Bürgermeister Hauser verabschiedet langjährige Mitglieder

Trotz Abstand herrscht Einigkeit im Kaltentaler Gemeinderat

+
Aufgrund seines schlechten Zustandes wird das Haus in der Kammerer-Perchtold-Straße unweit des Rathauses abgerissen.

Kaltental-Frankenhofen – Zum ersten Mal seit der Einweihung des neuen Rathauses im Mai 2006 fand die Gemeinderatssitzung des Marktes Kaltental vergangene Woche nicht im Sitzungssaal statt. Aufgrund der momentanen Abstandsregelungen wurde die insgesamt 17 Tagesordnungspunkte ins Pfarrheim Frankenhofen verlegt. Neben diversen Bauplänen wurde auch über finanzielle Anträge abgestimmt.

Die Gemeinderatsmitglieder waren sich im Beisein etlicher Besucher über alle getroffenen Entscheidungen komplett einig. Statt wie üblich auf Papier wurden alle wichtigen Pläne und Fotos per Bea­mer an die Wand geworfen. Architekt Josef Ried stellte die Änderungen im Bebauungsplan „Gewerbegebiet Blonhofen Nord“ vor. In Absprache mit dem Landratsamt wurde von einem Mischgebiet abgesehen. Der geplante Wendehammer wird geschlossen, die Ausgleichsflächen wurden zugunsten eines zehn Meter breiten Streifens neu berechnet. Im Sinne des Landrats­amtes sei eine Linksabbiegespur für das Gewerbegebiet. Die Gemeinderatsmitglieder forderten aber, dass vor einer derartigen Entscheidung das dortige Verkehrsaufkommen geprüft werden solle. Ansonsten stimmen die Räte dem Auslegen des geänderten Bebauungsplanes zu.

Gleich zwei marode Baustellen musste Bürgermeister Manfred Hauser in der Sitzung präsentieren. So zeigte er den erheblichen Schaden eines gemeindeeigenen Hauses in der Kammer-Perchtold-Straße. Nachdem es für Asylbewerber provisorisch renoviert worden war, sei es nun aufgrund von Schimmel in einem so desolaten Zustand, dass ein Abriss die einzige sinnvolle Entscheidung sei. Einstimmig stimmte der Gemeinderat für den Abriss und entschied sich für die Vergabe dieses Auftrags für rund 22.000 Euro. Was mit dem Platz unweit des Rathauses geschehen soll, blieb offen. „Der alte Gemeinderat reißt ab, der neue baut auf“, brachte es Ratsmitglied Alois Jedelhauser treffend auf den Punkt.

Auch um das vor zehn Jahren erworbene Salzsilo der Gemeinde steht es nicht gut. Bei Überprüfungen sei aufgefallen, dass dieses durchgerostet sei. Für 14.000 Euro wird jetzt ein gebrauchtes Silo mit spezieller Beschichtung erworben, das auf dem alten Fundament Platz finden soll.

Der Hausherr des Pfarrheims, die Kirchenstiftung Frankenhofen, bat um einen Zuschuss für verschiedene Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. So hatte die defekte Glockenläutanlage repariert werden müssen, für das Pfarrheim wurde ein neuer Sickerschacht gebaut und der Marien- und Hochaltar soll renoviert werden. Der anwesenden Kirchenpfleger Günter Ulke bedankte sich für die Zusage der Gemeinde über eine Unterstützung von 8000 Euro.

Im Namen des Veteranenvereins Aufkirch-Blonhofen sowie der Feuerwehrvereine Aufkirch und Blonhofen hatte Kommandant Andreas Jedelhauser einen Antrag für eine Industriespülmaschine gestellt. Die Vereine gestalten das ganze Jahr über das gesellschaftliche Leben mit, wie Blutspenden oder auch Silvesterpartys. Dem Antrag wurde stattgegeben. Hierfür soll eine Spende der Raiffeisenbank Kirchweihtal verwendet werden.

Wehmütig wurde Hauser beim letzten Tagesordnungspunkt. Mit einem Porzellanlöwen inklusive Kaltentaler Wappen und einem Badehandtuch bedankte er sich bei den ausscheidenden Gemeinderatsmitgliedern. Dies sei auch für ihn seltsam, weil er mit ihnen einige seiner Anfangsmitstreiter verliere. Berthold Ammersinn war ganze 24 Jahre als Mitglied des Gemeinderates tätig, zuletzt sogar als Zweiter Bürgermeister. Exemplarisch zählte Hauser Großprojekte auf, die die Gemeinde in den letzten 20 Jahren geprägt hatten. Im Beisein der scheidenden Gemeinderatsmitglieder seien das neue Rathaus und Feuerwehrhaus gebaut worden, Geh- und Radwege wurden ausgebaut, der Hochwasserschutz war ein großes Thema oder auch der Kauf des Römerturmes. Dabei sei immer das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund gestanden. Hauser schätze es sehr, dass auch die Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilen gut funktioniert habe. Ammersinn schloss sich dem an: „Auch Diskussionen gehörten dazu, aber davon lebt die Gemeinde. Jetzt ist die Zeit gekommen, aufzuhören. Es war eine schöne Zeit.“ Neben Ammersinn wurden auch Hermann Schmid und Franz Fahr nach jeweils 18 Jahren, sowie Markus Sirch nach zwölf und Alois Jedelhauser nach sechs Jahren verabschiedet. Jedelhauser war zuvor 30 Jahre als Gemeindearbeiter tätig.

Am 1. Mai begann die neue Wahlperiode mit einem deutlich verjüngten Gemeinderat und insgesamt fünf neuen Gemeinderatsmitgliedern.

von Agnes Reißner

Auch interessant

Meistgelesen

Pkw in Bronnen rundum verkratzt und eingedellt, Scheibenwischer verbogen
Pkw in Bronnen rundum verkratzt und eingedellt, Scheibenwischer verbogen
Riesenkranich-Schädel entdeckt
Riesenkranich-Schädel entdeckt
Kaufbeurer Arbeitskreis Asyl feiert 30-jähriges Jubiläum
Kaufbeurer Arbeitskreis Asyl feiert 30-jähriges Jubiläum
 „Die Lage ist verheerend“ – humedica entsendet zweites Team nach Beirut
 „Die Lage ist verheerend“ – humedica entsendet zweites Team nach Beirut

Kommentare