Zahlreiche Interessenten bei Infoveranstaltung

Tipps aus erster Hand zur Anlage einer „Allgäuer Wiese“

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Dr. Christoph Greifenhagen, Umweltpreisträger der Stadt Kaufbeuren, ist „Vater“ und erfolgreicher „Produzent“ von üppig blühenden einzigartigen „Allgäuer Wiesen“.

Kaufbeuren – Spaziergänger und Nachbarn staunten vor über 40 Jahren nicht schlecht, als Dr. Christoph Greifenhagen die vermeintlich unverzichtbare Humusdecke auf seinem Grundstück in Kleinkemnat einfach wegschob und stattdessen eine Schicht mageren Wandkies einer heimischen Kiesgrube dort ausbreitete. Mit einer dünnen zwei bis drei Zentimeter schütteren Kompostauflage deckte er das Ganze ab und brachte das eigens zusammengestellte heimische Saatgut aus. Anschließend galt es zu warten.

Man brauche Geduld, bis es zu sprießen und zu wachsen beginnt. Im Laufe der Zeit entstand ein blütenreicher Lichtrasen mit heimischen Blumen und Pflanzen, die für all die erbrachten Mühen reicher Lohn sind. An die 200 verschiedene wildwachsende Blumen- und Pflanzenarten, die man in der heimischen Natur kaum mehr findet, sind mittlerweile auf „seiner Allgäuer Wiese“ heimisch geworden.

Greifenhagen, Umweltpreisträger der Stadt Kaufbeuren, hat sich so eine typische naturnahe und geradezu einzigartige „Allgäuer Wiese“ in seinem Garten geschaffen. Dem 85-Jährigen ist es seitdem ein Hauptanliegen, möglichst viele Interessenten zu finden, die es ihm gleichtun und für naturnahes Grün in der Stadt, in den umliegenden Gemeinden und Hausgärten sorgen. Zwischenzeitlich gibt es laut ihm bereits erfreuliche Erfolge.

So wurden in den letzten Jahren zusammen mit dem Heimat-Verein Kaufbeuren, dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz, dem Imkerverein, der Allianz Lebensraum Wertach, der Bürgerstiftung Kaufbeuren, der Stadt Kaufbeuren und privaten Sponsoren vier Projekte an der Beethoven-Schule, der Jörg-Lederer-Schule, der Sophie La-Roche-Realschule und der Fachoberschule verwirklicht. Als nächstes Projekt soll in diesem Jahr bei der Adalbert Stifter Schule in Neugablonz eine „Allgäuer Wiese“ in ihren drei Grundtypen Feuchtwiese, Fettwiese und Kalkmagerrasen mit einem kleinen „Geologicum“ modellhaft umgesetzt werden.

Dr. Christoph Greifenhagen, Umweltpreisträger der Stadt Kaufbeuren, ist „Vater“ und erfolgreicher „Produzent“ von üppig blühenden einzigartigen „Allgäuer Wiesen“.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung gab Greifenhagen im Beisein von Oberbürgermeister Stefan Bosse, Bürgermeister Gerhard Bucher und mehreren Stadträten an der vor drei Jahren in der Markgrafenstraße angelegten „Allgäuer Wiese“ wertvolle Hinweise und Tipps zur Anlage und den Kosten einer derartigen Naturoase im eigenen Hausgarten. Viele Interessenten waren der Einladung gefolgt. Schließlich führe das immer stärker in Erscheinung tretende Verschwinden von Blühflächen mit heimischen Pflanzen und dem damit verbundenen Rückgang der Artenvielfalt von Insekten, so der naturbegeisterte Internist, zu einer dramatischen Veränderung des ökologischen Gleichgewichts in unserer Natur. Nachdem der Obst- und Gemüseanbau auf blütenbestäubende Insekten angewiesen sei, müsse für deren Fortbestand Entscheidendes getan werden. Und so freue sich Greifenhagen, viele Nachahmer seiner Idee zu finden, die zumindest eine „kleine Ecke“ in ihren Gärten für Bienen und Insekten in ein naturnahes Biotop umgestalten. Auf Handzetteln gab er an alle Interessenten konkrete Anleitungen weiter und nannte auch Firmen, die für eine erfolgreiche Umsetzung zur Verfügung stehen.

OB Bosse würdigte in seiner Ansprache das unermüdliche Engagement des 85-Jährigen, wobei die „Arbeit nicht ausgehe“. Die Stadt möchte noch weitere öffentliche Flächen für das Projekt zur Verfügung stellen. Bosse ermunterte auch alle anwesenden Gartenbesitzer in ihren Gärten etwas zu tun und statt pflegeintensiven sterilen „Englischen Rasenflächen“ auf bunte „Allgäuer Wiesen“ zu setzen. Das Umwelt­amt der Stadt Kaufbeuren und der zuständige Umweltbeauftragte Gerhard Limmer stünden mit weiteren Informationen, Anregungen und Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung gerne zur Verfügung.

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