TONSPUREN dieses Wochenende im Kloster Irsee

Festival mit Kammerkonzerten, Installationen, Lichtinszenierungen und Klangwerkstätten

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Schauspielerin Sesede Terzyian ist eine der Künstler 2015

Dieses Wochenende ist es soweit: Der Vorhang öffnet sich für die dritte Ausgabe des Festivals TONSPUREN in Kloster Irsee. Insgesamt acht Veranstaltungen laden in diesem Jahr zu einem Besuch in Irsee ein. Musikalischer Leiter ist der Komponist und Gitarrist Marc Sinan. 

Ein zentraler Bestandteil des TONSPUREN-Konzepts ist es, neue und ungewohnte Konzertformate auszuprobieren. Das ganze Gebäude Kloster Irsee wird dabei im Wortsinn als Spielort verstanden – Treppenhäuser, Innenhof und sämtliche Flure und Räume des Klosters können Schauplatz für Kammerkonzerte, Installationen, Lichtinszenierungen oder Klangwerkstätten sein. So ist das Festival TONSPUREN auch in diesem Jahr weit mehr als eine Aneinanderreihung von Konzerten. Es lohnt sich daher, noch einmal einen genaueren Blick in das Programm der TONSPUREN zu werfen:

Eröffnung TONSPUREN: „Komitas“ Freitag, 10. April 2015, 21 Uhr 

Zur Festivaleröffnung wird das Musiktheater „Komitas“ von Marc Sinan in Irsee uraufgeführt. In einer Collage aus Originaltexten, Videoprojektionen, dokumentarischen Elementen und zeitgenössischer Musik beschäftigt sich der Komponist mit der Figur des christlich-armenischen Mönchs Komitas Vardapet, der vor genau 100 Jahren im Zuge des Völkermords an den Armenieren aus Istanbul deportiert wurde. Die Produktion reist im Anschluss an die Irseer Premiere direkt weiter nach Berlin an das Maxim-Gorki-Theater. Neben den Instrumentalisten Marc Sinan (Gitarre), Ayumi Paul (Violine), Sascha Friedl (Flöte), Oguz Büyükberber (Klarinette), Johannes Lauer (Posaune) und Maria Schneider (Percussion) ist auch die Schauspielerin Sesede Terziyan, festes Ensemblemitglied am Maxim-Gorki-Theater Berlin, in Irsee dabei. Gastgeber der Irseer Uraufführung ist neben dem Schwäbischen Bildungszentrum Irsee der Partner Lechwerke LEW.

TONSPUREN im Dialog Samstag, 11. April 2015, 11 Uhr (freier Eintritt) 

Erstmals findet dieses Jahr ein Publikumsgespräch im Rahmen der TONSPUREN statt. Komponist Marc Sinan und der Gorki-Dramaturg Holger Kuhla erläutern im Gespräch mit dem Publikum die historischen Hintergründe und künstlerischen Beweggründe für das Musiktheater „Komitas“ und geben Einblicke in die Entstehung des Bühnenstücks. Mit auf dem Podium sitzt der Regisseur Patrick Schimanski, der das Projekt „Spurensuche – Erinnerung im Hier und Jetzt“ mit Jugendlichen aus Krumbach und Kaufbeuren inszeniert hat und aus dem künstlerischen Arbeitsprozess mit jungen Menschen an einem so komplexen Thema wie Erinnerungskultur berichten wird.

Spurenelemente Samstag, 11. April 2015, 15 Uhr 

Spurenelemente sind Elemente, die für jedes Lebewesen essentiell wichtig sind, allerdings nur in sehr kleinen Dosierungen vorkommen. Nach dieser Analogie sind auch die kammermusikalischen Miniaturen bei den TONSPUREN die kleinsten möglichen Teile des großen Ganzen: In Duo- und Solokonzerten präsentieren sich die Musiker des TONSPUREN-Ensembles dem Publikum an unterschiedlichen, teilweise überraschenden Orten ganz direkt und intim. Der entscheidende Unterschied zur Biologie: Die „Spurenelemente“ bei den TONSPUREN sind zwar filigran, sind aber hoch konzentriert.

Loungekonzert Samstag, 11. April 2015, 21 Uhr 

Erst drei Jahre alt und schon Kult: Das Loungekonzert bei den TONSPUREN ist seit Anfang an der Geheimtipp bei Besucherinnen und Besucher jeden Alters.. In vom Partner RWE gestifteten Sitzsäcken und Liegestühlen kann man sich mit einem Glas Wein gemütlich zurücklehnen und sich ganz einlassen auf die in großen Teilen improvisierte Musik. Gestaltet wird das Konzert von den Solisten des Festivals.

Familienbrunch Sonntag, 12. April 2015, 10 Uhr 

Die Begegnung mit dem Publikum ist den Machern des Festivals TONSPUREN ein großes Anliegen. Besonders gut geht das beim gemeinsamen Frühstück: Ab 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr können die Festivalgäste zum Festpreis nach Herzenslust vom Brunchbuffet schlemmen. Ausdrücklich willkommen sind Familien mit Kindern.

Sonntag, 12. April 2015, 14 Uhr Kinderspuren 

Nicht nur Marc Sinan und sein Ensemble sind für die Gestaltung des TONSPUREN-Programms verantwortlich: Gemeinsam mit Kindern aus Irsee, Kaufbeuren und Umgebung haben die Musikvermittlerinnen Veronika Großberger und Elise Mory während der Festivalwoche eine bezaubernde Klangwerkstatt mit dem Titel „Memory“ gestaltet. Auf Einladung der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren und in Kooperation mit dem Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren konnten zu dem Projekt auch Kinder aus Familien mit Fluchthintergrund eingeladen werden. Man darf gespannt sein auf ein buntes Familienprogramm, das Kinderlieder aus aller Welt sowie ganz persönliche musikalische Erinnerungsstücke zum Klingen bringt.

Sonntag, 12. April 2015, 16 Uhr Spurensuche – Erinnerung im Hier und Jetzt (freier Eintritt) 

Jedes Jahr findet im Rahmen der TONSPUREN ein groß angelegtes Vermittlungsprojekt mit wechselnden Kooperationspartnern statt. Das künstlerische Konzept des jeweiligen musikalischen Leiters dient dabei als Ausgangspunkt – es entstehen gemeinsam mit Jugendlichen dann in teils mehrmonatigen Workshop ganz eigene künstlerische Visionen. Diesmal sind die Partner der „Spurensuche“ die Berufsfachschule für Musik Krumbach, die Staatliche Berufsfachschule für Glas und Schmuck Kaufbeuren-Neugablonz sowie das Zentrum für seelische Gesundheit im Alter, Blaue Blume Schwaben. 16 Jugendliche und etwa noch einmal so viele ältere Menschen haben sich in drei Begegnungen zum Thema Lebenserinnerung und Erinnerungskultur ausgetauscht. Wie die jungen Künstlerinnen und Künstler mit Unterstützung der TONSPUREN-Künstler diese Fundstücke in eigene Klang- und Bildwelten übersetzt haben, das können sich die Festivalbesucher am Sonntag um 16 Uhr ansehen und anhören.

Sonntag, 12. April, 20 Uhr Finale TONSPUREN 

Komitas Vardapet, dem der musikalische Leiter Marc Sinan sein Festival TONSPUREN gewidmet hat, gilt als einer der wichtigsten Komponisten Armeniens. Zum Finale der TONSPUREN erklingt daher auch Originalmusik von Vardapets, ergänzt und neu interpretiert durch instrumentale Interventionen aus der Feder von Marc Sinan. Der via-nova-chor München unter Leitung von Florian Helgath führt gemeinsam mit Marc Sinan, Ayumi Paul, Sascha Friedl, Johannes Lauer, Oguz Büybkberber und Maria Schneider die „Patarag-Messe“ von Komitas auf. Mit dabei ist der armenische Gesangssolist Aram Ohanian.

Weitere Informationen zu den Projekten, zu den Partnern und zu den einzelnen Konzertformaten gibt es unter www.tonspuren.de. Tickets und Festivalpässe sind unter der Tickethotline 08341/906666, per E-Mail unter tickets@tonspuren.de oder direkt in Kloster Irsee (Klosterring 4, 87660 Irsee) erhältlich.

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