Viele Arbeiter sitzen in ihren Heimatländern fest

Tunnelbau in Bertoldshofen wegen Corona-Krise gestoppt

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Die Mineure verlängerten ihre Schicht, um den Durchschlag für den Rettungstunnel noch zu schaffen.

Marktoberdorf-Bertoldshofen – Die Arbeiten am 600 Meter langen Tunnel in Bertoldshofen wurden am Montag eingestellt. Der Grund: die Corona-Pandemie. Weil immer mehr Arbeiter ausgefallen seien, könne die Firma ihre Baustelle nicht mehr wirtschaftlich betreiben, sagte Markus Kreitmeier, Leiter des Bereichs Straßenbau am Staatlichen Bauamt Kempten, auf Anfrage des Kreisbote.

Ursprünglich waren im durchschnitt rund 50 Tunnelarbeiter vor Ort, diese Zahl hatte sich laut Kreitmeier in den vergangenen beiden Wochen stark reduziert. Nicht durch Krankheit, sondern weil die Arbeiter überwiegend aus Österreich, Slowenien, Kroatien, Polen, Tschechien und Ungarn stammen. Nach ihrer Zehn-Tage-Schicht kehren sie stets zurück in ihr Heimatland und dort sitzen die meisten nun wegen der Corona-Krise fest. Entweder wegen geschlossener Grenzen oder weil sie selbst in Quarantäne genommen wurden.

Bereits vergangene Woche wurde nur noch in einer Ein-Mann-Schicht gefahren. Die Nachtschicht fiel aus. Die letzten Arbeiter hatten sich laut Kreitmeier bereiterklärt, noch einige Tage dranzuhängen, um noch den Durchschlag des 155 Meter langen Rettungsstollen zu schaffen. Dies gelang nun vergangene Woche. „Das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit beim Tunnelbau“, so Kreitmeier.

Wie lange die Bauarbeiten ausgesetzt werden, kann Kreitmeier nicht sagen. Ebenso wenig, welche finanziellen Auswirkungen der Baustopp hat und um welche Zeitspanne sich die Fertigstellung nach hinten verschiebt. Ursprünglich sollte der Tunnel Ende 2021 für den Verkehr freigegeben werden.

von Kai Lorenz

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