Traumberuf zum Greifen nah

Rund acht Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse als im Vorjahr gibt es heuer zum Start des Ausbildungsjahres 2012/13 – eine Zahl, die sich sehen lassen kann. Zudem liegen der Handwerkskammer Schwaben (HWK) schon zum jetzigen Zeitpunkt 65 Prozent aller Lehrverträge vor (Vorjahr: 60 Prozent). Für Anette Göllner, die Leiterin der Hauptabteilung Berufsausbildung, sind diese Zahlen keine positive Überraschung, sondern eine Folge des demografischen Wandels. Immer we- niger Schulabgänger verteilen sich auf die Betriebe für so manchen eine gute Chance, auch mit eher mittelmäßigen Noten einen Ausbildungsplatz für den Traumberuf zu bekommen.

„Die Unternehmen spüren klar den demografischen Wandel. Die Zahl der Schulabgänger ist auch in diesem Jahr rückläufig, und schon seit Monaten verzeichnen wir ein engagiertes Suchen der Unter- nehmen nach geeigneten Nachwuchskräften, die berufsabhängig für die Handwerksbetriebe deutlich schwieriger zu bekommen sind“, berichtet Anette Göllner. Besondere Lücken entstehen laut der Leiterin der Hauptabteilung Berufsausbildung bei den Lebensmittelhandwerken und bei den Bau- und Ausbauberufen. Ein weiterer Grund für den Azubi-Engpass sei die, so Göllner, „hervorragende Konjunktur“ im Handwerk. „Unser Wirtschaftszweig ist sehr personalintensiv, 80 Prozent der Beschäftigten sind Fachkräfte und die meisten Tätigkeiten im Handwerk lassen sich nicht automatisieren. Speziell im Bereich der energetischen Ge- bäudesanierung und bei der Umsetzung der Energiewende brauchen die Betriebe Experten, die die geforderten komplexen Zusammenhänge be- herrschen“, erläutert Göllner. Schüler im Vorteil Für junge Menschen hat die Situation durchaus Vorteile. So haben Schulabgänger mit guten Abschlüssen häufig eine Stelle in ihrem Traumberuf bekommen und selbst leistungsschwächere Kandidaten hatten in der jüngeren Zeit häufig die Chance, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Allerdings, so schränkt sie ein, „einen Grundstock an schulischen Vorkenntnissen braucht es schon – denn es dürfen auch die theoretischen Anforderungen der anspruchsvollen Handwerksberufe nicht außer Acht gelassen werden“. Die Praxis baue zwar oft eine Brücke zur Theorie, aber am Ende müssen die Prüfungen, sowohl praktisch als auch theoretisch, bestanden werden. Die Unternehmen seien daher gut beraten, Praktikanten gewissenhaft zu begleiten und Ergebnisse zu dokumentieren. „Ein Betrieb, der seine Praktikanten ernst nimmt und sich kümmert, wird von den jungen Menschen bei der Wahl des Ausbildungsplatzes bevorzugt,“ ist sich Göllner sicher. Clevere Berufswahl Aber was tun, wenn man den persönlichen „Traumberuf“ für sich noch gar nicht gefunden hat? „Wer sich überhaupt noch nicht schlüssig ist, findet im Internet auf den Berufsorientie- rungsseiten der HWK www.hwk-schwaben.de viel Wissenswertes und gute Tipps,“ ermuntert Anette Göllner die jungen Menschen zur Eigeninitiative. „Unsere Nachwuchswerbekampag- nen „Macher gesucht“ (www. lehrlinge-fuer-bayern.de) sowie eine witzige Imagekampagne mit Simon Gosejohanns Berufe-Checker-Filmen (www.handwerk.de) bieten fundierte Infos zu allen handwerklichen Berufen“. Ebenso kooperiert die Handwerkskammer Schwaben mit dem Bayerischen Landes-Sportverband sowie diversen Profisportclubs. Auch auf den Lehrstellenbörsen in Schwaben und in Schulen ist das Beratungsteam der Handwerkskammer ständig präsent.

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