Über 6400 Stunden im Einsatz

Alle geehrten Feuerwehrler auf ein Bild zu bekommen, war auf der Jahreshauptversammlung gar nicht so einfach. Auch das zeigt das große Engagement der Kaufbeurer Wehren. Foto: Schönhaar

Pflichtbewusst und allesamt gestriegelt in Uniform kamen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren vergangene Woche im Stadtsaal zur Jahreshauptversammlung zusammen. Neben vielen positiven Statistiken, Ehrungen und Beförderungen gab es ein großes Lob von Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Der hatte zu seinem Grußwort neben vielen lobenden Worten auch ein Schnitzel dabei. Dies war für seinen Vorredner, Helmut Winkler vom Feuerwehrmuseum bestimmt, dessen Essen während seines Vortrags kalt geworden war. „Das ist symptomatisch für die Kaufbeurer Feuerwehr“, sagte Bosse, „wenn ihr gebraucht werdet, lasst ihr alles stehen und liegen – der Einsatz geht immer vor“. Er bezeichnete die Feuerwehr als Stütze für die Stadtgemeinschaft und zeigte sich beeindruckt von der Simulation des Rathausbrandes. Dabei wurde der OB mit einer Drehleiter aus dem Sitzungssaal im Rathaus „gerettet“. Was Stefan Bosse außerdem freute, war das gute Funktionieren der Einsatzbereitschaft tagsüber. Andere Städte hätten hier Probleme – nicht so in Kaufbeuren. Das sei den vielen Selbständigen in der Feuerwehr und den verständnisvollen Arbeitgebern zu verdanken. Stadtbrandrat Thomas Vogt stellte seinen Jahresbericht für 2010 vor. In 6.466 Stunden waren die ehrenamtlichen Mitglieder für 417 Einsätze unterwegs, darunter 49 Brände, 243 Technische Hilfeleistungen und 56 Fehlalarme. Dazu kamen über das Jahr 185 Übungen und Unterrichtseinheiten. Vogt hat sich heuer einmal die Mühe gemacht und die Tage herausgezählt, an denen die Kaufbeurer Feuerwehr NICHT bei Übungen oder Einsätzen unterwegs war: Es waren 52. Das heißt, dass ein Tag pro Woche durchschnittlich übungs- bzw. einsatzfrei blieb. Stadtjugendwart Marcus Siegel gab einen kurzen aufschlussreichen Überblick über die Jugendfeuerwehr. Insgesamt 24 Jugendliche konnte Siegel zum Ende 2010 verzeichnen, die über das Jahr an vielen Aktionen beteiligt waren. Vom Tag der offenen Tür im Gerätehaus Kaufbeuren, über Übungen oder den Blutspendetag – der Nachwuchs zeigte Engagement. Dreizehn neue Jugendliche hat die Feuerwehr 2010 aufgenommen. Fahnenwart Hubert Vogt berichtete von den zahlreichen Einsätzen der Fahne und freute sich auf das kommende Jahr, in dem die erste Standarte der Kaufbeurer Feuerwehr ihr 150-jähriges Jubiläum feiert. Einiges zu erzählen hatte auch Helmut Winkler, der Vorstand des Feuerwehrmuseums Kaufbeuren Ostallgäu. Der Museumsverein konnte Ende 2010 einen Mitgliederstand von 41 und über das Jahr insgesamt 574 Besucher verzeichnen. Einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr war die Ausstellung über 50 Jahre Rathausbrand im Juni. Außerdem steckt das Museum mitten in Umzugsplanungen. Langfristig sollen alle Exponate von der Spittelmühle in die neuen Museums-Räumlichkeiten auf dem Momm-Gelände umziehen. Zudem ist der Aufbau einer Internetseite in Planung. Ab April 2011 soll es zunächst neue Öffnungszeiten geben: Außer samstags sollen Besucher auch am Mittwoch zwischen 14 und 16.30 Uhr die Möglichkeit bekommen, die Museumsstücke zu bestaunen. Am Schluss ehrte Feuerwehrvorstand Hubert Weikmann zahlreiche Feuerwehrler für ihre langjährige Mitgliedschaft.

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