Hier trainieren Sebastian Vettels Nachfolger

MotorSportClub Marktoberdorf weiht sein neues Kartslalom-Trainingsgelände und Vereinsheim ein

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Der Platz des MotorSportClubs Marktoberdorf am Ortsrand des Stadtteils Geisenried ist nun „vom ADAC geförderte Sportanlage“ und Anlaufpunkt für alle jugendlichen Sportbegeisterten im Kartslalomsport.

Marktoberdorf-Geisenried – Nach zweijähriger Bauzeit hat der ADAC MotorSportClub Marktoberdorf vergangene Woche in Geisenried sein Vereinsheim und Trainingsgelände eingeweiht. Der ADAC überreichte die offizielle Plakette zur geförderten Sportanlage.

Am vergangenen Wochenende konnten die Mitglieder des MSC die Fertigstellung ihres Vereinsheimes samt Rennstrecke am Ortsrand von Geisenried feiern. Der Verein hatte 2014 das Grundstück erworben und mit viel persönlichem Einsatz die Bäume und Büsche beseitigt, bevor asphaltiert werden konnte. Ab 2015 begann dann das Training für den Kart­slalom. Unter der rührigen Leitung des ersten Vorsitzenden Jürgen Herbein nahm die Gemeinschaft ab 2016 den Bau eines Vereinsheims in Angriff und erstellte das Mauerwerk, ohne örtlichen Strom und Wasser, vollständig in Eigenleistung. Bereits im November des gleichen Jahres konnte sie Richtfest feiern. Insgesamt mehr als 2.750 Arbeitsstunden erbrachten die fleißigen Mitglieder für ihr Vereinsheim und feierten nun die Einweihung. „Viele Stunden sind in das Gebäude geflossen und es ist kein Unfall passiert“, freute sich Jessica Herbein, erfolgreiche Sportleiterin beim MSC mit sieben Endlaufteilnehmern aus ihrem Kartjugendteam bei den letzten Meisterschaften im Jugend-Kartbereich.

Carl Singer, dritter Bürgermeister von Marktoberdorf, erinnerte in seinen Grußworten an die Grasbahnrennen, die der MotorSportClub seit den 1960er Jahren organisiert hatte. Legendär blieben die 21 Auerbergrennen, die man zusammen mit befreundeten Clubs veranstaltet hatte. Inzwischen habe man den Weg von der Rennorganisation zur Jugendarbeit eingeschlagen. „Ebenso gehört der MSC zu den regen Teilnehmern beim Marktoberdorfer Faschingsumzug“, lobte Singer die Mitglieder. Die Stadt fördere diese „vorbildliche Jugendarbeit“, betonte Singer und wünschte im Namen aller Stadträte „Pylonenfreies Fahren“.

ADAC-geförderte Anlage

Friedhelm Kissel, Vorsitzender des Sportstättenvergabeausschusses beim ADAC, war extra aus der Pfalz angereist und übergab das offizielle ADAC-Schild, das den Platz nun als ADAC-geförderte Sportanlage ausweist. „Wenn so ein Platz einmal da ist, kommen immer mehr Sportinteressierte“, prophezeite Kissel.

Friedhelm Kissel (re.), Vorsitzender des Sportstättenvergabeausschusses beim ADAC, überreicht das offizielle Schild an Vereinsvorstand Jürgen Herbein. Der Platz des MotorSportClubs Marktoberdorf ist nun eine „vom ADAC geförderte Sportanlage“.

Auch Martin Krisam, ADAC-Vorstand für Ortsclubarbeit und zugleich Jugendreferent im ADAC Südbayern e.V., lobte die Anlage: „Er bietet nun optimale Trainingsbedingungen und Möglichkeiten für Kartslalomwettkämpfe.“ Bei 214 verschiedenen Ortsclubs in Südbayern gebe es rund 30 verschiedenste Anlagen, was nur durch engagierte Mitglieder zu erreichen sei. Krisam lobte das Engagement der Familie Herbein, bei der Vater Jürgen den Verein führe, Tochter Jessica sich von der erfolgreichen Fahrerin zur erfolgreichen Trainerin entwickelt habe und Mutter Petra sich um Sponsoren kümmere. Der Jugendreferent wünschte sich, „dass die Sportanlage des MSC zum Leuchtturmprojekt wird und zur Nachahmung anregt.“

Anschließend segnete Diakon Christoph Schwarzer das Vereinsheim, die Anlage und die Anwesenden und verglich die christliche Forderung nach Fairness und Rücksicht mit dem Paragraphen Eins aus der Straßenverkehrsordnung: „ständige Vorsicht und Rücksicht auf andere“.

Nicht nur die Geschwindigkeit zählt

Beim Jugend-Kartslalom starten Kinder und Jugendliche von sieben bis 18 Jahren in fünf Klassen. Dabei geht es weniger um absolute Geschwindigkeit, als vielmehr um Geschicklichkeit. Ein Parcours muss schnellstmöglich befahren werden, wobei die aufgestellten Verkehrshütchen (Pylone) nicht berührt, umgefahren oder verschoben werden dürfen. Dabei gibt es gekennzeichnete Wege, Kurven, Bremszonen, die teilweise mehrfach und von verschiedenen Richtungen angefahren werden und mitdenken erfordern und somit Kinder und Jugendliche auf zukünftige Verkehrssituationen im Straßenverkehr vorbereiten. Im Übrigen: Auch Formel-1 Weltmeister Sebastian Vettel hat mit jungen Jahren die Grundlagen für seine Karriere im Kartsport gelegt.

von Wolfgang Krusche

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