Trend zur Sicherheit

Erfolgreiche Geschäftszahlen für das Jahr 2010 der Sparkasse Kaufbeuren präsentierten die Vorstände Franz Endhardt (von links) und Winfried Nusser sowie Hubert Weikmann, stellvertretender Vorstand. Foto: Simm

Die Finanzkrise ist überwunden: Mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 15,3 Millionen Euro und einem auf 92,6 Millionen Euro gesteigerten Eigenkapital für das Geschäftsjahr 2010 belegt die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren dies sehr anschaulich. Aktuell sind Modernisierungen in den Geschäftsstellen in Pforzen und Germaringen geplant.

Die Mitarbeiterzahl hielt das Bankunternehmen mit 330 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Durch ein straffes Management bei den Sachkosten und höhere Provisionseinnahmen gelang es der Sparkasse Kaufbeuren, ihr Ergebnis für das vergangene Geschäftsjahr deutlich zu verbessern. Das Finanzdienstleistungsinstitut schloss 2010 mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 15,3 Millionen Euro ab; im Vorjahr lag das Betriebsergebnis bei 14,6 Millionen Euro. Das Eigenkapital konnte von 81,3 auf 92,6 Millionen Euro gesteigert werden. Im Hinblick auf die Anforderungen, die durch Basel III ab 2017 auf die Bank zukommen, ist die Sparkasse bereits gerüstet, erläutert Vorstandsvorsitzender Winfried Nusser. Bei Basel III geht es beispielsweise um das Verhältnis der Eigenkapitalausstattung zu den ausgegebenen Krediten. Im Jahr 2010 sei der Trend der Kunden zu sicheren Anlagen deutlich spürbar gewesen. Die auf 919 Millionen Euro gestiegenen Kundeneinlagen wurden verstärkt in klassischen Anlageformen angelegt; sogar das Sparbuch erlebte eine lange nicht mehr gekannte Nachfrage. Bei den Immobilien wurde ebenfalls ein merklicher Zuwachs verzeichnet. Die Sparkasse meldet die Abschlüsse von 1600 Bausparverträge mit einer Gesamtbausparsumme von rund 70 Millionen Euro. Die Zahl der vereinbarten Lebensversicherungsverträge konnte um 64 Prozent erhöht werden. Ihre Partnerschaft zu regionalen Unternehmern und Selbstständigen unterstrich Vorstand Winfried Nusser in seinen Ausführungen zur Kreditvergabe. Von den insgesamt 936 Millionen Euro Kundenausleihungen wurden zwei Drittel von Gewerbetreibenden in Anspruch genommen. Rund 200 örtliche Vereine und Verbände wurden von der Sparkasse im vergangenen Jahr mit einer Gesamtsumme von 300000 Euro unterstützt. Für 2011 sind Investitionen in die Geschäftsstellen in Pforzen und Germaringen geplant. Während in Germaringen das Dach bereits gedämmt und eine Photovoltaikanlage installiert wurden, folgt die Fassade in den kommenden Wochen. Die Planungen für eine umfangreiche Modernisierung der Filiale in Pforzen laufen derzeit. Vorstand Franz Endhardt rechnet mit Kosten in Höhe von rund 800000 Euro; die Maßnahmen sollen noch dieses Jahr umgesetzt werden. Erst vor wenigen Wochen trennte sich die Sparkasse von 54 Wohnungen aus ihrem Bestand, die sich in vier Mehrfamilienhäusern an der Neugablonzer Straße befinden. Ursprünglich wollte die Sparkasse die Häuser umfassend, insbesondere nach energetischen Gesichtspunkten, sanieren. Laut Endhardt würden die Sanierungskosten bei etwa acht Millionen Euro liegen und somit fast den Kosten für Neubauten entsprechen. Somit sei eine Sanierung auf eigene Kosten nicht rentabel und daher die Entscheidung zum Verkauf gefallen. “Wir wollen weder Bauträger spielen noch ein Hotel betreiben”, sagt Winfried Nusser. Über den Käufer und den Kaufpreis schweigt das Bankinstitut. Inwieweit sich die Sparkasse Kaufbeuren als Investor für einen anstehenden Neubau eines Parkhauses, nach dem notwendigen Abriss des jetzigen Parkhauses Süd, betätigt, ist laut Nusser derzeit noch unklar. Aktuell werden die Zahlen, wie Investitionssumme und mögliche Einnahmen, geprüft. Eine Entscheidung soll im Laufe des Monat Mai gefällt werden. Der Sparkasse sei es jedoch wichtig, ein neues Parkhaus möglichst bald zu eröffnen, um auch die Kundenströme aus dieser Richtung für die Geschäfte in der Passage und auch für ihre eigene Hauptstelle in der Ludwigstraße zu erhalten.

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