Trennungsstreit endet vor Gericht

Verschiedene Tatbestände von Nötigung über Körperverletzung, Bedrohung bis hin zur sexuellen Nötigung wurden einem 28-jährigen Kaufbeurer kürzlich vor dem ansässigen Amtsgericht vorgeworfen. Verurteilt wurde er am Ende wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Seine geschiedene Frau hatte wegen mehrerer Vorfälle, die während der Ehe passiert waren, Anzeige erstattet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder, beide haben zudem Nachwuchs aus vorherigen Beziehungen. Hauptgegenstand der Befragungen war anfangs eine „sexuelle Nötigung“, die der aus Ostdeutschland stammende Eisenbinder Anfang 2010 während einer „Rangelei“ mit einer Bekannten begangen haben sollte. Die Betroffene, eine gemeinsame Freundin des damaligen Paares, sagte aus, man habe sich häufig aus Spaß geärgert und die Kräfte gemessen. Dabei habe der Angeklagte ihr plötzlich in eindeutiger Weise „zwischen die Beine gefasst“. Daraufhin habe sie der achtjährigen Tochter der Hausfrau, die zu dem Zeitpunkt anwesend war, zugerufen, sie solle ein Glas Wasser holen, um es dem Mann über den Kopf zu schütten – laut Staatsanwältin ein Hinweis darauf, dass sich die Frau bedroht gefühlt habe. Des weiteren gab die Exfrau des Beschuldigten an, er habe sie am Telefon mit dem Satz „Ich schlage dir den Schädel runter, wenn du mich nicht reinlässt“ bedroht, als sie ihm mitgeteilt hatte, dass er aus dem gemeinsamen Haus ausziehen sollte. Bei einem Streit habe er sie zudem am Bein verletzt. Diese beiden Sachverhalte musste der 28-jährige nach längerem Hin und Her einräumen. Der Eindruck, sein Mandant sei ein gewalttätiger und furchteinflößender Mensch, sei jedoch so nicht richtig, wie der Verteidiger nach den Zeugenaussagen betonte. Der junge Mann sei schlicht und einfach mit der ehelichen Situation und dem „Rausschmiss“ überfordert gewesen. Auch sei der Vorwurf der sexuellen Nötigung erst lange nach dem eigentlichen Vorfall im Rahmen der Scheidung geäußert worden. Da der Angeklagte anscheinend mehrere Seitensprünge begangen hatte, sei hier viel „Verletztheit im Spiel“, so der Anwalt. Sogar der sexuelle Missbrauch einer Stieftochter sei seinem Mandanten während eines früheren Gerichtsstreits schon vorgeworfen worden, die Anklage konnte damals nicht bestätigt werden. „Dieser Gerichtsstreit ist ein klassisches Beispiel dafür, wie sich Expartner gegenseitig das Leben schwer machen können“, erklärte er. Anklagen wegen Missbrauchs oder anderer Sexualdelikte würden dabei zeitweise fast zum Standard-Repertoire gehören. Der Vorwurf der sexuellen Nötigung konnte im aktuellen Verfahren nicht gehalten werden. „Der Angeklagte hat sicher eine Grenze überschritten, jemanden zu einer sexuellen Handlung zu zwingen ist aber eine andere Sache“, so der Richter. Beide Expartner sagten übrigens aus, seit der Trennung verstehe man sich einigermaßen gut – ein Glück wenigstens für die gemeinsamen Kinder.

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