Trauriger Abschied

Traurig und bestürzt war Obergünzburg im April, als Pfarrer Johannes Huber nach nur neun Jahren Amtszeit überraschend seinen Rücktritt aus der Gemeinde ankündigte. Lange Zeit versuchten die Gläubigen, ihren Geistlichen zum Bleiben zu bewegen, doch trotz intensivster Bemühungen – darunter Gespräche in Augsburg und eine Gebetsandacht mit über 1000 Gläubigen - blieb Huber bei seiner Entscheidung und wechselt nun nach Igling.

Kürzlich bereitete ihm die Pfarrei einen rührenden Abschied. Auch Pfarrer Abraham, der als Kaplan drei Jahre in Obergünzburg gewirkt hat und nun Pfarrer in Velden wird, wurde respektvoll verabschiedet. Zum Abschiedsgottesdienst waren erneut 1000 Gläubige in die Pfarrkirche gekommen und beteten um den Erhalt der lebendigen Pfarrei. Unter den Gottesdienstbesuchern waren auch viele evangelische Christen und demonstrierten Hubers Verdienste um die Ökumene. Mit Huber zelebrierten die Pfarrer Abraham Vanchipura, Georg Albrecht und Günter Weber. Musikalisch umrahmten Kinderchor, Kirchenchor und der Jugendchor Highlights den festlichen Gottesdienst, sowie Hubert Holzheu (Trompete) und Mario Eder (Orgel). 40 mitwirkende Ministranten und die Fahnenabordnungen der Vereine demonstrierten ihre Verbundenheit mit Kirche und Pfarrer. Als Pfarrer Huber den Segen sprach, hatten viele Kirchenbesucher Tränen in den Augen. Der zweite Teil der Verabschiedung fand anschließend im vollbesetzten Hirschsaal der Gemeinde statt. Die zahlreichen Reden und die Musikbeiträge machten das herzliche Verhältnis, das die Obergünzburger zu ihrem Pfarrer hegten, sehr deutlich. Unter den Gäs- ten waren die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, Landrat Johann Fleschhut und Sr. Oberin Regina (Crescentia-Kloster) mit zwei Mitschwestern, die durch ihre Anwesenheit die Leistungen von Pfarrer Huber würdigten, die weit über die Kirchenmauern hinaus in den Landkreis strahlten. „Spitze, dass du da warst", sangen die Mädchen und Jungen des Kinderchores herzhaft. Angelika Schorer und Johann Fleschhut dankten Huber für seinen großartigen Einsatz für die ihm anvertrauten jungen und alten Menschen. Die beiden Obergünzburger Bürgermeister zollten ihm großen Respekt und dankten für eine „starke, lebendige katholische Kirche, welche den Zusammenhalt am Ort fördert". Für Melanie Spahn (Jungkolping) war Huber „stets ein wichtiger Spielführer, bei dem alle mitspielen durften". Auch Thomas Jäckle (Kolping) und die beiden Schulleiter Bernhard Marz und Hermann Wiedemann lobten Hubers Einsatz für die Menschen sowie seine pädagogischen Fähigkeiten. Die Mitbrüder Abraham und Albrecht verabschiedeten den Geistlichen mit Dankbarkeit und Wehmut. Die Vertreter der evangelischen Kirche, Pfarrer Friedrich Martin und Stefan Sörgel, unterstrichen in einem Sketch die hohe Wertschätzung, die Huber bei allen und auch in der evangelischen Gemeinde genoss und rühmten ihn als einen großen Brückenbauer. Werner Hofmann vom Förderverein Krankenhaus erinnerte mit großer Dankbarkeit an die Lichterkette, die Huber im Februar 2005 sehr erfolgreich zum Erhalt des örtlichen Krankenhauses mitorganisiert hatte. Religionspädagoge Franz Bartl zitierte einen Schülerbeitrag: „Wenn du gehst, bin ich echt traurig! Du bist der beste Pfarrer der Welt!" Viele Musikgruppen, die in der Pfarrei ihren Dienst versehen, brachten ihre Botschaft in zum Teil umgetexteten Liedern. Die Highlights ernannten Huber kurzerhand durch Überreichung eines Pullis zum Ehrenmitglied, während der Trachtenverein einen Schuhplattler tanzte. Erna Mödl, PGR-Vorsitzende, dankte dem Pfarrer für die "innigen, lebendigen Gottesdienste" und übergab im Namen der Vereine Pfarrer Huber einen Laptop. Von der Kirchenverwaltung erhielt Huber das Ehrenkreuz, das aus 500-Jahre altem Glas aus dem Kirchenfenster der Pfarrkirche gefertigt ist. „Nach nur neu Jahren!" fügte Hermann Knauer hinzu, „ihre Vorgänger mussten dafür 40 Jahre in Obergünzburg wirken." Sichtlich gerührt nahm Pfarrer Huber all die Ehrungen entgegen. Knisternde Spannung trat ein, als er sich abschließend bei allen für so viel tolle Zusammenarbeit bedankte. "Wir geben nichts gerne her, was wir lieben", sagte er, „ich habe diesen Augenblick gefürchtet! In Obergünzburg sind viele Talente wirksam, es ist eine lebendige Pfarrgemeinde. Ich werde es nie vergessen!"

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