Ulrike Seifert nimmt es bei den Grünen mit drei Männern im Ortsverband auf

Grünenvorstand: Aus zwei mach eins

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Die neu gewählte Vorstandschaft von Bündnis90/Die Grünen Ortsverband Kaufbeuren: Martin Sirch (v. li.), Martin Ebert, Ulrike Seifert und Oliver Schill.

Kaufbeuren – Nachdem Ulrike Seifert die Wahl zur alleinigen Ortssprecherin angenommen und für das entgegengebrachte Vertrauen gedankt hatte, meinte sie scherzhaft, dass sie sich auf die Arbeit mit „ihren drei Männern” freue, da sie sich fast ein wenig wie zuhause in ihrem „Vier-Männerhaushalt” fühle.

Zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung hatte die Vorstandschaft Bündnis 90/Die Grünen dieser Tage ins Regionalbüro in der Ludwigstraße eingeladen. Der bisherige Ortssprecher der vormaligen Doppelspitze Martin Sirch hatte bereits im Vorfeld bekundet, sein Amt zur Verfügung zu stellen, um etwas mehr Zeit für sein Privatleben zu haben. Dabei ließ er aber durchblicken, im „zweiten Glied” gerne weiterzuarbeiten. 

In geheimer Wahl wurde Ulrike Seifert zur Ortssprecherin bestimmt. Nachdem von den anwesenden Frauenmitgliedern keine Einwände erfolgten, wurden drei Männer als Beisitzer gewählt, die zusammen mit der Ortssprecherin den Vorstand bilden. Martin Ebert wird sich künftig für die Projektarbeit einbringen, Oliver Schill übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit und Martin Sirch kümmert sich um die Mitgliederbetreuung. Auf jeden Fall werde man ein starkes Team mit viel Engagement bilden, so die Ortssprecherin Ulrike Seifert. 

In den Berichten des bisherigen Ortsvorstandes, durch Martin Sirch und Ulrike Seifert, wurden den Anwesenden noch einmal die wichtigsten Ereignisse der zurückliegenden zwei Jahre in Erinnerung gerufen. So konnte der Kaufbeurer Ortsverband zahlreiche Gäste aus Land- und Bundestag begrüßen, wie beispielsweise zuletzt den Grünen-Vorsitzenden der Bundestagsfraktion Dr. Anton Hofreiter. Wichtige Themen der vergangenen Monate waren auch die beiden Bürgerentscheide Forettle und Eisstadion, sowie die Kommunalwahl im vergangenen Jahr. 

Mit vier Stadträten (Ulrike Seifert, Oliver Schill, Marita Knauer und Susanne Eckl) sei man im Plenum gut vertreten. Aufgrund der Bürgerentscheide zum Forettle und dem Eisstadion konnte man die ursprünglich im Wahlprogramm verankerten Vorhaben nicht so, wie gewollt, umsetzen. Bedauerlich sei auch, wie Ulrike Seifert betonte, dass Fachkompetenz bei der Gremienbesetzung im Stadtrat keine Rolle gespielt habe. 

Einzig und allein sei die Parteizugehörigkeit entscheidend gewesen. „Unsere vorgeschlagenen, fachlich kompetenten Kandidaten fanden weder im Aufsichtsrat des Klinikums noch beim VWEW Eingang. Sogar im Integrationsbeirat war es nicht möglich, von allen Stadtratsfraktionen Vertretungen zu etablieren”, bemängelte die Ortsvorsitzende in ihren Ausführungen. 

So wurden ihrer Meinung nach Personen ausgeschlossen, die von den Bürgern gewählt wurden, um bei entsprechenden Aufgaben für die Stadt mitentscheiden zu können. Es stelle sich hier die Frage: „Sieht so die Zusammenarbeit zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger bis zum Jahre 2020 aus?” Trotzdem schätze man aber innerhalb der Stadtverwaltung das fachliche Wissen der Grünen-Stadträte. Gerade bei den Themen Stadtentwicklung, Familienpolitik, Umwelt und Verkehr werde die Arbeit der Grünen gewürdigt. 

Erfreulich für die Partei in diesem Zusammenhang: Ein von der Grünen-Stadträtin Marita Knauer eingereichter Antrag, die Stadt Kaufbeuren möge sich auf den Weg zur fairen Stadt begeben, wurde parteiübergreifend von allen im Stadtrat vertretenen Gruppierungen einstimmig begrüßt und ohne weitere Debatte einstimmig angenommen. 

Wie Oliver Schill erklärte, bewirbt sich damit Kaufbeuren um den Titel „Fairtrade-Town”. Dies sei ein Zeichen, Kaufbeuren als weltoffene Stadt zu betrachten, wo Verantwortung dafür übernommen werde, dass die Menschen, die für die Bürger der Stadt produzieren, auch ein sicheres und gutes Leben führen können. Grünen-Stadträtin Knauer werde fortan in der Steuerungsgruppe als offizielle Vertreterin der Stadt weiter mitwirken. Ein Erfolg, auf den man aufbauen und einen weiteren Schritt in die von den Grünen vorgezeichneten Richtung tun könne.

von Klaus-Dieter Körber

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