Kein Lockdown für die Liebe

Trotz Corona: In Marktoberdorf wird viel geheiratet

In Marktoberdorf, im Trauzimmer des Rathauses mit Standesbeamtin Carolin Beylschmidt.
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In Marktoberdorf wird weiterhin fleißig geheiratet, zum Beispiel hier im Trauzimmer des Rathauses mit Standesbeamtin Carolin Beylschmidt.

Marktoberdorf – Selbst ein Virus kann die Liebe in Markt­oberdorf nicht stoppen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Standesamts hervor, welche für das vergangene Jahr annähernd so viele Hochzeiten verzeichnet wie noch im Jahr 2019. Trotz Corona gaben sich in den letzten zwölf Monaten 133 Paare in der Ostallgäuer Kreisstadt das Ja-Wort. 2019 waren es lediglich eine mehr, nämlich 134 Eheschließungen gewesen. Allerdings musste der Dezember als bisher beliebtester Hochzeits-Monat seinen ersten Rang an den Juli (mit 22 Trauungen), gefolgt von den Monaten August und Oktober (mit jeweils 21 Eheschließungen) abgeben. 16 Paare ließen sich allerdings auch vom schärfsten Lockdown nicht schrecken und gaben sich im Dezember das Ja-Wort. Absagen habe es aber auch einige gegeben, so hieß es aus dem Standesamt. Etliche Paare hätten ihre Hochzeit kurzerhand ins neue Jahr verschoben.

Kein Lockdown für die Liebe also. Das Standesamt schloss außerdem zwei gleichgeschlechtliche Ehen und 40 Brautpaare kamen gar von außerhalb nach Marktoberdorf, um zu heiraten. Ob das daran liegen mag, dass nicht nur im romantisch und festlich eingerichteten Trauzimmer im Rathaus geheiratet werden kann? Das Standesamt jedenfalls wirbt damit, seinen Brautpaaren einen unvergesslichen Tag vor besonderer Kulisse zu bereiten. Trotz Corona­beschränkungen waren insbesondere das Hartmannhaus und sein blütenreicher Bauerngarten beliebter Ort der Zeremonie. 36 Paare gaben sich dort das Ja-Wort. Zehn Trauungen arrangierte das Standesamt bei Kerzenschein, zwei im Künstlerhaus und eine am Ettwieser Weiher. Und unter den glücklichen Paaren waren neben deutschen Staatsbürgern 13 weitere Nationalitäten vertreten. Brasilien, Irland, Italien, Kolumbien, Kosovo, Österreich, Pakistan, Schweiz, Spanien, Syrien, Tschechien, die Türkei und Ungarn sind dabei gelistet.

Mehr Geburten als 2019

Das Standesamt meldete 2020 auch mehr Geburten junger Marktoberdorfer als noch im vorvergangenen Jahr. Es sind 191 Kinder, 90 Mädchen und 101 Jungen, die zu einem überwiegenden Teil zwar nicht in Markt­oberdorf zur Welt kamen, dafür in den umliegenden Krankenhäusern Kempten, Kaufbeuren, Füssen und Schongau das Licht der Welt erblickten. Eine Hausgeburt gab es in der Kreisstadt.

Lea und Anton sind die beliebtesten Vornamen

Der Liebling unter den Mädchenvornamen bleibt auch 2020 der Name Lea. Drei neue Erdenbürgerinnen tragen ihn. Weitere beliebte Vornamen sind Anna, Antonia, Emma und Sophia. Bei den Jungs zeichnete sich kein klarer Favorit ab. Drei Mal vergaben Eltern ihrem Nachwuchs jeweils den Vornamen Anton, Elias, Felix, Liam, Matteo oder Samuel. Insgesamt zählt Markt­oberdorf zum 31. Dezember 18.774 Einwohner.

Wo geboren wird, wird auch gestorben. 167 Sterbefälle beurkundete das Standesamt Markt­oberdorf 2020, darunter waren 71 Männer und 96 Frauen. Auffällig war dabei der Monat Dezember. Im letzten Monat des Jahres wurden allein 28 Todesfälle beurkundet, die Regel sind zehn bis 15 Todesfälle monatlich. Auch übers Jahr betrachtet, starben 2020 16 Marktoberdorfer Bürger mehr als noch 2019 (mit 151 Todesfällen). Dagegen war die Zahl der Kirchenaustritte mit 126 rückläufig gegenüber 2019 mit 153 Austritten.

Angelika Hirschberg

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