Bürgerversammlung Hirschzell: OB Stefan Bosse über den Bundeswehrabzug

Bleibt der Tornado hier?

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Technische Ausbildung am Tornado: Hier sieht man angehende Luftfahrzeug-Hydrauliker in der praktischen Ausbildung.

Kaufbeuren – Länger war es ruhig um das Thema Bundeswehrabzug, jetzt kam es auf der Bürgerversammlung Hirschzell am Dienstag wieder aufs Tapet.

Dass der Abzug vom Fliegerhorst nicht wie ursprünglich im Rahmen der Wehrreform angekündigt im Jahr 2017, sondern eher 2019 oder noch später stattfindet, wird laut Oberbürgermeister Stefan Bosse immer sicherer. Nun sollen eventuell sogar ein Gebäude und Equipment für einen Teil der Tornado-Ausbildung auf der Anhöhe über Kaufbeuren verbleiben. 

Wirklich sicher ist beim Bundeswehrabzug aus Kaufbeuren weiter nur, dass nichts richtig sicher ist. Es gibt aber laut Bosse einige Tendenzen: „Es ist wohl so, dass die Soldaten aus Kaufbeuren erst 2019 abziehen, intern sprechen viele sogar von den 2020er Jahren“, erklärte der OB den Hirschzellern im Schneiderstadel. Auch dass die Deutsche Flugsicherung, wie schon des Öfteren berichtet, die Fluglotsenausbildung übernehmen wird, gelte als gesichert. Die Option, dass die Bundeswehr diesen Part in Eigenregie am Standort Erndtebrück übernehmen wird, wie in der Vergangenheit für möglich gehalten, ist damit wohl vom Tisch. 

Überlegungen gibt es laut Bosse, das Avionik-Gebäude nebst Equipment der Tornadoausbildung dauerhaft am Standort Kaufbeuren zu belassen. Ein Umzug sei für diesen Bereich der Ausbildung nicht sinnvoll und zum Teil kaum möglich. Dies sei Stand aktueller Erhebungen der Bundeswehr. Auf Nachfrage des Kreisbote konkretisierte Bosse, dies seien „Aussagen aus den Gesprächen von MdB Stephan Stracke und ihm selbst mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium (Dr. Ralf Brauksiepe, Anm. der Redaktion) und dem Inspekteur Luftwaffe (Generalleutnant Karl Müllner) vor fünf Monaten“. Dieses Szenario an sich sei aber schon länger im Gespräch. Man lege bei den Verantwortlichen aber Wert auf die Aussage, dass an der eigentlichen Standortentscheidung dadurch nicht gerüttelt werde. An einem solchen Gebäude in Kaufbeuren werde auch „kein Personal dauerhaft stationiert“, sondern die Soldaten würden dann vom Standort Lechfeld zum Ausbildungsort Kaufbeuren pendeln. 

Angesichts dieser Gerüchteküche wiederholte Bosse auf der Bürgerversammlung seine bisherige Aussage, es sei sein Ziel, sich hinsichtlich des Fliegerhorstareals vom Zeitplan der Bundeswehr unabhängig zu machen. „Wir sind mit dem Gelände auf dem Markt, bewerben uns um Ausschreibungen und so weiter“. Ideen seien beispielsweise ein neues Stadtviertel rund um das „Tänzelhölzle“ mit Erschließung von der Buchleuthe aus oder Richtung Apfeltranger Straße. von Michaela Frisch

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