Eurofighter landet für technische Ausbildung auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst

"Tiger" über Kaufbeuren

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Erstmals in Kaufbeuren: Jet-Pilot Major Raffael Klaschka nach seiner Landung auf dem Fliegerhorst.

Kaufbeuren – Am Dienstag waren um die Mittagszeit ungewohnte Fluggeräusche über den Dächern der Wertachstadt zu hören. Wer daraufhin in den Himmel blickte, dem bot sich ein außergewöhnlicher Anblick: ein Eurofighter im Landeanflug.

Etwas ungewohnte Geräusche waren für die Kaufbeurer Bevölkerung am vergangenen Dienstag zu hören. Ein Luftfahrzeug vom Typ „Eurofighter Typhoon“ (EF) im „Tiger“-Anstrich landete auf dem Flugplatz des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe (TAusbZLw) in Kaufbeuren. Der Jet gehört zum Taktischen Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg (TaktLwG 74) und ersetzt zukünftig ein Flugzeug in der Ausbildung des technischen Personals. 

Der mehrmalige Anflug durch Major Raffael Klaschka erfolgte aus Sicherheitsgründen, da der Fliegerhorst über keinen Tower mit eigenem Flugsicherungspersonal verfügt. Das Flugzeug wird nun für die Ausbildung von Personal in den Bereichen Technik und Avionik genutzt. Die Maschinen werden routinemäßig immer wieder ausgetauscht, damit der jeweils aktuelle Änderungszustand auch in der Ausbildung verfügbar ist. Ein bisher in der Ausbildung genutztes Flugzeug wird nunmehr weitestgehend demontiert und für einen Landtransport vorbereitet. 

Mit Tiefladern wird es zur Industrie gebracht und dort im Rahmen einer umfangreichen Instandsetzungsmaßnahme wieder für den Einsatzflugbetrieb vorbereitet. Nach intensiver Überprüfung wird es dann einem fliegenden Verband der Luftwaffe zugeführt. Erfahrener Pilot „Der Anflug über die Stadt war schon etwas Besonderes“, so Major Raffael Klaschka als Pilot des EF, „denn ich habe bewusst darauf geachtet, dass ich dabei so leise wie möglich war.“ Er erläuterte weiter, dass dieser Anflug auch nur den Wind- und Sichtverhältnissen geschuldet war. Ansonsten wäre dieser von Süden her erfolgt. 

Mit rund 2.000 Flugstunden ist Klaschka einer der erfahrensten Flugzeugführer seines Verbandes. Er gehört damit auch zum Kreis der Piloten, die auf dem Waffensystem im Ausland eingesetzt werden können. Vor wenigen Tagen hatte das Geschwader im Rahmen des NATO-Auftrages vier EF in das Baltikum zur Überwachung des dortigen Luftraumes verlegt, da die Staaten keine eigenen Kampfflugzeuge besitzen. Punktlandung Es war in zweierlei Hinsicht eine Punktlandung: Während der Anflugphase kam die Sonne durch und das Kampfflugzeug setzte „butterweich“ auf der Landebahn auf. 

Die Besonderheit dieses Luftfahrzeuges liegt in seiner Lackierung und wird als „Bronze Tiger“ bezeichnet. Sie entstand in der Vorbereitung zum jährlichen „NATO Tiger Meet“, einem Treffen zur größten europäischen Luftwaffenübung des Jahres. Die Veranstaltung fand dieses Jahr in Jagel in Schleswig-Holstein mit 18 Nationen und etwa 70 Luftfahrzeugen statt. Sie gilt als Hochwertübung für verbundene Luftoperationen im europäischen Luftraum. Erstmals hatten sechs Maschinen des TaktLwG 74 in diesem Jahr an der Übung teilgenommen. von Wolfgang Becker

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