Brutaler Kicker 

Prügel-Attacke auf Trainer

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Trainer Norbert Schmidbauer einen Tag nach der Prügel-Attacke: Nasenbeinbruch und Gehirnerschütterung sind die Folgen.

Marktoberdorf – Ein böses „Foul“ musste Norbert Schmidbauer, Trainer des Fußballvereins TSV Marktoberdorf, am Samstag verkraften. Ein gegnerischer Spieler schlug ihn mit der Faust krankenhausreif. Nun steht die Frage nach einer Bestrafung im Raum.

„Das ist wie aus heiterem Himmel passiert“, wirkte Marktoberdorfs Cheftrainer Norbert Schmidbauer einen Tag nach dem ihn ein Fellheimer Spieler krankenhausreif schlug, immer noch fassungslos. Das sei ihm in seiner langjährigen Fußballkarriere noch nie passiert. Im Bezirksliga-Spiel zwischen dem TSV Markt- oberdorf und dem ASV Fellheim stand die erste Halbzeit ganz im Zeichen des Abstiegskampfs, doch was in der Halbzeitpause passierte, ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Der 55-jährige Norbert Schmidbauer steht seit mehr als zehn Jahren in den Diensten des TSV Marktoberdorf. Doch jener Samstag wird ihn wohl immer in Erinnerung bleiben. Auf dem Weg in die Kabine wollte der Cheftrainer eine verbale Auseinandersetzung zwischen zwei Spielerin schlichten. „Hört doch auf“, ruft er den Beteiligten zu. Doch danach kann sich Schmidbauer an gar nichts mehr erinnern. Nach Zeugenaussagen hat ihn ein 33-jähriger Türke des ASV Fellheim einfach niedergestreckt. Schmidbauer wachte erst Minuten später in seiner eigenen Blutlache wieder auf. Erschütternde Diagnose im Krankenhaus: Nasenbeinbruch, eine doppelte Platzwunde im Gesicht, geschwollene Augen und eine Gehirnerschütterung. Norbert Schmidbauer bekommt nur am Rande das weitere Geschehen mit. Polizei und Notarzt rücken an. Doch warum der Fellheimer so hart und gezielt den Marktoberdorfer Übungsleiter ins Gesicht schlug, bleibt weiterhin ein Rätsel. Für den Technischen Leiter des TSV, Hans Scholz, ist dies alles nicht nachvollziehbar. „Das Fußballspiel verlief bis zur Halbzeit doch fair. Es gab keine Zwischenfälle. Fußball lebt von Emotionen. Dass es dann doch so derart ausarten kann, macht mich fassungslos“. Laut Scholz wäre es jetzt falsch auf den Verein ASV Fellheim loszugehen.

Dass der Türke schon öfters negativ auffiel, wird einem erst jetzt bewusst. Im Hinspiel wurde er gegen den TSV Marktoberdorf mit einer Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen. An eine Fortsetzung des Fußballspiels dachte keiner mehr. Der Augsburger Schiedsrichter Danijel Djordjevic rief sofort die beiden Spielführer Michael Strehle (Marktoberdorf) und Christian Körper (Fellheim) zu sich. Unter dem Eindruck des stark blutenden Trainers Schmidbauer waren sich die Kapitäne schnell einig, dass unter diesen Umständen das Spiel nicht fortgesetzt werden konnte. Der Unparteiische pfiff die Partie nicht mehr an. 

Das Sportgericht des Bayerischen Fußballverbandes wird jetzt zu entscheiden haben, welche Konsequenzen aus dem Spielabbruch zu ziehen sind. Für den 33-jährigen mutmaßlichen Übeltäter, der Norbert Schmidbauer eiskalt mit der Faust ins Gesicht schlug, wartet ein zivilrechtlicher Prozess. Ob der Verband den Spieler lebenslang sperrt, bleibt abzuwarten. Norbert Schmidbauer hingegen wird dieses Jahr wohl nicht mehr an den Fußballplatz zurückkommen. Der Polizeioberkommissar aus Kaufbeuren ist nach dem Vorfall erst einmal krankgeschrieben. Die Polizei und Staatsanwaltschaft hingegen befassen sich nun mit diesem Fall. Stefan Günter


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