Weil die Kreisstadt wirtschaftlich und kulturell einiges zu bieten hat

Tourismus: Marktoberdorf hat Potenzial

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Natur und Erholung mitten im Ostallgäu – damit kann die Stadt Marktoberdorf bei Gästen werben. Das Bild zeigt den Ausblick Am Schillenberg.

Marktoberdorf – Eine „Betrachtung, die über den Tellerrand hinausgeht“, stellte Robert Frei, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostallgäu, vor den Marktoberdorfer Stadträten an. Zwar könne die Kreisstadt mit Blick auf Übernachtungen bei Weitem nicht mit Füssen (1,3 Millionen) oder Kempten (280.000) mithalten. In Marktoberdorf sind es 83.000 Übernachtungen, etwas weniger als in Kaufbeuren mit 100.000 Übernachtungen. Doch Marktoberdorf habe sehr wohl eine touristische Zukunft.

Mit der Musikakademie im Schloss, mit den MOD-Festivals, mit dem Fendt-Forum, mit einer bunten Veranstaltungspalette und einer breitgefächerten Gastronomie sei allemal Potenzial vorhanden, analysierte Robert Frei. Diesen Standpunkt vertrat er, als er neulich im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Tourismus einen Impulsvortrag hielt.

Die Vorschläge

Frei schlug vor, dass Tourismus und Stadtmarketing sich „gegenseitig verstärken“. Er hielt ein CMM für sinnvoll; die drei Buchstaben bedeuten für ihn City-Management Marktoberdorf. Stadtmarketing und Tourismus sollten zusammengeführt werden.

Die Kreisstadt habe sehr wohl touristische Zukunft. Entscheidend seien drei Faktoren: „Ziele, Struktur, Qualität“.

Wenngleich Marktoberdorf „kein klassischer Tourismusstandort“ sei, verfüge man über ein großes Portfolio, wozu die kulturellen Veranstaltungen und das Modeon zählen. Doch sei es ein Anliegen, bei der Kunst und Kultur im „Schloss­park Ostallgäu“ ein besseres Netzwerk herzustellen und Marktoberdorf besser einzubinden, fügte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes hinzu.

Robert Frei ermunterte die Stadträte zu einem „Perspektivenwechsel“. Es sei hilfreich, sich mal auf die andere Seite zu begeben und Marktoberdorf „wie ein Auswärtiger“ zu betrachten.

Was dazugehört

Roland Müller, der Ortssprecher von Sulzschneid, äußerte Kritik daran, dass in einem Beitrag fürs Regionalfernsehen immer nur von Marktoberdorf die Rede sei; die Ortsteile habe man da nie im Bild gesehen. Dabei könne Marktoberdorf mit seinen Ortschaften vor allem bei „Natur und Erholung“ mit den Pfunden wuchern. Die Verbindung von Kernstadt und Ortsteilen sei „unsere Stärke“, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Zur Marke Marktoberdorf ergänzte er, da würden die Kernstadt und die sechs Stadtteile dazu gehören.

Der Rathauschef verwies darauf, dass im September das Hotel Weitblick eröffnet. Es hat 98 Zimmer. Es nimmt Übernachtungsgäste auf, empfiehlt sich zudem als Tagungshotel. Ein Schwerpunkt sei der Bereich „Wellness“ mit einer der größten Saunalandschaften im Ostallgäu betonte der Bürgermeister.

Carolin Beylschmidt, als Abteilungsleiterin im Rathaus u.a. für Bürgerservice und Touristik zuständig, berichtete rückblickend auf 2017 von 98 Führungen mit 1475 Teilnehmern – eine deutliche Steigerung. Letztes Jahr hatte sich die Interessengemeinschaft der Gästeführer in Marktoberdorf gebildet; von dieser IG war Andrea Guggenmos in der Sitzung des Ausschusses anwesend. Das Angebot der Führungen wird heuer ausgeweitet – unter anderem mit den Themen „Ratsch und Tratsch z‘ Oberdorf“ mit Geschichten aus der Gründerzeit und mit „Schwarze Pocken, Beulen, Schnabelmasken“.

Neue Mitarbeiterin

Ein neues Gesicht bei der Stadt Marktoberdorf ist nach dem Weggang der früheren Mitarbeiterin Sarah Michna die 19-jährige Jennifer Pacholke, die sich den Stadträten vorstellte. Sie wohnt in Stöttwang. Nach der Mittleren Reife machte sie im Skyline-Park bei Türkheim die Ausbildung zur Kauffrau für Touristik und Freizeit. Seit Frühjahr 2018 arbeitet sie zusammen mit Linda Bader im Touristikbüro der Stadt Marktoberdorf.

jj

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