Gesetzliche Pflichten im Fall der Fälle

Totes Reh liegt auf der Straße – Mann fährt nach Wildunfall einfach heim

Totes Reh an Straßenrand
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Symbolfoto

Jengen/Landkreis – Häufig ereignen sich zur Zeit Wildunfälle. So auch am vergangenen Wochenende. Ein 36-Jähriger verhielt sich dabei jedoch nicht richtig. Er fuhr nach der Kollision mit einem Reh erst nach Hause um von dort die Polizei zu verständigen. Wie die Polizei berichtet, ließ er das tote Tier und Fahrzeugteile auf der Straße liegen. Das ist strafbar.

Am Sonntagabend fuhr ein Mann mit seinem Kleintransporter von Waal in Richtung Jengen. Er kollidierte laut Polizei auf dieser Strecke mit einem Reh. Anschließend fuhr er nach Hause und verständigte von dort telefonisch die Polizei. Die Beamten stellten dann fest, dass sich mitten auf der Straße Fahrzeugteile und das tote Reh befinden.

Richtiges Verhalten bei einem Wildunfall:

Immer wieder müssen Polizisten der Aufnahme von Wildunfällen feststellen, dass Fahrzeugführer die gesetzlichen Pflichten nicht kennen, die nach einem solchen Unfall zu beachten sind. So ist gesetzlich vorgeschrieben, dass nach einem Unfall jeder Beteiligte unverzüglich anzuhalten und den Verkehr zu sichern hat, sowie sich über die Unfallfolgen vergewissern muss.

Es ist verboten, Gegenstände auf der Straße liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert wird. Zu den Gegenständen zählen auch tote Tiere.

Der Verursacher hat das Tier zur Seite zu räumen und wenn dies nicht sofort möglich ist, bis dahin ausreichend kenntlich zu machen. Dies kann dadurch geschehen, dass man mit eingeschalteter Warnblinkanlage bis zum Eintreffen der Polizei stehen bleibt und dadurch den nachfolgenden Verkehr warnt.

Bußgeld und Punkt

Verstöße können von der Polizei mit einem Bußgeld bis zu 60 Euro und einen Punkt geahndet werden. Außerdem schreibt auch das Bayerische Jagdgesetz vor, dass Fahrzeugführer, die Schalenwild (dazu gehören Rehe und Wildschweine) durch An- oder Überfahren verletzen oder töten, dies unverzüglich dem Revierinhaber oder der Polizei mitteilen müssen.

Tiere sollen nicht unnötig leiden müssen

Diese Mitteilung kann am einfachsten telefonisch über den Polizeinotruf 110 erfolgen. Sinn und Zweck dieser Vorschrift ist, dass der Revierinhaber schnellstmöglich das getötete Tier verwerten oder das verletzte Tier suchen und von den Leiden erlösen kann. Bei Verstößen kann das Landratsamt eine Geldbuße bis zu 1000 Euro festsetzen.

Richtig machten es laut Polizeibericht zwei andere Verkehrsteilnehmer. Am Montagmorgen war eine 22-jährige Frau mit ihrem Pkw von Rieden in Richtung Ketterschwang unterwegs, als ihr kurz vor der Unterführung der B12 ein Reh ins Auto lief. Sie verständigte die Ermittler.

Da das verletzte Reh anschließend geflüchtet war, wurde der Jagdpächter zur Nachsuche verständigt. Der Sachschanden am Pkw beträgt etwa 2000 Euro.

Von Germaringen war am Sonntagmorgen ein 51-jähriger Mann in Richtung Untergermaringen unterwegs, als ihm ein Reh ins Auto lief. Auch dieses Tier flüchtete, weshalb der Jagdpächter zur Nachsuche verständigt wurde.

Am Pkw entstand den Beamten zufolge Sachschaden in Höhe von etwa 500 Euro.

kb

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