Auf Umformulierung verständigt

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Meinungsäußerung oder Schädigung des Ansehens: Die Streitigkeiten zwischen dem Tierschutzverein Kaufbeuren und der Tierhilfe Arche Noah wurden vorerst beigelegt.

Kaufbeuren/Landkreis – Dass das Verhältnis zwischen dem Tierschutzverein Kaufbeuren und Umgebung und der Arche Noah Tierhilfe in Seeg kein Gutes ist, ist bekannt. Neuer Höhepunkt der anhaltenden Auseinandersetzungen spielte sich vergangene Woche beim Amtsgericht Kaufbeuren ab. Dort klagte der Tierschutzverein vor dem Zivilgericht auf Unterlassung von Vorwürfen, die die Tierhilfe via Facebook und auf ihrer Homepage erhoben hatte.

Letztlich einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich, der Änderungen beziehungsweise Streichungen bestimmter Textpassagen vorsieht. Insbesondere die Formulierung „Kriminelle Machenschaften im Tierheim Beckstetten?“ wurde geändert in die Formulierung „Unverständliche Vorgänge im Tierheim Beckstetten?“

Die Vorgeschichte: Wegen eines Haftantrittes der Besitzerin brachte die Polizei im Sommer 2016 einen Hund und eine Katze zur vorübergehenden Unterbringung zuständigkeitshalber ins Tierheim Beckstetten. Weil nun das Tierheim etwas später zwar die Katze an die Mutter der Besitzerin herausgab, nicht aber den Hund, hatte sich die Mutter hilfesuchend an den Tierschutzverein Arche Noah Tierhilfe in Seeg gewandt. Nach Auffassung des Tierheims Beckstetten war der Hund jedoch herzkrank, hatte deutliches Übergewicht und Probleme mit den Zähnen und beim Fressen. Deshalb hatte das Tierheim die Herausgabe verweigert und von den Ergebnissen einer eingeleiteten tierärztlichen Untersuchung abhängig gemacht.

Etwa eine Woche später begleitete eine Tierfreundin der Arche Noah Tierhilfe die Mutter der Besitzerin bei der nun zugestandenen Abholung des Hundes. Dort erhielten beide auch eine Rechnung für Unterbringung und Tierarzt.

Nach Auffassung der Arche Noah Tierhilfe seien die durchgeführten Untersuchungen im Tierheim Beckstetten nicht notwendig gewesen und hätten lediglich Kosten verursacht.

Unter der Überschrift „Kriminelle Machenschaften im Tierheim Beckstetten???“ hatte die 1. Vorsitzende der Arche Noah Gisela Egner im August 2016 dazu einen Bericht auf der Vereins- Homepage und bei Facebook im Internet veröffentlicht. Tierheim-Vorstand Stefan Mitscherling hatte nun seinerseits bei der eigenen Mitgliederversammlung im Dezember 2016 über den Interneteintrag berichtet und die vorgefundene Überschrift „Kriminelle Machenschaften…“ mit einer schießenden Comic-Figur illustriert. Dies fand die Arche-Noah-Leiterin wiederum nicht richtig, weil das so nicht auf ihrer Homepage abgebildet war und ein falscher Eindruck entstehen könnte.

Nach teilweise sehr emotionalem Hin-und-her einigten sich beide Parteien nun unter anderem auf die Abänderung der Überschrift in „Unverständliche Vorgänge…“ und die Herausnahme einiger Passagen aus dem veröffentlichten Bericht. Deeskalierend wirkte hier auch die Richterin, die die teilweise in hitzige Beschuldigungen abgleitende Verhandlung immer wieder sachlich auf die festzulegenden Verhandlungspunkte zurückholte. Nach der Einigung meinte die Arche-Noah Chefin: „Ich bin nicht glücklich darüber, stimme aber, um des lieben Friedens willen, zu“. Der vor kurzem im Amt bestätigte 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Kaufbeuren sagte auf Nachfrage: „Man sollte doch besser auf der eigenen Homepage oder bei Facebook über eigene Dinge berichten, aber nicht über andere Vereine, die sich auch um den Tierschutz bemühen“.

Kandidaten für Nachwahlen

Bei der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Kaufbeuren im Dezember 2016 konnten damals wegen fehlender Kandidaten einige Positionen nicht besetzt werden (wir berichteten). In der inzwischen stattgefundenen ersten Vorstandssitzung 2017 konnte der Verein inzwischen über die erfolgreiche Suche kommissarische Vertreter für die offenen Positionen berichten. Bei der nächsten Mitgliederversammlung, voraussichtlich im 2. Quartal 2017, werden sich die neue 2. Vorsitzende, einige Beiräte und die beiden Rechnungsprüfer den Mitgliedern zur Nachwahl vorstellen.

von Wolfgang Krusche

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