigt

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Die Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Marktoberdorf im Dezember 2015 brachte keine neuen Turbulenzen. Im Gegenteil. Der Vorstand blickt zuversichtlich ins neue Jahr.

Marktoberdorf – Nach turbulenten und teilweise chaotischen Verhältnissen bei vergangenen Mitgliederversammlungen sollte die Anfang Dezember 2015 stattgefundene Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Marktoberdorf die Geschehnisse aufarbeiten und die Geschicke des Vereins endlich wieder in ruhige Fahrwasser lenken. Darüber benachrichtigte der Vorstand den Kreisboten in einer Mitteilung.

Zahlreich waren die Mitglieder erschienen, um zu erfahren, wie es um ihren Verein denn nun stünde. Auch Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell zeigte mit seinem Besuch der Sitzung, dass ihm an einem gut funktionierenden Tierheim gelegen sei. Wie die Sitzung aber ausging? Die Mitglieder sprachen dem Vorstand mit großer Mehrheit ihr Vertrauen aus, die Kassenprüfer attestierten korrekt geführte Konten und der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass eine vertrauensvolle Arbeit in Zukunft wieder möglich sei.

Doch zunächst die Geschehnisse im Rückblick: Im November 2014 trat die bisherige Schatzmeisterin Josefine Mayer von ihrem Amt zurück. Gleichzeitig erhob die damalige stellvertretende Leiterin des Tierheims, Sabine Helbig, schwere Vorwürfe an die Vereinsführung. In der Folge kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteien, die in der Presse, in sozialen Netzwerken ebenso wie vor Gericht ausgefochten wurde. In der Folge trennte sich der Tierschutzverein von seiner Mitarbeiterin Helbig und kündigte ebenfalls das Mietverhältnis für die Tierpflegerwohnung im Obergeschoss des Tierheims. Die Stadt Marktoberdorf erklärte, dass aufgrund der geäußerten Vorwürfe eine intensive Prüfung der Kassen und Konten unumgänglich wäre. Bis dahin sei keine Erhöhung der Fundtierpauschale möglich. Das Fehlen eines Kassiers bedingte eine außerordentliche Mitgliederversammlung im April 2015, um einen Kassier und zwei Rechnungsprüfer zu wählen.

Vorwürfe entkräftet 

Der erste Vorsitzende des Tierschutzvereins, Heinz Krämer, berichtete ausführlich über die Vorgänge seitdem. Nach einer anonymem Anzeige hatte das Veterinäramt als Aufsichtsbehörde die artgerechte Haltung der Tiere überprüft und nichts zu beanstanden gehabt. Die Steuerprüfung durch die Finanzbehörden hatte ebenso keine negativen Erkenntnisse ergeben, auch die Prüfung des Zolls wegen Schwarzarbeit führte zu keinen Beanstandungen. Des Weiteren, so Krämer, sei auch eine Prüfung durch die Sozialversicherungsträger erfolgt – ebenso ergebnislos. Und auch das Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Kempten aufgrund der Kündigung von Sabine Helbig sei inzwischen zurückgewiesen worden.

Noch nicht abgeschlossen seien aber staatsanwaltliche Ermittlungen, die auf Vorwürfen der Mitgliederversammlung vom November 2014 basierten. Heinz Krämer zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass auch die Prüfung der Staatsanwaltschaft zum gleichen negativen Ergebnis kommen würde wie die vorherigen Prüfungen anderer Behörden oder Aufsichtsorgane. Auf Nachfrage des Kreisboten verwies der erste Vorsitzende jedoch darauf, sich zum laufenden Verfahren nicht äußern zu dürfen. Die Anschuldigungen gegen den Tierschutzverein seien sehr belastend für die Arbeit gewesen, sagte Krämer abschließend.

Höhere Fundtierpauschale 

Mit Unterstützung der Stadt Marktoberdorf wolle man nun wieder nach vorne blicken und landkreisweit die Erhöhung der Fundtierpauschale angehen. Gemeinden sind verpflichtet, sich um die Unterbringung und Versorgung von Fundtieren zu kümmern. Diese Aufgabe wird meist an das örtliche Tierheim übergeben, und zu deren Finanzierung wird die so genannte Fundtierpauschale bezahlt. Sie gilt pro Einwohner der Gemeinde und wird verhandelt.

Laut Auskunft des Tierschutzvereins sei aufgrund steigender Kosten eine Anhebung der Pauschale von derzeit 50 Cent pro Einwohner und Jahr auf einen Euro unumgänglich. Unterstützt werde diese Forderung vom Deutschen Tierschutzbund. Denn die Haushaltslage des Vereins ist klamm, wie der neue Kassier im Amt, Kurt Budschied, bestätigte. Für 2014 konnte nur dank einer Erbschaft ein kleiner Überschuss erzielt werden. Auf den Verein komme nun zudem die Aufgabe zu, die desolat zurückgelassene Tierpflegerwohnung zu renovieren. Das werde rund 20.000 Euro kosten, wie Krämer hinzufügte. Im aktuellen Zustand könne die Wohnung nicht weiter vermietet werden. Jede helfende Hand sei willkommen.

von Angelika Hirschberg

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