Auspowern oder spazieren

Trimm-Dich-Pfad am Klosterwald ist Anziehungspunkt für Jung und Alt

Trimm-Dich-Pfad am Klosterwald
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Erwachsene und Kinder toben sich im Trimm-Dich-Pfad am Klosterwald gerne aus, wie hier ein Vater mit seinen zwei Jungs.

Kaufbeuren – Der Trimm-Dich-Pfad am Klosterwald im Norden Kaufbeurens gehört zu den beliebtesten Lauf- und Mountainbike-Strecken der Umgebung. Auch viele Spaziergänger nehmen das weitläufige Areal gerne her, um Kraft zu tanken. Besonders in Corona-Zeiten sind dort viele Hobbysportler anzutreffen. 

Im Oktober 1973 wurde der Trimm-Dich-Pfad (TDP) durch den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren, Rudolf Krause, offiziell eröffnet. Die Parcourlänge beträgt rund 2,4 Kilometer. Es gibt auch eine Sprintstrecke von 100 Metern. Im weiten Rund sind derzeit 19 unterschiedliche Stationen aufgebaut. Von daher ist der TDP auch für Kinder bestens geeignet. Der städtische Bauhof entscheidet gemeinsam in Abstimmung mit den Sportvereinen darüber, welche Geräte der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Noch gibt es keine Regeln im TDP, „aber in Zukunft soll es eine Art Hausordnung geben“, sagte Wolfgang Kontny vom Städtischen Bauhof. Die zur Verfügung stehende Strecke ist für jeden zugänglich und für niemanden verboten. Nur Reitern wird der Zugang verwehrt.

Der Trimm-Dich-Pfad wird auch für Videodrehs genutzt. Auf Empfehlung eines Kaufbeurer Videoprozenten kamen aus dem Nürnberger Land Kampfsportler, die in den sozialen Medien Fitness mit Comedy unter „Highlander Horst“ kombinieren.

90 Höhenmeter auf rund zehn Kilometer

Thomas Lechner vom TV 1858 Kaufbeuren ist regelmäßig im TDP unterwegs. Selbst als kleines Kind sei er sogar mit seinem Vater dort immer gelaufen. „Ich kenne fast alle Wege und die viele Routen“, verweist er bei Läufern auf die bekannte „Hölle“. Vom Parkplatz aus, in der Mindelheimer Straße, bis zum höchsten Punkt, nämlich kurz vor Bickenried, lassen die Läufer etwa 90 Höhenmeter hinter sich. Die Strecke dorthin ist etwa zehn Kilometer lang. Eine weitere Strecke führt nach Kleinkemnat. Immer wieder sind auch Mountainbiker unterwegs, die sich auch hier sportlich betätigen. In der Tat nutzen selbst Familien das weitläufige Areal für einen gemütlichen Sonntagsspaziergang. Jung und Alt sind im TDP vertreten. „Ich finde, die Laufstrecken sind abwechslungsreich, es geht auch mal bergauf und querfeldein. Gerne nutze ich den Treppenlauf. Danach brennen mir schon des Öfteren die Oberschenkel“, erzählt Lechner. Dass viele Hunde freiläufig herumlaufen, obwohl Leinenpflicht herrscht, stört ihn dann schon ein wenig. Trotzdem empfiehlt Lechner, der Mitglied der Tischtennis- und Leichtathletik-Abteilung des Kaufbeurer Vereins ist, den TDP am Klosterwald. Als Marathon-Läufer bereitet sich der 49-Jährige häufig auf Wettkämpfe dort vor.

Selbst Ultraläufer Bernhard „Bam“ Epple hat hier schon unzählig viele Kilometer abgespult. Direkt am Tennisplatz können Läufer via Trampelpfad die Hauptrouten umgehen. „Dort geht es aber steil bergauf.“ Als großen Vorteil sieht Bam die Flexibilität bei der Routenwahl. „Will ich zwölf oder nur vier Kilometer laufen. Man ist weg von der Straße, hat als Läufer einen super Bereich. Allerdings kann man sich, wer sich nicht auskennt, auch schnell verlaufen.“

Ein Spaziergang tut es auch

Nicht ganz so abwechslungsreich ist der Trimm-Dich-Pfad dagegen am Bärensee in Hirschzell. Unmittelbar nach dem Segelclub gabelt sich der Weg. Viele Spaziergänger laufen rechts in Richtung Wehr zum Bachtelsee. Die eigentlich Laufstrecke, die Bam sehr häufig nutzt, geht links ab. „Ich habe den Vorteil, dass dieser Bereich weniger frequentiert ist.“ Doch was ist hier anders? Etwa bei der Halbzeit der Runde gibt es eine Steigung von 20 bis 30 Höhenmetern. „Dieser Bereich ist absolut wurzelig. Das macht die Strecke auch so besonders.“ Hier gibt es ebenfalls einige Geräte zum Ausprobieren. Und wer sich mehr zutraut, kann sogar bis zur Mooshütte laufen. Wohlgemerkt, ein ausgedehnter Spaziergang tut es auch.

Stefan Günter

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