Wasser wird in Aitrang teurer

Aitrang: Um das Defizit der letzten Jahre auszugleichen, werden Gebühren erhöht

Waschbecken mit Geld
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Defizit über Jahre: Die Aitranger Bürger werden künftig mehr Geld in die Wasser- und Abwasserversorgung fließen lassen müssen.

Aitrang – Die Wassergebühren werden sich für die Bewohner der Gemeinde Aitrang deutlich verteuern. Das ergab sich im Rahmen einer turnusgemäßen Neukalkulation, die in der Gemeinde alle vier Jahre stattfindet. Diese wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt.

Gründe für eine Anpassung der Gebühren seien zahlreich. Da ist zum Beispiel ein, wie Kämmerer Florian Budschied es nennt, „kleiner Summenfehler“ in einer Excel-Tabelle, der die Wasserkosten günstiger erscheinen hatte lassen, als sie es tatsächlich waren: 1,17 Euro netto pro Kubikmeter statt 1,37 Euro. Dieser Fehler habe sich mit der Zeit summiert, und zu einem realen Defizit beigetragen, für das es aber auch noch andere Gründe gebe, erläuterte Budschied den Gemeinderäten in seinem Sachvortrag. Neben den notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten an den Kanalrohren und den Wasserleitungen seien besonders durch die Wasserknappheit im Jahr 2018 gewaltige Zusatzkosten durch zusätzliche ­Beprobungen, Notchlorungen und den Transport von Trinkwasser entstanden. Diese Transportkosten allein hätten sich, so Budschied, in jenem trockenen Sommer auf 8.000 Euro belaufen. Die durch die Wasserknappheit erforderliche Notchlorung habe sogar 17.000 Euro gekostet.

Weil bei der letzten Kalkulation keine Rücklage eingestellt worden war, beschloss der Gemeinderat mit großer Mehrheit, das über die letzten Jahre entstandene Defizit von aktuell rund 73.000 Euro durch Preiserhöhungen beim Wasser auszugleichen. So wird die Gemeinde die jährliche Grundgebühr für den kleinen Wasserzähler von bisher 40 auf 50 Euro anheben und bei den Großverbrauchern von 60 auf 75 Euro. Der Verbrauchspreis pro Kubikmeter Wasser soll netto von bislang 1,17 Euro auf 1,53 Euro angehoben werden. Am 1. Januar 2021 wird die neue Satzung in Kraft treten.

In der Statistik der Jahre 2014 bis 2016 lag der Nettopreis im bayerischen Durchschnitt bei 1,45 Euro, gab Kämmerer Budschied bekannt. Der Grundpreis für den kleinen Wasserzähler habe in jener Zeit durchschnittlich 49,80 Euro betragen. Als Faust­regel beim Wasserverbrauch, so Budschied weiter, gelte eine Zahl von rund 40 Kubikmetern pro Person und Jahr. Das Zweitausend-Seelen-Dorf Aitrang verbrauche jährlich rund 90.000 Kubikmeter Wasser.

Felix Gattinger

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