„Trotzphase“ – Dauerbrenner

Teil IV der Kulturakteur-Serie mit Daniel Fischer und Markus Mölzer

Die Organisatoren des Art&Vielfalt Sunset Festivals: Michael Vogel (v. li.), Daniel Fischer, Markus Mölzer und Till Nißle.
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Die Organisatoren des Art&Vielfalt Sunset Festivals: Michael Vogel (v. li.), Daniel Fischer, Markus Mölzer und Till Nißle.

Kaufbeuren – Kaufbeurens Kulturausschuss rückt derzeit mit der Aktion „Trotzphase“ örtliche Kulturakteure, die den Einschränkungen der Corona-Pandemie besonders kreativ und engagiert begegnet sind, durch ein umfangreiches Medienpaket ins Licht der Öffentlichkeit. Unter anderem begleitet der Kreisbote dieses Projekt in den kommenden Wochen und präsentiert jeden Mittwoch eine der phantasievoll benannten „Trotzphasen“-Kategorien. Im vierten Teil der Serie stellen wir heute Daniel Fischer und Markus Mölzer vor, die „Dauerbrenner“.

Daniel Fischer

2015 hat Fischer angefangen kleine Events zu organisieren, wie die Open Stage im Roundhouse Kaufbeuren. Ihm macht es einfach Spaß Menschen zusammen zu bringen, und das an besonderen Orten mit Atmosphäre und Live-Musik. Dabei sollen die Veranstaltungen umweltbewusst und expressiv gestaltet sein. Lebensgefährtin Janine unterstützt ihn bei Marketing und Organisation. Zunächst war es mehr ein Hobby, doch inzwischen ist aus wood&wire-event eine vielseitige und gut vernetzte Kulturveranstaltungs-Agentur geworden.

Eine Spezialität von Fischer ist die temporäre Nutzung von Leerständen. So hat er im März 2020 im ehemaligen Geyrhaltergebäude, in der Kaiser-Max-Straße 15, „Zwischenkunst & Raum“, eine Ausstellung von mehreren Künstlern organisiert. Die ausgestellten Werke reichten von Skulpturen, Bildhauerei und ortsbezogenen Arbeiten über Gemälde, Zeichnungen bis hin zur Fotografie. Der „Treffpunkt Glashaus“ sollte seit Ende 2020 den Gastronomen ermöglichen, ihren Außenbereich auch in der kühleren Jahreszeit zu nutzen. Im strengen Lockdown wurde dann zumindest eines der kleinen Gewächshäuser kurzerhand zu einer Kunstgalerie für Elsa Zasche umfunktioniert. Und derzeit betreibt Fischer mit drei Freunden am Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend im ehemaligen „Sterneck“ die Neugablonzer Kultur-Bar „Neue Gabi“, bis das Gebäude zwecks Quartier-Nachverdichtung in absehbarer Zeit abgerissen wird. (GSW-Chef Christian Sobl, dem das Projekt gefällt, hat jedoch bereits signalisiert, dass er sich nach einer möglichen Alternative umsehen will...)

Markus Mölzer

Der Betreiber vom „Dicken Hund“, von „Roundhouse“, „Republic“ und „Ringcafé“ und – bis zu deren Schließung – auch von der Kultkneipe „Pic“, liebt es ebenfalls, besonderen Events wie Poetry-Slams oder ausgefallenen Bands eine Bühne zu geben. Seit 2015 veranstaltet er zum Beispiel im Roundhouse traditionell am 23. Dezember das „Holy Homecoming Konzert“ für „Studenten, die zu Weihnachten nach Hause kommen“ – 2020 wurde dann halt ein professionell erstellter Live-Stream daraus, wie aus einer Reihe seiner anderen Konzerte auch. „Man darf nicht verzagen, die Kultur muss weitergehen“, meint er. Dabei arbeitet Mölzer auch oft ehrenamtlich. Spenden sind selbstverständlich immer willkommen, „damit Künstler und Techniker eine ordentliche Gage bekommen können“. Dafür sorgten dann „Support-Tickets“ im Internet sowie Zuschüsse von der Stadt und weiteren Sponsoren. Das war zwar nicht kostendeckend, aber Mölzer agiert „um die Sache am Laufen zu halten - aus tiefster Überzeugung und nicht um Geld zu verdienen.“

Momentan hat Mölzer das Roundhouse als Corona-Schnelltestzentrum zur Verfügung gestellt. Das ist zwar nicht direkt als „Kultur“ anzusehen, aber es trägt dazu bei, „den Menschen wieder mehr Normalität und Sicherheit zu bieten – auch für einen Kulturbesuch“.

Nächstes gemeinsames Projekt

Mölzer und Fischer ticken ähnlich: Beiden gemeinsam ist das Talent, immer wieder lebensfrohe Großveranstaltungen zu organisieren, die unterschiedlichste Kulturvielfalt unter die Leute bringen und sie begeistern. Was lag da näher als eine Zusammenarbeit? Das tun sie höchst erfolgreich seit etwa sieben Jahren. Alle ihre kreativen Unternehmungen können hier gar nicht aufgezählt werden. Sie zeichnen zum Beispiel verantwortlich für das „Art&Vielfalt“-Street-Art-Festival. Daraus wurde der „Sommer im Spital“ und dieser schließlich wurde in den „Altstadt-Sommer 2021“ integriert. Der findet ab 23. Juli an vier Wochenenden als komplettes Open-Air-Festival mit einem abwechslungsreichen Programm im Spitalhof statt. Der Vorverkauf ist angelaufen.

Ingrid Zasche

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