Ein Haus voller Leben

Zehn Jahre Heinzelmannstift

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Oberbürgermeister Stefan Bosse brachte Bewohnern und Pflegepersonal zum Jubiläum als Geschenk „Zeit und Geduld“ mit - „etwas, das man auf dem Lebensweg immer brauchen kann“.

Kaufbeuren – 6249 Jahre Lebenserfahrung sind im Kaufbeurer Heinzelmannstift unter einem Dach vereint. Das hatten die Kabarettisten „Frau Maierhof und Herr Wiedemann“ von der Kulturwerkstatt anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Senioreneinrichtung ausgerechnet – und zeigten bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Freitag den Gästen, wie bunt und lebendig das Leben im Heinzelmannstift ist.

„Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Das sagte Dekan Jörg Dittmar aus Kempten bei seiner Ansprache. Dass alt werden aber trotzdem – oder gerade deswegen – mit viel Freude verbunden sein kann und was im Heinzelmannstift alle gemeinsam dafür tun, dass dies den Bewohnern gelingt, wurde auf der Feier deutlich. Querflötenmusik und ein Gottesdienst stimmten in die Veranstaltung ein. 

Dittmer prägte gleich zu Beginn das Bild von den „zwei Engeln im Ulmer Münster, dem Engel Gabriel als Engel des Anfangs und dem Engel Michael, der die Menschen am Ausgang des Münsters verabschiedet“. Dieses Bild nahm auch Oberbürgermeister Stefan Bosse in seiner Ansprache auf und erklärte: „Wir alle stehen im Leben ein Stück weit zwischen diesen Engeln“. 

Wichtig sei auf diesem Weg vor allem „Zeit und Geduld“, welche er symbolisch als „Geschenk“ mitbrachte. Er wünsche sich, dass im „Heinzelmannstift mit dem Geschäftsführer Gerhard Heiligensetzer weiter alles so läuft wie bisher“. Die Einrichtung, mitten in Kaufbeuren gelegen, sei ein Ort der „Begegnung und Lebensfreude“ und, was Veranstaltungen und Angebote für Senioren angehe, ein „Impulsgeber für das gesamte Quartier“. 

Der Kaufbeurer Pfarrer Thomas Kretschmar, gleichzeitig 1. Vorsitzender des Trägers Diakonieverein Kaufbeuren e.V., begrüßte außerdem dem Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert (SPD). Dieser erklärte, er finde vor allem die vielfältigen Veranstaltungen „toll“, die die Einrichtung für alle Senioren anbiete. Das Haus sei ein gutes Beispiel dafür, dass auch „die Politik bei der Finanzierung einer älter werdenden Gesellschaft mehr Vertrauen in die Entscheidungen vor Ort“ setzen könne und müsse. Heiligensetzer betonte, dass all die „Mitarbeiter, Freunde, Förderer und Ehrenamtlichen“ das Heinzelmannstift zu dem gemacht haben, was es heute ist. 

Für Spaß und gute Laune sorgten am Freitag die beiden Kabarettisten „Frau Maierhof und Herr Wiedemann“ von der Kulturwerkstatt. Sie gaben einen kleinen Überblick darüber, wie aus dem einstigen Architektenplan von Ullmer Architekten (München) seit Baubeginn Anfang 2004 das heutige Heinzelmannstift entstanden ist – vom Einzug in das Gebäude im September 2005 über die Gründung des eigenen Fördervereins bis zum heutigen Tag, an dem nunmehr rund 80 Seniorinnen und Senioren in der Einrichtung leben. Im vergangenen Jahr wurde das Angebot um den Heinzelmannpark erweitert, eine benachbarte Anlage für betreutes Wohnen.

 Im Anschluss an die Veranstaltung erzählte Bewohnerin Heidemarie Felser (75), warum sie so gern im Heinzelmannstift lebt: „Das hier ist mein Zuhause geworden. Ich hatte einen Schlaganfall und sitze im Rollstuhl. Hier im Haus habe ich immer Gesellschaft, ich kann entscheiden ob ich mit jemandem reden möchte oder mich lieber zurückziehe. Die Aussage vieler Menschen ,Ich möchte nie ins Heim’ ist für mich Quatsch, ich bin gerne hier“. 

Die positive Atmosphäre, die in dieser Aussage mitschwingt, griff auch Kabarettist Wiedemann auf, als er zu Maierhof sagte: „Wir können hier ja später mal gemeinsam einziehen“. 

Bevorstehende Veranstaltungen: 

• Samstag, 3. Oktober, 19 Uhr: Bayerischer Abend mit dem Musikquartettt Firlefanz und Schmankerln, Anmeldung bis 29. September 

•Samstag, 10. Oktober, 19 Uhr: Abendserenade mit dem Musikverein Hirschzell, bei guter Witterung vor dem Haus 

• Freitag, 16. Oktober, 16 Uhr: Dia-Vortrag von Reisefotograf Winfried Kröner zum Thema Schottland 

www.heinzelmannstift.de

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