Hilfe gefordert

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Thomas Kölbl, BBV-Geschäftsführer (v. li.), Markus Müller, Leiter BBV-Hauptgeschäftsstelle Augsburg, Gabi Paulsteiner, Kreisbäuerin, Markus Ferber, Europaabgeordneter, Ilse Mittelmair, stellvertretende Kreisbäuerin, Martin Stadler, Mitglied BBV-Kreisvorstandschaft und Josef Nadler, Kreisobmann.

Ostallgäu – Aufgrund der aktuellen Preismisere bei Fleisch als auch bei Milch hat das Treffen einer Delegation des BBV Ostallgäu mit dem Europaabgeordneten Markus Ferber (CSU) kürzlich zusätzlich an Brisanz gewonnen. So war neben vielen anderen Themen, das Hauptthema der Gesprächsrunde, Möglichkeiten auszuloten, wie die EU den Landwirten in ihrer aktuell prekären Situation helfen kann.

Ferber sagte zu, sich für eine vorzeitige Auszahlung der Direktzahlung einzusetzen, um den Landwirten in ihren aktuellen Liquiditätsengpässen zu helfen. Dies löse zwar nicht das Problem der niedrigen Milch- und Fleischpreise, helfe jedoch den Landwirten, nicht noch zusätzlich Liquiditätsdarlehen bei der Bank aufnehmen zu müssen. 

Laut Ferber seien noch rund zwei Milliarden Euro im Agrarhaushalt verfügbar. Es gebe aber auch hier bereits andere Begehrlichkeiten, so Ferber. 

Kreisobmann Josef Nadler ist der Ansicht, dass dieses Geld nicht für andere Zwecke ausgegeben werden darf, vor allen Dingen nicht in dieser für die Landwirte so schwierigen Preissituation. Eine gute Möglichkeit, positive Signale in den Markt zu senden, sind laut Nadler Exporterstattungen in Schwellenländer. Dies entlaste den europäischen Markt und führe damit zu besseren Preisen, so Nadler. 

Beide Parteien waren sich einig, dass die Intervention eine Notfallmaßnahme sein könne und auch private Lagerhaltung weiterhin finanziell unterstützt werden solle. Die Intervention habe jedoch den Nachteil, dass mögliche Preisanstiege in der Zukunft durch die Auslagerung wieder verzögert würden. 

Kreisbäuerin Gabi Paulsteiner gab zu bedenken, dass gerade jetzt hohe Steuernachzahlungen aus den vergangenen Jahren und vor allen Dingen hohe Vorauszahlungen auf die Landwirte zukämen. Um dies auszugleichen, sei eine sogenannte Risikorücklage durchaus sinnvoll. So müssen die Betriebe nicht gerade dann hohe Steuern bezahlen, wenn Gewinn- und Umsatzeinbußen im Betrieb zu Buche schlagen, so Paulsteiner. 

Abschließend betonte Nadler nochmals die Dringlichkeit der Anliegen der Bauern sowie die Wichtigkeit stabiler Märkte für die Existenz der Familienbetriebe in Bayern. Ferber sagte seine Unterstützung für die Anliegen der Bauern im Europaparlament ausdrücklich zu.

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